Entkolonialisierung der Mission 1988

Entkolonialisierung der Mission

Es wird uns allen - und vor allem auch den Christen in Europa - vorgeworfen, wir hätten noch gar nicht mit einer «Vergangenheitsbewältigung » begonnen. Aber wie sollten wir es auch können, denn es wird so getan, als ob die Kirche nichts - aber auch gar nichts! - mit Kolonialismus je zu tun gehabt hätte?

Wer die Vergangenheit schlechthin entweder leugnet oder verlogen-schön darstellt, mit dem - als Person, aber auch als Institution - ist keine Auseinandersetzung möglich.

Scheinheiligkeit und Seelenruhe ziehen ein, Verlogenheit und Pharisäismus sind das Klima: eine Unschuld, die zur Arroganz wird. So sei keiner erstaunt, dass plötzlich Gewalt im Raum steht, denn ich würde gerade diese Form des Scheins und Selbstbetrugs als eine der schlimmsten Formen der Gewalt bezeichnen. Schlimm deshalb, weil das Gegenüber gar nicht fassbar ist, jedoch in allem spürbar und lächelnd darüber steht und herrscht, bis den Betroffenen der Kragen platzt. Wer klarer wissen will, was ich meine, der studiere die Weissen in Südafrika. Genau das meine ich: Wir Missionare und Entwicklungshelfer sind sehr oft «die Weissen» des Volkes Gottes.

 

Der Kolonialismus ging zu Ende, der Fortschritt kam

Mit der äusseren Unabhängigkeit, dem Aufziehen einer eigenen Flagge und all dem, was daraus folgte, nahmen vor allem «wir» Christen an, dass der Kolonialismus zu Ende sei. Da «wir» Missionare uns nie als Kolonialisten sahen, war das ohnehin eine «rein politische Angelegenheit». «Wir» wurden regelmässig sehr böse, wenn Schriftsteller und Politiker (ausgerechnet sie, die durch «unsere» Schulen gingen!) uns mit dem (gleichen) «Kolonialpack» zusammenbringen wollten. Oh nein, «wir» waren von Gott gesandt, nicht von dieser Welt, ohne Interesse an Politik und keineswegs machthungrig. «Wir» waren gütige Wohl-Täter, und nur die anderen, unsere Mitchristen, waren gierige Übel-Täter. «Wir» haben von nichts Bösem gewusst, und nie hat jemand von «uns» bewusst Böses anderen angetan.

Aus dieser Blindheit heraus konnten «wir» uns bis heute selbst betrügen und damit einer breiten und ernsthaften Auseinandersetzung mit dem Kolonialismus, dem, was er war und noch immer ist, seiner Erscheinung und seinem Weiterleben, entgehen. Wir Christen - gottlob gab es Ausnahmen! - haben uns nicht als Teil des Kolonialismus begriffen. Wir Christen waren daher auch nicht fähig zu trauern. Nur daraus wären ein Hinterfragen und ein Nachdenken hervorgegangen. So hat die Institution Kirche ihre «Mission» fast unverändert weitergeführt. Gut, sie hat auf Druck des Nationalismus (so wird fast mit Empörung beteuert) einheimische Bischöfe ernannt. Aber noch heute wird von «Missionen» wie von Kolonien geredet. Selbst ein Land mit 400 jähriger christlicher Tradition wird so wie alle andern Kirchen ausserhalb Europas und Amerikas «junge Kirche» genannt. (Ich spreche von den Philippinen.)

Das Zweite Vatikanische Konzil brachte kurz ein Nachdenken, aber die Fragen wurden sehr rasch zugeschüttet. Zuerst müsse das Kirchenrecht entsprechend revidiert werden, hiess es in Rom selbst bei der Propaganda fide. Um jedoch ein Recht zu erneuern, sollte ihm wohl eine Theologie vorausgehen, das heisst eine Reflexion und eine Orientierung, wie auch die Frage nach der Vergangenheit.

Der Kolonialismus wurde abgelöst, die Entwicklung kam. Auch der Papst stieg in den Fortschrittsglauben ein, ohne zu fragen, was es denn fortzuschreiten gebe. Auch die Kirche stieg in den Aufholprozess ein, ohne dass eine radikal-theologische Bestandesaufnahme des aufzuholenden Status quo gemacht wurde. Es war geradezu wunderbar, wie das Wort «Fortschritt» zur Anpassung an die alte Ordnung half: Aus «Missionen» wurden nun «junge Kirchen», die eben doch als junge sehr viel aufzuholen hatten. Sie begannen, Rom und den kirchlichen Hilfswerken hintennachzurennen, ohne dass sich der Abstand jemals (auch 400 Jahre reichen nicht!) verkleinerte. Wir hielten sie mit Entwicklungsgeld leicht bei der Stange.

