Dennis Brutus 1980

Dennis Brutus
Südafrikanischer Dichter im Exil

Ich bin der Verbannte,
ich bin der Wanderer,
der Troubadour
(was immer sie sagen).
Sanft bin ich und still
und mit planlosem Schritt
in Projekte vertieft
bis zur Demut höflich.
Doch meines Herzens Kammern sind voll Klagen
und in meinem Kopf,
dessen ruhige Augen täuschen,
hör ich Sirenen und Schreie (S. 130, p. 137). 1

Der Verbannte heißt Dennis Brutus, ist farbiger Südafrikaner und lebt seit 1966 im Exil in den USA. Der Wanderer und Troubadour Brutus zieht seither über Kontinente dahin, um Wider politische Bestialität Zärtlichkeit zu beschwören: nach Algier, Paris, Melbourne, Austin, Dallas, Denver oder Berlin im Sommer 1979.

 


Das Motiv der Zärtlichkeit

Für Dennis Brutus ist die Grausamkeit der Weißen in Südafrika nur durch ihren Verlust an Zärtlichkeit zu erklären. Jede neue schreckliche Tat der Apartheid läßt letzte Reste der Zärtlichkeit welken. Brutus sieht seine poetische Politik darin, die Zärtlichkeit der Dinge zu besingen, um damit Zärtlichkeit mindestens dem Wort und der Vorstellung nach am Leben zu erhalten.

Und doch werden wir weiterleben;
nicht welken wird die Zärtlichkeit,
wenn man sie auch verriet.
Gierige Scheinwerfer krallen sich
in unsere nackten, wehrlosen Schatten;
der monolithische Dekalog faschistischer Verbote
starrt auf unsere Häupter
und bebt vor dem Sturz in den Abgrund.
an morsche Türen dröhnen Stiefeltritte.
Aber wir werden weiterleben,
trotz Trennung, Not und Entbehrung (S. 99, p. 4).

Das Gedicht endet mit der hoffnungsvollen Zeile: «Aber die Zärtlichkeit wird weiterleben.» Das Motiv der Zärtlichkeit kehrt bei Brutus dauernd wieder. Mit Zärtlichkeit verklärt er Dinge, bringt sie zum Berühren und Fühlen, läßt uns dadurch ins Innere schauen und einbißchen mehr vertrauen. Ueber die körperliche Zärtlichkeit führt er Menschen zurück zu den Gefühlen, ihren Tränen und damit auch zum Glauben. Diese Trias ist nach Brutus eine strukturelle Grundlage der Menschlichkeit.

Solche Worte wirken leicht sentimental. Sie können nur im Zusammenhang marternder Dialektik richtig gewichtet werden. Denn nicht in den Ferien an der Riviera dichtet Brutus zärtlich und sanft, sondern in einem der heute wohl gefürchtetsten und grausamsten Gefängnislager der Welt, auf Robben Island, einer von der Sonne gequälten Steinwüste im Meer, einige Meilen von Kapstadt entfernt, wo Brutus achtzehn Monate lang 1964 bis 1965 zermürbt wurde. Oder er dichtet auf der Flucht vor südafrikanischen Schergen, angeschossen, aufgegriffen, von der portugiesischen Geheimpolizei in Moçambique wieder an seine südafrikanischen Häscher ausgeliefert Aber selbst heute, so macht das einleitende Gedicht uns klar, sind die Kammern seines Herzens voller Sorge. Noch immer verfolgen ihn die Sirenen der Polizeiautos und der Barackenlager; immer noch fühlt er überall die Schaftstiefel von Polizisten, Soldaten, Verfolgern und Sadisten. Auch kann er die geballten Fäuste der Unterdrückten nicht vergessen: ihre Wut, ihre Ohnmacht . . .

Dennoch wandert er heute durch die Welt wie ein mittelalterlicher Troubadour, von dem Brutus selbst sagt, daß dieser für ihn ein Sänger und Kämpfer, eine Mischung von Kampf und Lust (fight and delight) in einem war.

 


Das schreckliche Wissen

Er zieht durch Länder und Erdteile. Scheinbar zärtlich, verklärend, lächelnd, gar unbeschwert, doch nach all seiner bisherigen Erfahrung trägt er ein «schreckliches Wissen» mit sich.

