Christliche Gemeinde als Alternative 1979

Christliche Gemeinde als Alternative

Vielen Menschen von heute, in einer Welt von Maschinen und Streß, voller Beton und Bürokratien, erscheint Kirche wie ein schönes Skelett. Das Interesse an ihr ist dem der Archäologie gleich: man gräbt in der Vergangenheit und hofft vage auf neue Funde. Theologie ist für diese Menschen längst zur Höhlenforschung geworden. In einer Welt voller Spezialistentum und Arbeitsteilung erscheint die Priesterschaft als ein Petrefakt mittelalterlicher Arbeitsidylle. Für andere ist sie zu einer irrelevanten Klerikerkaste verludert. Und das gerade heute, wo Millionen Menschen einbetoniert, in großen Anballungen isoliert, anonym, vergessen, ohne Anteilnahme und deshalb geistig gestört, sehnlichst nach Seelenbetreuung suchen. Aber der Priester wird durch den teuer bezahlten Psychologen und Psychotherapeuten ersetzt.

Für mich müssen christliche Gemeinden eine alternative Bewegung zur «Welt» sein. Gemeinden, die dies nicht oder nicht mehr sind, haben ihr Leben verwirkt und damit das Wesen verloren. Sie sind dann Skelette, Versteinerungen oder Reminiszenzen aus der Vergangenheit. Sie verhalten sich zum christlichen Leben so wie ein Geschichtsbuch zur lebendigen Geschichte.


Klarstellungen

Um zu großen Emotionen oder gar fatalen Mißverständnissen vorzubeugen, möchte ich Vorbemerkungen zum Verständnis und zur Relativierung meiner Aussagen anbringen:

  1. Auch die Kirche hat Geschichte. Das gehört zu einem sozialen Gebilde. In dieses Schicksal begibt selbst Gott sich hinein, sobald er beschließt, Mensch zu werden. Kirche ist zu einem schönen Teil ebenfalls Institution und damit Bürokratie. Ein Teil von ihr wird immer Anstoß geben. Schlimm wird es erst, wenn es keine Anti-Körper mehr gibt. Viele nennen sich heute zwar Christen, sind es wohl auf dem Papier, aber nicht nach dem Geist des Buches der Bücher. Die Gefahr, ein versteinertes und daher auch herz- und gnadenloses Christentum zu vertreten, ist groß. Pharisäertum und Heuchelei sind angesichts der aktuellen großen Weltprobleme, denen man mit billigen Entschuldigungen ausweicht, immens. Zu erneuter Glaubwürdigkeit braucht es die Alternativen. 
     
  2. An die totale Erneuerung oder die Bekehrung aller glaube ich nicht. Besonders Bürokratien, Institutionen und Machtgefüge (und all das ist die Kirche auch) besitzen ein geradezu überdimensionales Abwehrpotential: für sie gibt es die dauernde Glorifizierung der Geschichte und das Credo an den status quo. Die Zukunft soll die Verlängerung des Gesicherten und des bereits Bekannten sein. Für Institutionen gibt es keine Alternative: sie bieten sich als die einzige und beste Lösung an. Wer das in Frage stellt, relativiert nicht nur die Institution, sondern rüttelt auch an ihrer Existenzberechtigung; denn wer ehrlich fragt, glaubt an Alternativen. Deshalb wird es immer und notwendigerweise die Spannung zwischen (offizieller) Kirche und Alternativen geben. Es wird klar, daß so wünschbar es in unserer Welt wäre die ganze Kirche nie mehr in eine einzige Alternative umgewandelt werden kann. 
     
  3. Noch mehr werden wir über das Wort Gemeinde stolpern. Lange Zeit wurde christliche Gemeinde mit einer kommunalen oder der Kirchgemeinde gleichgesetzt. Sie war genau geographisch beschreibbar und territorial abgegrenzt. Regio und religio sollten eins sein. In der Zwischenzeit wird selbst in der Politik der Gemeindebegriff fragwürdig und zu einer bloßen Verwaltungseinheit. Jeder spürt etwas von dieser Problematik selbst in unseren Kirch-Gemeinden. Nur noch wenige kennen einander. Man ist immer mehr entwurzelt und an verschiedenen Oertlichkeiten zu Hause. Schließlich gibt sich der moderne Mensch mobil. In der Gemeinde herrschen zwar demokratische Verhältnisse, aber diese machen nicht mehr betroffen, sind bedeutungslos, ritualistisch und rational. Für viele stellt sich das Dilemma, ob sie eine geschichtlich gewordene und bedingte Gemeinde als neue Tatsache respektieren oder ob sie als Christen den Auftrag zu Alternativen haben und Experimente starten sollen: Wohngemeinschaften, Basisgemeinden, christliche Lebensgemeinschaften oder... 
     
  4. Mit zunehmender Instituationalisierung wurden im Christentum die Möglichkeiten immer mehr eingeengt. Alles wurde festgelegt, genormt, abgegrenzt und nach Kompetenzen aufgegliedert. Damit wurde das Mitglied der Gemeinde immer passiver. Das ganze Christentum wurde wie zu einem einzigen Ritual, das ablief. Dagegen gab es in der Kirchengeschichte stets Revolten. Sowohl Franziskus als auch Reformatoren versuchten, dem Laien mehr Recht und ein Gegengewicht zu geben. Im katholischen Bereich hat Papst Johannes XXHI. mit dem zweiten Vatikanischen Konzil die Sturheit von Dogmen und Bürokratien zu durchbrechen versucht. Die Dokumente sprechen eine klare Sprache: das Volk Gottes bildet das christliche Leben. Wer Vatikanum II zu leben versucht, muß Alternativen wagen und kommt in Konflikt... 
     