Nichts gegen Papst Paul VI. und seine Enzyklika «Populorum progressio»! Er war ein Kind seiner Zeit und müsste es sein. Ein Klima des Zweifelns und Fragens bestand ja nicht. Die kolonial orchestrierten Bischöfe aus allen Teilen Asiens und Afrikas liefen lieber einem sichern Punkt hinterher als selbstfragend ins Ungewisse. Und seit ihrer «Unabhängigkeit» müssten sie genauso wie die weltlichen Nachfolger des Kolonialismus Institutionen übernehmen und weiterführen, die sehr viel Geld verschlangen. «Kukkuckseier » hatten die Kolonialisten ihnen in Staat, Kirche und Wirtschaft gelegt. Die alten und veralteten Kolonialherren konnten seelenruhig in die Metropole zurückkehren; die neue Schnur der fast verborgenen Abhängigkeit hiess Entwicklung: Aufholen, Standards halten etc.

Man kann heute nach fast 30 Jahren Unabhängigkeit und 20 Jahre nach «Populorum progressio» leicht sagen, Entwicklung habe nicht geholfen. Warum aber nicht? Die Antwort wird darin liegen, dass sie in versteckter Form das Gleiche wie der Kolonialismus war und dass es nicht um Fortschritt gehen darf, sondern um Selbstwerdung vom individuellen Bereich bis zur echten Ortskirche.

Alle Verantwortlichen in Staat und Kirche haben weltweit Angst vor Sezessionen. Jeder Versuch zum Anderssein wird gleich als ein «Los-von-Rom» bezeichnet. Rom selbst kommt mit Basisgemeinden und unabhängigen afrikanischen Kirchen nicht zurecht, weil es bis heute noch gar keine Analyse des Kolonialismus gemacht hat. Ein Abbild davon: Bei uns im Westen gibt es keine Missionstheologie mit neuen Vorzeichen und in radikal befreiender Form, die wegginge von westlicher Geographie. Warum sollen wir als Missionare in alle Welt ziehen dürfen/müssen und diejenigen, die zu uns kommen, verächtlich als Gastarbeiter oder Asylanten einstufen? Wer mutig auf diese Eingleisigkeit und Einseitigkeit aufmerksam macht, sind die Dritte-Welt-Theologen (EATWOT) mit ihrer sensiblen Antenne von Kontext und Inkulturation. Sie selbst haben den Fortschritt ihrer Völker zu überdenken begonnen und warnen vor den Silberlingen.

 

Weil die Analysen fehlen, kann kein neues Bewusstsein entstehen

Es ist fast unglaublich, wie die katholische Kirche mit ihrer Tradition der Gewissenserforschung zu keiner solchen im institutionellen Bereich kommt.

Zum Verständnis: Die westlichen Katholiken sind genauso wie ihre Mitbürger Kinder ihrer Zeit und leben in einem bestimmten Kontext. Hier herrscht ein Klima der Vereinzelung und Vereinsamung, des Individualismus und der Bezugslosigkeit. In der eigenen Umgebung wird nach dem Motto «Rühr mich nicht an» gehandelt: nicht eingreifen, nicht fragen, nicht politisch werden, sich draussen halten . . . Ob dann aber diese Lebensweise nicht auf gefährliche Art kompensiert wird, wenn es um Mission und Entwicklung geht? Da rennt man geistig und materiell in alle Welt, um es weit weg von zuhause - im «Pfefferland» - besser und anders zu machen; man rennt in kulturelle Räume und Zeiten hinein, die nicht die nächsten sind; etwas wird als Nächstenliebe propagiert, das in der eigenen Umgebung nicht einmal als Nachbarschaftshilfe gewagt wird . . .

  • Merkt die Theologie nicht, dass da sehr grosse Defizite aufzuarbeiten sind und dass das Handeln in kulturellen Fernen wie die Arbeit auf Wolken erscheint: zum Kolonialismus wird und nur verschleiert Nächstenliebe ist?
     
  • Merkt die Missionstheologie nicht, dass der christliche Internationalismus eine Flucht ist, solange er nicht in den Wurzeln (radix) zuhause fusst, und dass er einer radikalen Erneuerung im Sinne des Satzes «global denken - lokal handeln» bedarf? «Alle Welt» war in der Bibel nicht grenzen- und kulturlos gemeint und hatte nichts mit einem geographischen Begriff zu tun.
     
  • Merken die westlichen Christen nicht, dass Entkolonialisieren mehr ist als der Aufzug einer neuen Flagge und das Abspielen einer Hymne, dass Entkolonialisieren zuerst im Kopf stattfinden muss: mit einem erneuerten Denken, das ehrfurchtsvoller, angepasster und rücksichtsvoller ist und in Bezügen mit-, neben- und untereinander und nicht einfach nur mit einem Bezug von der Kapitale aus denkt?