Schreckliches Wissen
unserer Fähigkeit zu zerstören,
unserer Möglichkeit der Zerstörung,
unserer zerstörenden Habgier,
schreckliches Wissen,
Karens Wissen,
unser Wissen,
schreckliches Wissen. 2

Das Motiv des «schrecklichen» und «quälenden» Wissens kehrt refrain mäßig wieder. Schmerzliche Erfahrung prägte Brutus dieses schreckliche Wissen ein: das Wissen um die Grausamkeit, das Wissen aus den Gefängnissen, das Wissen auf der Flucht, das Wissen vom Exil, das Wissen um Krieg, das Wissen um die Zerstörungswut des Menschen, das schreckliche Wissen um Kernkraft und Atombombe . . .

schreckliches Wissen
von nuklearem Massenmord. 3

Welcher Kontrast also zwischen: «Aber die Zärtlichkeit wird weiterleben» und dem: «schreckliches Wissen von nuklearem Massenmord». Welche Widersprüche zwischen um bloß die Titel des ersten und des letzten Werks zu nehmen «Sirens, Knuckles, Boots» (Sirenen, Knöchel, Stiefel) 4 und «Stubborn Hope» (Eigenwillige Hoffnung). Und welche Spannung heute zwischen seinem amerikanischen Exil und den Millionen von Brüdern und Schwestern im südlichen Afrika, die als Fremdlinge in und auf ihrem Land der Väter wohnen.
Brutus lebt diese Gegensätze. Er dramatisiert sie nicht. Er trägt und erduldet sie. Er hält durch. Zum Durchhalten ermutigt er in den«Briefen an Martha» seine Schwägerin, die ihren Mann auch auf Robben Island hat. Er hält durch,

gehärtet von dem Wissen über andere
die viel mehr aushalten
und durchhalten (S. 111, p. 54).

Denn nach Brutus gehört auch das zu einem echten Troubadour, dass er all die Qual und den Schmerz im Herzen trägt und dennoch singt . . .

 


Das südafrikanische Element

Dennis Brutus ist so liebend, so charmant, eben zärtlich. Viele stört das;sie wittern gar Verrat. Sie klagen ihn an. Der Literaturkritiker Bahadur Tejani nimmt die «Briefe an Martha» auseinander. Er kann Brutus nicht verstehen. Er erwartet von einem politischen Gefangenen Zorn, Bitterkeit, Sarkasmus, Granatsplitter und Revolverschüsse. Auch in Berlin bei «Horizonte '79», einem Afrika gewidmeten Festival, wurde er kritisch gefragt, ob er bei seinem heutigen Dichten nicht Südafrika langsam vergesse. Er erwiderte schlicht: «Es scheint mir, daß das südafrikanische Element noch immer stark in meinem Werk gegenwärtig ist.» Beweis dafür sind seine Berliner Aufzeichnungen.

Brutus hat viele überrascht, als er über die Berliner Internationalen Literaturtage, die ein Teil von «Horizonte '79» waren, für die Zeitschrift «West Africa» einen Bericht schrieb, dem er zwei Seiten «Berliner Notizen» für Brutus sind das Kurzgedichte folgen ließ. Bei allem treten ihm südafrikanische Bezüge vor Augen. Charlottenburg und die vielen Statuen erinnern besonders hart an Südafrika:

Ich betrachte die Sklaven in Ketten
und denke an die Gefangenen
auf Robben Island. 5

Die Schreie der Armen, die Sirenen, die roboterisierten Häscher, die hinter anderen herjagen, die ganze Menschenschinderei sind in seinem Kopf, «dessen ruhige Augen täuschen». Die Kolonialgeschichte ersteht für Dennis Brutus bei seinem Berliner Besuch neu. Er sieht den Glanz des alten Berlin und:

Ich denke an die Armen,
an die Bauern,
die Handwerker,
die alle diese Pracht
für Parasiten erschufteten. 6

 


Die nukleare Zerstörung

Weil Brutus in der gelebten Spannung von Widersprüchen neue Einsicht gewinnt, wird das Wissen für ihn schrecklich. Für ihn bestehen schreckliche Zusammenhänge zwischen dem Berlin von einst und der Kolonialzeit, zwischen den Nazis in Deutschland und dem heutigen Südafrika, zwischen einem habgierigen Europa und einem ausgebeuteten Afrika. Was heute jedoch die bestehenden Gegensätze überlagert, ist das «schreckliche Wissen» um die Atomkraft. Dadurch bekommt selbst Südafrika einen neuen Kontext. Es ist ein Teil des Weltdorfes, das immer mehr zu Three Mile Island wird, wo durch perfide Lecks atomare Katastrophen entstehen können. Bei der Berliner Einführung zu seinem Gedicht «The Terrible Knowledge» sagte Brutus:

Wir leben in einem Weltdorf angeblich
aber leben wir nicht auf Three Mile Island
mit einem nuklearen Alptraum?

