04. Afrika südlich der Sahara hat weder eine Aufklärung noch eine Entmythologisierung hinter sich.


Mythen haben durchaus ihre Berechtigung in einem Kulturgut. Doch selbst Afrika kann nicht ewig von mythisch verzerrten Vor-Bildern eines Sundjata oder Chaka zehren. Was fruchten Great Zimbabwe oder Timbuktu, wenn nicht ihr Geist aufgenommen wird. Die meisten Afrikaner leben ihrer Kultur gegenüber wie Touristen. Es ist unglaublich, wenn nur ein paar Jahrzehnte später Amin, Bokassa, Mobutu, Nkrumah oder selbst Nyerere bloss noch als Mythen und nicht historische Gestalten und Herausforderung weiterleben. 
Weder Mission noch Schulen haben viel zur Aufklärung beigetragen. In der Schule wurde auswendig gelernt, jedoch weder nachdenken noch überdenken. In den Kirchen galten Autoritäten und Hierarchien; man wurde zum Glauben erzogen. Es fehlten daher die Grundlagen einer demokratischen Haltung. Man lehrte sie alle Mythen, jedoch nicht Geschichte. Ein Pressewesen entstand im kirchlichen Bereich kaum, denn dort galt über allem die Hl. Schrift. Alles musste des gleichen Glaubens sein oder werden; man konnte für ein Mehrparteiensystem kein Verständnis haben.