Entkolonialisieren hat auch etwas mit dem Ende des Monotheismus und der Monokultur zu tun. In allen Köpfen muss ein für allemal der Glaube ausgeräumt werden, dass nur Rom oder auch nur Jahwe (der historische von Israel) letztlich das Zentrum oder der Kopf der Welt sein kann. Wer so denkt, denkt kolonial, weil der «Rest» nichts als Hinterland, Missionsland und daher Kolonie ist.

Es sind nicht nur die bösen multinationalen Firmen, die die Welt regieren. Die Grund-Essenz dieser Form der Wirtschaft und Politik entstammt auch dem Christentum. Alles Gute konnte jahrhundertelang nur aus dem Westen kommen! Alles sollte dem Westen gleich gemacht werden, was am Ende wahre Mission und Zivilisation, Kultur und Religion sein wollte. Eine versteckte Verballhornung des Darwinismus bis ins Missionsverständnis hinein wurde siegreich.

Zuerst existiert etwas im Geist und wird daraufhin in der Welt verwirklicht. So war und ist es mit dem Kolonialismus. Wer das Draussen verändert, jedoch nicht den eigenen Kopf, der kommt bloss mit Variationen, aber mit nichts Erneuertem daher. Weiter: Der Kolonialismus war nicht nur eine Form der Politik oder der Wirtschaft, er durchdrang alles bis ins kleinste Detail hinein. Wir geben heute zu, dass der Kolonialismus die Kultur bestimmt hat. Kultur heisst jedoch immer auch Religion. Aber der Kolonialismus geht weiter bis in den Alltag hinein; und so müssen wir in einer offenen Analyse konkret sehen, dass davon die Kinder, die Frauen, die Alten, die Kranken, die Minderheiten, die Bauern, die Arbeiter, die Konsumenten etc. betroffen sind.

Entkolonialisieren heisst, eine Neuverteilung der Macht in allen Bereichen vornehmen. Davon kann sich die Kirche nicht ausnehmen! Entkolonialisierung, so begriffen, heisst jedoch auf einen weiten Weg gehen. Alle müssen einbezogen werden: sowohl der Kolonisierte als auch der Kolonisator - und beide mit ihrer Mitwelt. Der Kolonialismus und seine Denkweise sind nach einer bestimmten Zeit nicht mehr eindeutig ortbar, und die Folgen sind nicht mehr nur auf einer Seite zu finden. Längst ist die ganze Welt kolonialisiert: durch alles hindurch ist das Gift gedrungen. So weit, dass keiner davon verschont blieb - weder der Kolonisator noch der (ehemals bewusst) Kolonisierte. Auch nicht nur der Mann allein; die Frau ist genauso wie eine Kolonie verwundet, vernarbt, frustriert, zweideutig geworden . . .

Was soll es um Fortschritt gehen, wenn das Fundament aller vermodert, wenn es ausgelaugt ist und erodiert? Dieses Fundament ist kolonial: von Rom bis zum Rohstoffhandel. Primär braucht es daher nicht den Fortschritt, sondern den Respekt - die Ehrfurcht vor den anderen, je im Kontext oder im Bezug: vor dem Kind, der Frau, der Schwarzen etc. und selbst vor den Tieren und Pflanzen, vor der Umwelt und der Natur. Ehrfurcht geht eng mit Gleichheit zusammen, Zuneigung mit Angleichung.

Aufgrund solcher Einsichten lege ich ungezwungen einige Punkte zum Betrachten vor. In solcher Verstrickung ist es nämlich egal, wo jemand zu zupfen beginnt. Das tun auch die Befreiungstheologen - und sie werden als Marxisten verdächtigt, weil sie nicht Fortschritt, sondern Freiheit denken und wünschen.

 

Die leidige Demokratie

Mit einer echten Entkolonialisierung wird auch Demokratie geboren. Damit ist die katholische Kirche leider noch nie fertig geworden. Die theologischen Ansätze liegen zwar vor, aber immer, wenn es ums Weiterdenken und Konkretisieren ginge, überfällt Angst die Verantwortlichen. Es ist so wie mit den ehemaligen Kolonien: Aus sich heraus, spontan, ohne Kampf und massiven Druck wäre es - auch in einer längeren «Wartezeit» von 100 und mehr Jahren - niemals zur politischen Unabhängigkeit gekommen. So wird es auch in der Kirche sein, weil sie aus Menschen besteht und weil ihre Organisations- und Strukturformen stets Abbilder eines historischen Gesellschaftstypus - zuerst des römischen und später des byzantinischen Reichs, dann der Feudalzeit mit Königen und Erzbischöfen sind. So wird sich das Äussere der Kirche nicht ohne Druck und Kampf verändern. Kein Erzbischof wird auf seinen «Staat» verzichten; kaum ein Bischof wird ohne Vasallengehabe - schaut Euch mal ihr Gewand oder ein Pontifikalamt an! - auskommen.