Als er in Berlin gefragt wird, warum er ein Gedicht über Atomkraftwerke und nicht eines über Südafrika gelesen habe, beginnt er ruhig und wird dann emotional und hart: «Ich glaube nicht, daß das Gedicht für Südafrika irrelevant ist.» Kernkraftwerke würden auch in Südafrika gebaut. Dabei helfe der Westen mit und werde «mitverantwortlich, eine nukleare Bewaffnung zu ermöglichen . . .»

Die Möglichkeit nuklearer Zerstörung ist ein neues Motiv in den Gedichten von Brutus. Es verfolgt ihn überall hin. Auch in seinen «Berliner Notizen» ist es da.

Der Habgier Höchstes
ist die Gier nach Profit
aus nuklearer Zerstörung.

So verläßt er Deutschland im Sommer 1979 mit einer «Botschaft an Nazis» und in Klammer setzt er «(in Südafrika und Deutschland)»:

Hört auf mit der Zerstörung von Häusern,
hört auf mit der Zerstörung von Familien,
hört auf mit der Zerstörung von Kindem! 7

 


Hoffnung auf die «Umkehr aller Werte»

Auf dem Weg nach Cimarron
setzte sich schreckliches Wissen
wie ein unnatürliches Monstrum
im hinteren Teil ihres Gehirns fest. 8

Andere würden irre dabei, verrückt, das schreckliche Wissen würde sie zerstören. Dennis Brutus trägt Hoffnung in sich. Als er in Berlin gefragt wurde, ob wir gegen solche Uebermacht überhaupt etwas ausrichten könnten und ob ein Schriftsteller überhaupt Macht besitze, antwortete er mit einem Gedicht, das er in Evanston (USA) zum Menschenrechtstag 1978 verfaßt und den politischen Gefangenen gewidmet hatte:

Sie sind die politischen Gefangenen,
die in ihren zerbrochenen Gestalten
die schwache Flamme der Menschlichkeit nähren,
wenn knurrende Monster sie ausblasen wollen:
sie brennt in diesen Männern und Frauen
strahlend und unauslöschlich
wie die roten Meilen des Sonnenuntergangs.

Brutus ist überzeugt, wenn wir mehr zusammenstehen würden, wäre das Apartheidregime weggeblasen: «Die Apartheid würde rasch zusammenklappen, wenn die Unterstützung von außen wegfallen würde.»

Wir sehen hier wieder den Troubadour und den kämpfenden Ritter in einem. Einem eindrucksvollen Gedicht folgen ein paar karge Worte, die sehr politisch sein können. Er dichtet und hofft, damit andere mitreißen zu können. Er schreibt in der Hoffnung, «daß es irgendeine Welt doch irgendwann erfahre». Er leidet, aber selbst sein Leid soll andere daran erinnern, daß es einst die «Umkehr aller Werte» geben wird. Und er meint damit die Umkehr von dem, was die südafrikanische Regierung als göttlich, als Recht, als Gerechtigkeit oder als Freiheit hinstellt, was aber für die schwarze Bevölkerung bloß Lüge und Betrug ist.

Gegen das Recht der Ungerechtigkeit . . .
gegen einen Gott, der zum Teufel geworden ist . . .
sei, Uebel, du mein Gut (S. 121, p. 83).

 


