Pensées

Krieg

Pensées

Aus meiner Erfahrung als Kriegsberichterstatter in Vietnam 1966. Ich zog als totaler Naivling und sogar sehr stolz, ein Kriegsberichterstatter zu sein, in den Krieg. Ich glaubte, ich könnte die Ursachen des Krieges erklären helfen, also ging ich auf beide Seiten und wurde gerade deshalb später als Verräter abgestempelt, gefoltert, verschleppt, ab- und weggeworfen. Nichts mehr sollte Zeugnis von mir geben. Sogar die Zeitung verleugnete mich.

 

  1. Es wird immer so getan, als ob Krieg ohne Verletzung der Zivilbevölkerung geführt werden könne. Das ist eine total durchtriebene Lüge. Krieg richtet sich von Grund aus gegen das Volk. Die Oben kommen stets heil davon.
     
  2. Das Volk ist die massa damnata, die es zum Krieg geradezu braucht.
     
  3. Jeder Krieg zu jeder Zeit ging stets gegen die Würde der Frau vor. Der Feind versuchte, die Frauen zu entwürdigen, vergewaltigen, schänden, verstümmeln und – wie bereits in den griechischen Mythen – zu „stehlen“.
     
  4. Das Bordell ist Teil jeder Kaserne.
     
  5. Aller Krieg ist Täuschung. Wahrheit gibt es keine, denn diese wird als Kriegsgrund zuerst zerstört. Wenn der Krieg kommt, ist die Wahrheit das erste Opfer. 
     
  6. Jeder Kriegsberichterstatter lebt von Lügen.
     
  7. Embedded: Im Krieg ist alles im Dienste der Verlogenheit verpackt. 
    Selbst der Journalist wird verblendet und blind gemacht.
     
  8. Jeder Krieg ist eine hirnlose Sache.
     
  9. Das Vorgehen ist kurzsichtig, um allen Zusammenhängen zu entrinnen.
     
  10. Jeder, der noch etwas Hirn im Kopf hat, weiss, dass Terror militärisch nicht zu besiegen ist.
     
  11. Verteidigen und darum kriegen, kann man nur mit Land, niemals um Ideen, Glauben, Religion und Ideologie.
     
  12. Es gibt keinen soft war; Krieg ist brutal.
     
  13. Der Militärhistoriker Martin van Creveld. 62, jedoch meint: „Der Krieg kann zu Ruhe und Frieden führen.“
     
  14. Der britische Aussenminister Miliband lehnt den Begriff „Krieg“ im Kampf gegen den Terror ab: „Krieg gegen Terror ist irreführend und verfehlt.“
     
  15. Miliband: „Der Begriff Krieg ist viel zu martialisch.“
     
  16. Ist Frieden einfach Waffenstillstand mit unendlichen Verhandlungen, bis der einen Seite der Faden der Geduld reisst und erneut Krieg ausbricht?
     
  17. Solange provozieren, bis der Andere losschlägt und somit zum Kriegstreiber wird.
     
  18. Jeder Krieg ist der letzte; doch danach regnet es wie Splitterbomben tausend neue Konflikte und Kleinkriege.
     
  19. Ob Kleinkrieg oder Weltkrieg - für die Betroffenen ist die Unterscheidung kaum wichtig; wichtig ist es bloss für Völkerrechtler und die Geschichtsbücher.
     
  20. Alle reden von Sicherheit, doch was hat Krieg mit Sicherheit zu tun?

 

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Al Imfeld©
19.1.2009