Das Zweite Vatikanische Konzil legte starkes Gewicht auf den Begriff Volk Gottes, aber was er in der Praxis des Alltags oder der Spiritualität des Zusammenlebens bedeuten könnte, muss ausprobiert werden. Doch wenn solche Experimente geschehen, wie People's Power auf den Philippinen, Minjung in Südkorea, Basisgruppen in Lateinamerika etc., dann werden Kirchenleitungen nervös, und sehr rasch lassen sich Hoftheologen finden, die von der «Verweltlichung des Christlichen» reden und schreiben.

Im Alltag kann man nicht von Volk Gottes reden und ihm mehr Verantwortung zumuten, ohne den Begriff Volk mit Demokratie zu verbinden. Das heisst jedoch nicht - und es sei klar gesagt -, dass die Kirche sich mit der heutigen Form der Demokratien abfinden muss. Vielleicht sind diese weltlichen Demokratien nicht offener und weiter, weil ihnen die Spiritualität, die aus Religion und Kirchen kommen könnte, fehlt. Wie kann der katholische Christ im Alltag oder in seinem Staat demokratisch sein, das heisst Bezug oder Rücksicht zu den Mitmenschen nehmen, sie anhören und mitreden lassen, wenn in der Kirche keine solche Übung (exercitium) besteht, wenn er Demokratie in der Kirche nie erlebt und am Sonntag nichts für den Alltag mitbekommt?

Gott wurde lange als König gesehen. Deshalb war es wie ein Dogma, dass Religion - Christentum eingeschlossen - nur Theokratie sein konnte, und diese wiederum wurde unkritisch mit Monotheismus verknüpft.

Eigentlich müsste das Demokratieverständnis dem Christentum leichter fallen, denn es geht von der Menschwerdung Gottes aus. Gott ist unter den Menschen und kann sogar im Nächsten getroffen werden. Das wäre doch die Voraussetzung, um jeden Menschen ernster zu nehmen!

So passen wirklich Päpste und Bischöfe, Pfarrer und Nonnen in der alten Denk-, Lebens- und Daseinsweise der Theokratie und des Monotheismus (als Alleinanspruch, ohne Rücksicht auf Vielfalt, nicht mehr in diese heutige Welt. Ihr Zeugnis ist keine «missio» mehr, sondern Kolonisierung, Unterwerfung oder Einbindung. Statt Exodus findet ein Kompromiss mit der Sklaverei statt.

Damit ich jedoch nicht ganz falsch verstanden werde: Ich glaube an vertikale genauso gut wie an horizontale Komponenten, an eine Verkreuzung beider, aber ich sage ein klares Nein zur Einseitigkeit, zum Entweder-Oder, zum Nur und all diesen monokulturellen Formen. Es wird immer ein Oben und ein Unten geben, die Frage ist nicht die Abschaffung dieser Realität, sondern das Zusammen- und Ineinanderwirken, der Abbau von Privilegien, Aufhebung aller Diskriminierungen, nicht bloss ein statistisches Verhältnis von Mehrheit und Minderheit, sondern ein Bejahen des Proporzes, der jedoch nicht zur totalen Zersplitterung führen darf.

Sehr elitär heisst es in Adels- und Kirchenkreisen, die Demokratisierung habe bloss eine Nivellierung gebracht. Noch weiter gehen solche Eliten, wenn sie das schlicht und einfach Säkularisierung oder Verweltlichung nennen. Es gab nie eine göttliche Elite auf Erden, auch nicht eine solche der Priester. Es gibt weder blaues noch christliches Blut. Wer Mit-Menschen und Mit-Welt ernst nimmt und Ehrfurcht vor ihnen hat, kann sie nicht einfach der Ohn-Macht überantworten. Demokratie hat genauso wie das eigentlich Christliche mit dem Teilen (sharing) zu tun: Teilen der Macht, Teilen der Güter, Teilen der Ideen. Teilen gibt es nur in der Konstellation des Mitteilens oder der communicatio. Und daraus wächst die communio, die Gemeinschaft aller.

Mit einem derartigen Verständnis und Glauben kann und darf es keine Priester und Schwestern, Missionare und Entwicklungshelfer geben, die nicht auf Entkolonialisierung, Demokratisierung, Menschenrechte und Ökologie eingehen wollen. Dies gehört zum Herz des Christlichen, der Botschaft. Paradoxerweise bedeutet hier ein Rückzug nur eine andere Form der Kolonisierung.

 

Was haben wir aus dem Kirchen-Volk gemacht?

Unsere Denkweisen haben verheerende Auswirkungen gehabt und haben sie noch immer. Nehmen wir als Beispiel den Kontinent Afrika:

  • Die Christen wurden angehalten, der Kirche treu zu bleiben. Sehr oft wurde diese Treue kolonial verstanden: als ein Festhalten an der Kolonialkirche der alten Macht, sicher jedoch an einem geographisch-machtpolitischen Punkt der Kirche in Europa oder Amerika, denn nur so konnte das Geld der Entwicklung fliesen. Treue wurde verwechselt mit dem Stehenbleiben beim Kolonialismus.
     