Auswege und Wegmarken

Brutus will nicht, daß seine Schreie ungehört bleiben. Warum sollte er sonst singen und Zeichen von sich geben und nicht gleich ganz verstummen? Deshalb hat er immer wieder Auswege gefunden. Seit 1950hat er in Südafrika gegen die Diskriminierung im Sport gekämpft. Während vierzehn Jahren war er Gymnasiallehrer für Englisch. 1962 erhielt er Berufsverbot, bald darauf Schreibverbot, und 1963 kam noch Hausarrest dazu. Niemand sollte ihn mehr hören können. Brutus entfloh, obwohl gewiß, daß man ihn einfangen würde. Er wurde auf der Flucht von Portugiesen erwischt und von Südafrikanern irgendwo eingesperrt. Niemand sollte wissen, wo er war und daß es ihn noch gab. Extra entfloh er, damit die Oeffentlichkeit Kenntnis bekam, daß es ihn noch gab und er kämpfte. Er kam für achtzehn Monate auf Robben Island. Dort war es ihm verwehrt, außer Briefen irgend etwas zu schreiben. Und so schrieb er seine «Briefe an Martha» in Gedichtform , Dokumente aus der Zementwüste mit der Sonnenglut, wo einem das Gehirn austrocknen kann und viele den Verstand verlieren Von dort lässt er andere wissen:

Schon das Wissen,
auch das Wissen über Schändlichkeiten,
läßt das Dulden leichter werden,
scheint begehrenswert (S. 113, p. 59).

Er hat Hoffnung; und immer wieder Hoffnung. Selbst auf der grausten Mondlandschaft sucht er nach Hoffnungsspuren. In der totalen Entblößung des Herbsts liegt für ihn die Versicherung von neuer Hoffnung, denn «sie ist gewisser als der Knospenrausch im Frühling». So kann er von Robben Island schreiben:

Und das ist es, was uns hinweist
auf ein mehr als animalisches simples Schicksal,
auf die Möglichkeit
zum Diabolischen
oder zum Göttlichen (S. 114, p. 64).

Brutus sieht überall Wegmarken, zusammengeballte Kraft und Mühe, brütendes, triebhaftes, ständiges Drängen, die sich verbinden und «gärend Befreiung erheischen».

Der Dichter will nach Südafrika zurück in ein befreites, nicht in eine Gefängniszelle. Momentan jedoch bedeutet dort selbst das Erwähnen seines Namens ein Verbrechen. In Berlin sagte er: «1966 erhielt ich ein Ausreisevisum mit dem Versprechen, falls ich wiederkomme, ins Gefängnis zu gehen. Ein Zurück bedeutet Rückkehr ins Gefängnis. Ich werde jedoch zurückkehren, aber nicht ins Kittchen . . . Vorderhand ist nur schon das Erwähnen meines Namens ein Verbrechen.»

 


Sport und «Olympisches Geglänz»

Dennis Brutus ist bereits einmal in seine Heimat zurückgekehrt, denn er wurde außerhalb seiner Heimat am 28. November 1924 in Salisbury, der Hauptstadt Rhodesien-Simbabwes, geboren. Erst später ging er durch südafrikanische Schulen, studierte er Anglistik und Pädagogik. Daneben war er ein leidenschaftlicher Sportler und Athlet. Er wurde neben seiner Mittelschultätigkeit Präsident des SANROC (South African Non-Racial Committee) und erreichte dabei dank seines weltweiten Einsatzes den Ausschluß Südafrikas von den Olympischen Spielen in Tokio. Nichts konnte die Südafrikaner wie er in einem Gedicht schreibt mehr berühren als dieser Ausschluß, und deshalb wurde er zuerst geistig und später körperlich geknebelt.

Sie, die wahre Könner im Berauben sind,
die sich gewaltige Gesetze machen,
in ihren Nächten neuen Raubzug planen,
sie habe ich beraubt.
Ich raubte das, was sie am meisten lieben,
dieses Prestige, das sie mit Schweiß erwarben,
nach dem sie sich, unstillbar durstig, sehnen
die Sportlermeisterschaft und Sportlerehre
dort habe ich Sie angegriffen
und verletzt,
unheilbar (S. 122, p. 89).

 

Und in einem anderen Gedicht heißt es:

Olympisches Geglänz und Wembley-Gebrüll,
all diese Dinge sind nun tot für sie,
sind unzugänglich,
bleiben unerreichbar (S. 123, p. 90).

In jedem Kampf braucht der Kämpfer von Zeit zu Zeit ein Erfolgserlebnis, sonst erlahmt er. Dennis Brutus hatte es im sportlichen Bereich. Aber auch auf der poetischen Ebene war ihm Erfolg beschieden. Sein erster Gedichtband wurde durch Vermittlung von Ulli Bdier in Nigeria, bei Mbar Publications, veröffentlicht, zum Skandalum der Südafrikaner genau zu dem Zeitpunkt, wo sie ihn ganz zum Schweigen bringen wollten, 1963. Seither hat er sieben weitere Gedichtbändchen veröffentlicht und einige Auszeichnungen erhalten. Heute hält er die Stellung eines Professors für Englisch an der Northwestern Universität in Evanston (USA), inne.

