Hunger

Hunger

24 000 Menschen sterben täglich und werden weiterhin täglich sterben, denn - so teilt das Welternährungsprogramm der UNO exakt in diesem Moment mit - denn der Kampf gegen den Hunger kann nicht gewonnen werden. Dass diese traurige Mitteilung genau im Augenblick herauskommt, wo es heisst, alles sei für einen Irakkrieg bereit und seine Kosten bereits mit Milliarden budgetiert,. schockiert uns. Was ist das für eine Welt? Eine Welt voller Versager und mit Politikern mit falschen Prioritäten?

Vielleicht kommt diese Nachricht bewusst in diesem Moment.
Es könnte aber auch ein Hinweis auf Zusammenhänge sein, um uns nicht nur für mehr Geld, sondern auch ein anderes Denken und Handeln zu gewinnen.

Alles gerät uns Menschen ausser Kontrolle:
die Bevölkerung, die wächst und wächst,
Wasser, das sich verknappt und sorglos verschmutzt wird;
die Luft, die wegen unseren Abgasen CO2 bildet, das zu Klimawandel führt;
Umwelt wird überstrapaziert, das Land leidet;
Wälder verschwinden;
die Landwirtschaft vermag nur noch im Grossen zu überleben.
Unser Lebensstil im Norden, aber auch der von allen im Süden erträumte führt zu Knappheiten. Menschen drängen in die Städte und viele landen in Slums. Millionen sind auf Arbeitsuche und finden keine. Dadurch gehen Kinder nicht zur Schule, weil das Schulgeld fehlt.

Dazu kommen weltweit diese Kleinkriege, wo Menschen und Jugendliche Soldaten werden, bloss weil sie dadurch etwas zu essen haben. Ob dieser Kriege gibt es Vertriebene und Flüchtlinge, die alle irgendwohin für Brot jagen und drängen. Ein paar Tropfen davon spüren wir auch in der Schweiz. Aber diese scheinbaren Kleinigkeiten werden nicht ernst genommen. Doch alle Tropfen zusammen machen den Regen und später eine Flut aus. So ist es mit dem Hunger.

Ich könnte weiterfahren - das und jenes kommt auch hinzu. Eine Verknüpfung ohne Ende, die von aussen gesehen, alles unlösbar macht. Der gordische Knoten zum Zerschlagen des Hungers wurde nicht gefunden. Warum nicht?

Weil alles zu punktuell angepackt wurde. Ein paar Säcke Weizen oder Mais reichen eben bei Hungersnot nicht. Anderes müsste parallel dazu kommen. Allem voran Ehrfurcht und Respekt vor Menschen und Natur. Mancher Hunger ist viel mehr ein Protest-Schrei nach Anerkennung und mehr Verständnis.

 

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Al Imfeld© 

Radio DRS Echo
26 Febr. 2003