  • Den Christen wurden von ihren westlichen Missionaren und Missionarinnen die Demokratie miesgemacht. Es wurde im Kirchenbereich klammheimlich versucht, eine eigene Entwicklung gegen den Staat durchzuziehen (zum Beispiel Tansania). Über die Bischöfe kehrten die Christen unbemerkt zum alten Chief oder Häuptlingswesen zurück. Von oben und aussen wurde Entwicklung bestimmt: Sie hing von der Grosszügigkeit der Mutterkirche im Westen ab.
     
  • Dasselbe passierte mit dem nation building: Die Kirchen untergruben es dauernd und warfen ihm später sein Misslingen vor. Denken wir an Biafra: Warum sollte ein katholisches Volk nicht zusammen mit Muslimen und Andersgläubigen die Nation Nigeria werden? Dass ausgerechnet Katholizismus und Lutheraner zum Tribalismus in Tansania und Kenia beitrugen, zu Sezessionsbestrebungen an verschiedenen Orten, das kommt mir ungeheuerlich vor. Natürlich weiss ich, dass Afrika falsch gestartet ist, aber es hat auch am falschen Ort getreten, weil es Christen und Kolonialisten im Geiste so wollten. Wären es neue Versuche gewesen, kritische Auseinandersetzungen, dann würde ich selbst Fehlschläge wohlwollender deuten; aber es war reaktionäres Denken, das dem unvertriebenen Kolonialismus im Herzen und Geist entsprungen war.
     
  • Christen trugen dazu bei, panafrikanische Bestrebungen etwa eines Kwame Nkrumah, Julius Nyerere, Patrice Lumumba, Sekou Touré leichtfertig als Marxismus und Kommunismus zu verketzern, solche Initiativen nicht kritisch oder demokratisch zu begleiten und sie eben dadurch dem Misserfolg auszuliefern. Gar manches in Afrika sehe ich in diesem Netzwerk wuchernder Formen des Kolonialismus.

 

Das Weltdorf aus Rom

Der kanadische Kommunikationswissenschaftler McLuhan prägte den Begriff vom global village, dem Weltdorf. Er propagierte es nicht, er analysierte bloss Vorgänge und Zustände. Er sah im Entkolonialisierungsvorgang nach 1960 ein Verschwinden der alten Kolonien und die Ankunft eines Weltdorfes, wo alle und alles gleich sind. Im ersten Augenblick sah das wie ein Wunsch nach Einheit aus, aber es wurde zur billigen Vereinheitlichung und damit zu einer neuen Form des Kolonialismus. Es sah nach Entwicklung aus, war aber ein Kopieren und damit wiederum eine versteckte Form des Kolonialismus. Es gab sich als Freiheit aus, war jedoch bloss die liberale Form der Marktwirtschaft, die so ihre Güter überallhin, jedoch einseitig vom Westen aus, verschieben konnte. Es tönte nach Gleichheit, wurde jedoch rasch zur Gleichmacherei. Auch liess das revolutionäre Wort der Brüderlichkeit die Frauen beiseite, wurde immer mehr zum Weltchauvinismus der Männlichkeit.

Das Christentum hätte in diesem wichtigen Zeitabschnitt der Geschichte wirklich kritischer mit dabei sein sollen. Aber scheinheilig scherte es aus. In den institutionellen Kirchen herrschte genau derselbe Geist wie im Staat: Beide waren Abbilder voneinander. Beide hatten sich nicht entkolonialisiert:

  • Ob in Kirche oder Staat überall herrschte der Wachstumswahn. In Zahlen der neuen Bekehrungen wurde Christentum oder Mission gemessen. Mit Zahlen kriegten Kirchen gegen Islam oder andere Religionen
     
  • Ob in Kirche oder Staat - es war die Zeit der Monokulturen. Für Vielfalt und Föderalismus hatten beide wenig übrig. Beide litten an einer Angst, die zum Wahn des Zentralismus führte.
     
  • Ob in Kirche oder Staat, die in christlichen Schulen ausgebildeten Führer hatten keine Mittel zur Analyse der Macht mitbekommen, und so wurden sie von ihr überrannt. Es wurde das individuell Gute propagiert und dabei vergessen, dass Macht und Institutionen Eigengesetzlichkeiten unterworfen sind. So war es nicht möglich, Macht in den Griff zu bekommen, und noch weniger, Macht zu diversifizieren, das heisst von vielen mittragen zu lassen. Nur so hätte sich Eigenverantwortlichkeit, aber auch Selbstentwicklung angebahnt.
     
  • Und so entstanden - ob in Kirche oder Staat - grosse und kleine Diktaturen, harmlose und gefährliche, solche von Erzbischöfen und solche von Staatspräsidenten.

