
Al Imfeld (1935-2017) – Schriftsteller und Journalist, Tropenagronom, Religionswissenschaftler und Geschichtenerzähler, Afrikakenner und Vermittler afrikanischer Kultur und Literatur, in aller Welt – und besonders in der Schweiz und auf dem afrikanischen Kontinent – zuhause.
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«Dass Al Imfeld vier Studienabschlüsse machen würde, auf allen vier Kontinenten zu Hause ist und ein breites Wissen wie ein Renaissancemensch hat, wurde ihm nicht in die Wiege gesungen. Der Kleinbauernsohn aus dem Napfgebiet ist einer der originellsten Brückenbauer zwischen den Kulturen.» (SRF Swisstipp 18.1.2010)
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«Ich bin wie ein Wachhund, der etwas riecht. Auch wenn es noch gar nichts Gefährliches ist, muss er aufstehen und bereits anfangen zu bellen. Gerade idealistische Bewegungen gleiten sehr oft und rasch in Selbstgerechtigkeit ab. Demgegenüber habe ich beständig meine Befürchtungen. Es ist dann meine Aufgabe zu warnen: «Jetzt seid vorsichtig! Spielt nicht die Besseren!» (Gespräch mit Willy Spieler, Neue Wege 3/1995)
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«Dogmatismus war Al Imfeld fremd, reinen Lehren misstraute er. Er glaubte vielmehr an die richtige Mischung: aus Tradition und Neuem, Ökologie und Industrie, Afrika und Europa, Christentum und Animismus. Oder Stadt und Land wie in seinem letzten Buch «Agrocity. Eine Stadt für Afrika». Das Mischen hatte er von afrikanischen Köchinnen und Schamanen gelernt. Er schrieb über die emanzipatorische Kraft des Maggi-Würfels und einen Heiler, der auf die magische Kraft von Coca-Cola vertraute – ein Getränk, das aus so einem mächtigen Land kam, musste etwas von dieser Macht in sich tragen.» (Bettina Dyttrich, WOZ, 23.2.2017)
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«Ein letztes Denkmal setzte Al Imfeld seiner lebenslangen Afrikasehnsucht und seiner Kennerschaft des Kontinents und seiner Menschen 2015 für die 800 Seiten starke Anthologie «Afrika im Gedicht», einer beeindruckenden Bestandesaufnahme, die ein vielfarbiges und Massstäbe setzenden Bild der afrikanischen Lyrik gibt. Das wird bleiben – und die Erinnerungen an einen Menschen, der unbeirrt seine Überzeugungen vertrat und Engagement nicht bloss behauptete, sondern lebte.» (Urs Bugmann, Kulturmagazin 2017)
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«So ist es auch bei meinen wöchentlichen Mittwochs- und Samstagstreffen: Zum Ernsten kommt auch das Lachen, von den News geht es auch zum Quatschen bei Wein und Gerichten. All das hält zusammen, stärkt und zeigt, keine und keiner ist allein. Die Welt ist bloss einsam, wenn wir uns aus ihr herausnehmen und dazu noch glauben, beim Weinen und Trauern werde die Welt anders.» (Al Imfeld: Jahresbrief 2013/2014)
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«Vielleicht hat auch all dieses Unmenschliche in der Welt mich krankgemacht. Und dennoch: Ich
kämpfe weiter! Und es nützt etwas, wenn ich nur schon an meinen langen Kampf um Afrika denke. Ja, wir sind seit 1960 weitergekommen. Überall schläft das Gute. Man muss es erwecken und Mut machen zum Weitermachen.»
(Al Imfeld: Jahresbrief 2016/2017)