 


Kampf und Lust

Daß Dennis Brutus nicht nur dichtend Wolken nachzieht, Wissen wir. Seine Liebe für das Physische im Sport, das Materielle und das Körperliche macht ihn erst zum Menschen. Er redet nicht nur von Zärtlichkeit, er besitzt auch Zärtlichkeit. Acht glückliche Kinder zeugen von seiner Lebensfreude. Der Troubadour, der sich langsam ein Zuhause schafft? Nein! «Ich bin ein Treibholz, voller Unrast», sagt er. Er hat Fragen, ist auf der Suche, voll von Begierden und Lüsten, in Strudeln unbestimmter Fluten. Doch so wie der Seevogel braucht auch er ab und zu eine Klippe zum Nisten, einen Platz zum Brüten.

Ohne daß es Brutus wollte, ist er zum Helden geworden. Er meint einmal selbst: «Man muß nicht erst ein Held sein, um einen Standpunkt einzunehmen, man ist gezwungen, Position zu beziehen; die Situation ist so übel, daß man kollidieren muß.»

«Ich kann nicht anders.» Er spricht das Leid der anderen das auch er erfährt - aus:

Nur ich Sprech aus der anderen Leid,
jener, die in Beton erstarrten
oder in Ghetto-Hütten faulen:
Ja, ich nur spreche aus ihr Leid,
ihr wortloses, schlichtes Verlangen (S. 140, p. 176).

So wandert der Verbannte weiter als Troubadour, mit Lust sowohl am Kampf als auch am Vergnügen. Er wandert weiter mit dem schrecklichen Wissen und der Frage, die oftmals wie ein Refrain in Gedichten wiederkehrt: «Was dann? Was dann?» Mehr und mehr sorgt er sich nicht nur um Südafrika, sondern fürchtet er die globale Katastrophe. Südafrika ist für ihn nur eine Spitze des unmenschlichen Eisbergs.

 

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  1. Einige Gedichte sind ins Deutsche übersetzt worden und beim Verlag«Volk und Welt», Berlin (DDR), zusammen mit Gedichten von Arthur Nurtje, Oswald M. Mtshaii und Mazisi Kunene 1975 im Sammelband «Gedichte»erschienen.
    Wenn zwei Seitenzahlen angegeben sind, bezieht sich die erste auf diese Ausgabe und die zweite auf die englische in der «African Writers' Series»(AWS), No. 115, bei Heinemann, London 1973: A Simple Lust. Dennis Brutus. Collected Poems of South African Jail & Exile, including Letters to Martha.
    An weiteren Gedichtbänden sind ebenfalls bei Heinemann erschienen:
    - Letters to Martha. AWS 46. 1968.
    - Stubborn Hope. AWS 208. 1978.
     
  2. Die letzte Strophe seines in Berlin am «Horizonte 79»-Festival vorgetragenen Gedichts «Terrible Knowledge». Die vorgelesenen Texte afrikanischer Autoren wurden veröffentlicht in: Dagmar Hensler (Hrg.), Aufbruch in eine neue Zeit. Athenäum-Verlag, Königstein 1980.
    Karen (Silkwood) war eine amerikanische Atomforscherin. Ihr Wissen vom«hinterhältigen Einsatz dieser Kraft für pure Machtgelüste» quälte sie, und sie begann davon anderen zu erzählen. Sie kam in einem Autounfall ums Leben. Alfe, die sie kennen, wissen, daß es kein Unfall war. Das Vorgehen ist aus Gangsterfilmen bekannt. Aber es ist nach Brutus südafrikanischer Alltag: Mord wird zum Unfall, wenn ihn das System begeht.
     
  3. Vgl. Terrible Knowledge.
     
  4. «Sirens, Knuckles, Boots» wurde 1963 von Mbasi Publications, Ibadan/Nigeria, herausgegeben und ist im Band «A Simple Lust» enthalten.
     
  5. West Africa (London), 27. August 1979, p. 1559. Uebersetzungen von A. I.
     
  6. A.a.O.
     
  7. A. a. O.
     
  8. A. a. O. Gemeint ist Karens Gehirn.

 

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Al Imfeld©   Neue Wege 1980 Heft 7-8