 

Was vor allem in der katholischen Kirche ausblieb

Noch bevor wir über die Krise der Entwicklung reden, müssen wir uns als Verantwortliche in der Kirche - und das sind wir! - über einige Zusammenhänge zwischen dieser christlichen Kirche und der politischen und wirtschaftlichen Wirklichkeit des Kolonialismus von heute klar werden. Ich mache das vereinfacht und in Thesenform:

  • Die Mitschuld (ich meine keineswegs Allein-Schuld) des Christentums am Kolonialismus muss messerscharf überprüft und dann auch aufgearbeitet werden. Niemand in der Kirche kann heute so tun, als ob das Christentum nichts mit Kolonialismus zu tun hätte.
     
  • Dieses Hinterfragen führt unweigerlich zu einem erweiterten Verständnis der Mission als dem Hinausgehen in alle Welt. Es könnte ja sein, dass die Missionare unbewusst auf zynische Weise froh waren, wenn ihre Landsleute ihnen als Kolonialisten vorausgingen, Kulturen zerstörten und Böses anrichteten und sie dann als grosse Naive und Aussenseiter, als Heiler und Verkünder einer anderen Welt-Ordnung kommen konnten. Aber welcher?
     
  • Der Respekt vor allen Religionen der Welt muss endlich auch andere theologische Dimensionen annehmen. Wenn es den Menschen schon um die 300'000 Jahre herum gibt, müssen Gott und Religionen für die ganze Zeit mit ihm gewesen sein. Soll denn Gott diese Menschen einfach ausgesetzt haben, und wollte er, dass sie für so lange Zeit Primitive, Heiden oder Barbaren waren? Und warum soll dieser Gott sich erst vor etwa 5000 Jahren endlich offenbart haben? Haben die Juden und Christen (und mit ihnen teilweise auch die Moslems) diesen Jahwe nicht ein bisschen zu eifersüchtig an sich gerissen und den Rest der Welt zu ihrem eigenen Nutzen abgewertet? Wer Offenbarung ernst nehmen will, weiss, dass Gott sich nur im Kontext und innerhalb einer Kultur auf bestimmte Weise offenbaren kann. So ist selbst die offenbarte Religion unvollkommen. Was gibt uns das Recht, die anderen Religionen entweder an den Rand zu stellen oder gar als rückständig zu betrachten? Da bleibt enorm viel Aufholarbeit zu tun! Warum kann Natur nicht genauso offenbaren wie das Wort? Sind die heiligen Schriften nicht mehr ein Machtmittel der schreibenden Priesterklasse als eine befreiende Botschaft für das Volk?
     
  • Die Ökumene muss in dieser Zeit und unter den herrschenden nachkolonialen Konstellationen viel grosszügiger an die Hand und in den Kopf genommen werden. Wir Christen haben uns längst in kleine, sogar nebensächliche Kleinigkeiten und historisch bedingte Streitereien eingelassen. Die Welt jedoch ist grösser geworden. Die Menschen guten Willens an allen Fronten sollten zusammenstehen.
     
  • Mir kommt es genauso eitel vor wie die zwei Grossmächte USA und UdSSR, die sich in einem verschwenderischen Kalten Krieg eigentlich für nichts aufreiben, wenn der Ökumenische Rat der Kirchen und die Katholische Kirche, Genf und Rom, sich wie zwei Blöcke eifersüchtig gegenüberstehen. Alle Christen haben eine gemeinsame Geschichte, aber heute stehen alle Menschen gemeinsam vor immensen Problemen in dieser Welt, die von Menschen an den Rand der Zerstörung gebracht wurde. Für einige Jahre gab es wenigstens im Bereich der Entwicklungsarbeit einen gemeinsamen Einsatz, wo sich die Engagierten wenig darum kümmerten, welcher Denomination die Mitstreiter angehörten. In letzter Zeit kommen verschiedene Bischöfe nun wieder mit der Forderung, dass es eine katholische, evangelische, gar lutherische oder methodistische Entwicklungsarbeit geben soll. Da diese Kirchensprecher kaum eine Analyse des Kolonialismus gemacht haben, scheint mir das nichts anderes als eine billige Rückkehr zur alten Form der Mission zu sein.

Ein theologisches Tabu muss endlich offen zur Sprache kommen:

  • Ist der Streit um die Wahrheit wichtiger als die Befreiung der Menschen? Es gibt wenig abstrakte Wahrheit: Sie ist immer in Worte gefasst und damit an Sprachen, Kulturen und historische Assoziationen gebunden. Sie lebt in einem Kontext und kann nur inkulturiert werden. Wahrheit für sich genommen, wird bald zum Monster der Intoleranz oder zum Moloch der Bürokratie.
     
  • Dieser Wahrheitswahn hat zusammen mit dem daraus sich ergebenden arroganten Euro- oder Ethnozentrismus den Dialog und die Partnerschaft verunmöglicht. Viel wurde von einer Partnerschaft in der Entwicklung zwar geredet, aber es besteht das Nord-Süd-Gefälle ungeschmälert fort.
     
  • Selbst die vielzitierte Solidarität muss überprüft werden: Ihre 25jährige Geschichte zeigt, dass sie sehr oft nichts anderes als ein Produkt unserer Projektionen oder die andere Seite der Sündenbocktheorie war. Sehr oft haben engagierte Menschen ihre Wahrheit, die hier im Westen nicht zu verwirklichen war, nach Vietnam oder Kuba, nach Moçambique oder Nicaragua hinausprojiziert. Und wenn es jeweils sehr rasch nicht mehr nach dem neuen Evangelium lief, liessen die «Entwicklungshelfer» die «Korrupten» fallen.
     
  • Auf mehr «rechter» Seite liefen andere Vorgänge parallel ab: Auch sie hatte ihren Partner, ihre Solidarität und ihre Projektionen: den bösen Osten. Sie sah den Osten nur als Verfolgungsort der darin lebenden Christen. Dass da etwas Neues vielleicht auch eine Verschmelzung - entstehen könnte, war nicht im Blickfeld. Statt kreativ ging man reaktionär vor. Auch das ist nicht echte Solidarität, sondern viel mehr Selbstbestätigung.
     
  • In beiden Teilen der Welt (Ost und West) und auf beiden Seiten (links und rechts) wurde polemisiert und polarisiert, aber nicht kreativ, mutig und entkrampft zu einem echten Dialog beigetragen. Es ging ja auch um mehr als Dialog, ein auf christlicher Seite längst verdächtiges Wort; es ging tatsächlich um Veränderung und ein Ja zu neuen Kontexten. Ob Orthodoxie oder Katholizismus - beide waren in den Oststaaten nicht nur verrostet, sondern längst reaktionär geworden, weil sie im Feudalzeitalter verharren wollten. Bei Gott, das war nicht einfach nur eine Verfolgung von Heiligen und Unentwegten. Sehr oft war es eben doch ein Sturm der Paläste!

Das beginnt nun von neuem mit umgestellter Achse, im Nord-Süd-Verhältnis: War es einfach nur - ja war es überhaupt

  • eine Christenverfolgung in Nordvietnam oder in China, in Burundi und in Zaire . . . ? Wir stehen genau wieder beim springenden Punkt: Wenn keine Kolonialanalyse stattfindet, kommt rasch der saloppe Ersatz mit Sündenböcken, statt schmerzlicher, leidend-kreativer Entflechtung von kolonialer Macht und christlichem Engagement nur die verschleiernde Heroisierung alter, bockbeiniger, verkrusteter, eingebildeter Geister. Ich nenne bewusst Namen, damit jeder weiss, wie delikat, aber auch tabuisiert, das Ganze ist: Mindszenty, Stepinac, Lefebvre (einst in Dakar), aber auch katholische Herrscher wie Diem (Vietnam) oder Franco, die uns im Seminar oder Theologiestudium nur als Helden vorgestellt wurden und für deren Mut zum Widerstand wir täglich gebetet haben. Wer keine Auseinandersetzung mit dem Kolonialismus wagt, biegt leicht in den Faschismus ein.
     
  • Es ist erstaunlich, wie spät die christliche Theologie die Menschenrechte entdeckt hat und wie theologisch unbeholfen sie bis heute damit umgeht. Aber noch ungelenker ist die Praxis: Warum sind die meisten Christen so blind und sehen die Menschenrechtsverletzungen nur beim Feind und Fremden, nicht aber bei sich selbst? Wo ist die Erziehung zur Selbstkritik geblieben? Wo die christliche Presse - sofern es so etwas gibt? Ein Verständnis (jedoch niemals eine Rechtfertigung) der weltweiten Menschenrechtsverletzungen könnte im Kontext einer sachlichen Kolonialanalyse besser erarbeitet werden, weil es so zu einem Bezug zur Wurzel des Übels käme.

Alle Mächtigen (auch die USA) haben die Tendenz, so zu handeln, als ob es die Menschen nicht gäbe. Macht muss daher kritisch begleitet werden - auch die des Vatikans. Dass Macht Kritik nicht gerne hat, begreift sich von selbst, aber es ist die Ironie dieses Schicksals, dass die von der Macht Betroffenen meist auch noch gegen diejenigen losgehen, die Mit-Leidende und Mit-Kritiker (wie die Presse) sind.

  • Nochmals: Ich verlange die endliche Ausbuchstabierung und Konkretisierung der Volk-Gottes-Theologie und nicht eine Differenzierung von jungen und alten Kirchen, reifen und unreifen Christen. Das Christentum kommt an der Demokratie so wenig vorbei wie an den Menschenrechten, da Menschwerdung im Kern und im Konkreten sehr viel damit zu tun hat.
     
  • Stolz bin ich als Mann, dass es die feministische Theologie gibt. Und warum ist sie so dynamisch, frisch und ehrlich? Weil sie von einer Analyse des Kolonialismus ausgeht! Was sich zwischen Mann und Frau abspielte und immer noch vor sich geht, das geschah und geschieht in der Beziehung zwischen dem Abendland und den Kolonien.
     
  • Der Westen muss dem Eurozentrismus abschwören und das Zeugnis von einer neuen Haltung, sich in das Ganze der Welt als Teil einzugliedern, geben. Gott kann doch nicht auf diese fast lächerliche, sicher aber kleinliche Weise den Westen ausgezeichnet und gesegnet haben! Wir müssen unseren neuen Bezugspunkt suchen und neue Beziehungen finden.
     
  • Um all diesen Forderungen im Netz der Entkolonialisierung nachkommen zu können, muss auch das Christentum eine neue Informations- oder Kommunikationsordnung fordern. Ob «Osservatore Romano» oder «Reuters», beide sind noch immer und schon fast gleich kolonial!
     
  • Und wenn all das anläuft, wird sich von Grund auf auch eine neue Weltwirtschaftsordnung langsam einleben.

 

Die Theologie des heutigen Christen kommt aus der Dritten Welt

Genau diese Forderungen finden wir in den Theologien aus Lateinamerika, Asien, Afrika oder Ozeanien, von den Chicanos in den USA bis zu den Kanaken auf Neukaledonien. Ihnen geht es nicht mehr um den Fortschritt, viele lehnen gar den Begriff der Entwicklung radikal ab. Sie wollen für sich und ihre Völker mehr Rechte und Gerechtigkeit. Sie verlangen einen An-Teil an der Macht, ein Teilen der Güter und Mitteilen der Ideen und Kenntnisse. Sie lehnen sich auf gegen diesen Transfer von Technologie und Know how, samt Mission; das Consulting und Expertenwesen in neuer missionarischer Form ist ihnen suspekt.

Entwicklung ist für sie weder ein starker Staat noch eine mächtige Kirche, weder Ruhe und Ordnung noch neue Eliten (Opus Dei), sondern der Mut, es endlich selbst an die Hand zu nehmen und dabei auch das Recht zum Misslingen oder zu Fehlern zu haben.

Für die Armen der Welt - wie sie von einigen genannt werden - zählt nicht der Fortschritt, sondern das Ernstgenommenwerden, die Respektierung als Menschen, die Ehrfurcht und das Recht zum Anderssein. Für die Entrechteten aller Art, die Ohnmächtigen in aller Welt oder die Verstummten und Verstümmelten gibt es die Sehnsucht nach Emanzipation, Befreiung, Teilhabe, Demokratisierung und eine alltägliche Spiritualität des Kampfes (Theology of Struggle) und eine mühselige Fortführung der sie betreffenden Theologie der People's Power. All das schliesst einen Abbau von Monokulturen, Monomanien, Monokausalitäten und Monotheismus mit ein.

Eine neue christliche und weltliche Lebenskunst der Vielfalt und selbst des Widerspruchs - ohne Verketzerung oder An-den-Rand-Spielen - muss eingeübt, ein Leben mit Widersprüchen und Gegensätzen als etwas Normales begriffen werden. Eine neue Ökumene, ein Mit- und Ineinander von verschiedenen Menschen, Religionen und Rassen, aber auch zusammen mit Tieren und Pflanzen, in der Luft und im Wasser, auf der Erde, unter und über ihr (auch mit den Ahnen) muss gesucht und immer neu versucht werden.

Wer da bereits den zaghaften Beginn selbstgerecht und nur mit dem alten Mass unter die Lupe nimmt, sofort Angst kriegt und mit Verurteilungen diese Spiritualität des Wagens und Versuchens stoppen will, der ist - ganz konkret gesagt - ein Neo-Kolonialist.

20 Jahre nach «Populorum progressio» würde auch der ehrliche Papst Paul anders reden. Vor allem würde er bereits mehr mit als nur immer zu den Armen reden. Er hat noch stark moralisiert und ermahnt und eben ans Aufholen gedacht. Aber die Armen überholen ihn bereits, weil sie nein zum Fortschritt sagen und einen anderen Weg gehen, der zu unserem (noch) quer läuft. Wir sind an einer oder kommen zu einer wichtigen Kreuzung - und deshalb schon ist die Theologie aus der Dritten Welt ein «glückliches Kreuz»: Sie ist der verlorengegangene Querbalken zu unserem westlichen, römischen Kreuz, das zum Ausrufzeichen verkommen ist - ein grober kolonialer Klotz, von dem punktuell immer wieder etwas auf die Dritte Welt abfällt!!! Vom paränetischen Ausrufzeichen und der «Mission» zum Kreuz des interkulturellen Lebens und Austausches, zur Ehrfurcht und An teilhabe: So schreiten wir Christen erneuert weiter.


&&&


Al Imfeld©   Neue Wege   1988 Heft 3