  5. Die katholische Kirche besaß früher eine institutionalisierte Form von stets neuen Alternativen in den Orden. Um eine Persönlichkeit herum bildete sich eine neue Lebensweise. Der Charismatiker mußte nicht ins Abseits gehen. Leicht war es nimmer, aber er konnte mit seinen Anhängern die Anerkennung über einen neuen Orden finden. Dem Protestantismus war nach Aufhebung der Orden diese Variante versagt. So kam es zur Sektenbildung, zur Abspaltung, zum Schisma und damit zum zerrissenen Christus. Für niemanden ist der «Altemativler » ein bloß angenehmes Phänomen, denn alles Anderssein fordert heraus, stellt in Frage und verunsichert. Aber wir müssten wieder Formen finden, daß nicht die schöpferischen und erneuernden Geister immer neu vertrieben, ins Exil oder Schisma geschickt werden. Moderne Kirche und Staat sind hier gleichermaßen in Gefahr. 
     
  6. Die Konfrontationen der letzten Jahre waren zweifelsohne hart und die Polarisierung nimmt eher zu als ab. Aber der ganze Kampf war verbal und unfruchtbar. Das Wort ist für uns zum Fluch geworden. Streitschriften, Abhandlungen, Traktate, Pamphlete und Wort-Plakate überschwemmten uns alle. Sie alle kranken am Glauben, daß Wahrheit in Worten wohnt. Aber: das Wort ist Fleisch geworden. Hier liegt die Alternative, der Ansatz zur Versöhnung, ein Hauch von Hoffnung, der Anfang der Erlösung. Worte müssen in Gebete, Gedichte, Gesang, Tanz und Rhythmen übergehen. Die Worte müssen eine Geschichte formen Man soll endlich den Debatten, den Podiumsgesprächen und Symposien ausweichen und lieber zum Cabaret, zur Clownerie und zum Chanson übergehen. Ich glaube an eine Theorie mit Symbolen, mit Bildern, in Parabeln, Theater und Musik. 
     
  7. Etwas weiteres mußten wir bitter lernen: in Wort gefaßte Wahrheit ist unmenschlich, diktatorisch und Ursprung allen Militarismus: vom Kreuzzug über den Glaubenskrieg bis zur heutigen rechtslinkigen Ketzerdebatte. Selbst unser heutiger Militarismus ist für mich nur eine säkularisierte Form (Ab-Bild) eines verheerenden christlichen und westlich-abendländischen Dogmatismus. Wahrheit muß immer neu Mensch und konkret werden; Wahrheit kann nur in Umwelt, Mitwelt, Vorwelt und Nachwelt eingebettet sein. Selbst Jesus hat keine Dogmen gebracht: sein Leben war Wahrheit. Seine Worte waren Teil davon, aber diese waren vor allem Parabeln und Pro-Verbien. Was im Christentum zudem wesentlicher als Wahrheit ist: die Ehrlichkeit des Lebens und das Ernstnehmen des Nächsten. Nach Wahrheit werden wir gar nicht beurteilt. All dies scheint oftmals vergessen worden zu sein. 
     
  8. Es ist außerordentlich wichtig zu begreifen, daß es Gegensätze und Widersprüche sowohl in der Kirche als auch in der Gemeinde gibt und geben muß. Gerade weil es die Botschaft Jesu war, stets neu zu befreien und zu bekehren, schließt dies auch diesen krustigen Block, den alten Stock, die Verstockung mit ein. Mit Feuer und Schwert geht es nicht mehr weiter, aber auch nicht mit dem alten Entweder-Oder und dem total unalternativen rechts oder links, gut oder bös. Früher enthielt Weizen auch Unkraut und nach der Schrift sind wir nicht einmal in der Lage, immer Unkraut und Weizen voneinander zu unterscheiden. Deshalb sollen wir beides wachsen lassen bis zur Ernte. Jeder soll andere und anderes herausfordern und in den Prüfstand legen, nicht aber verketzern und zu rasch auf den Scheiterhaufen werfen. Ich sehe hier die größte Tragödie der Neuzeit, daß wir nie und nimmer gelernt haben, in und mit Widersprüchen zu leben. 
     
  9. Auf solchen Hintergründen hat die Alternativbewegung von heute den christlichen Gemeinden in ihrer geschichtlichen Gewordenheit viel an Botschaft zu bringen. Die Alternativbewegung von heute bricht aus den dogmatischen Schablonen und dem unfruchtbaren Wortstreit aus und möchte Städte, Land und Gemeinschaften zum Grünen bringen. Was anders wollte die christliche Ur-Gemeinde? 
     
  10. Es sei jedoch auch gewarnt, die Alternative entweder sofort zu taufen oder zu mystifizieren. Auch sie ist weder die Urgemeinde noch die Idylle; sie ist eine harte Kunst, das Leben oder unser Leben anders zu gestalten, um zu überleben.

 

Akzente der heutigen Alternative

  1. Traditionell sehnt sich der Christ nach dem Weiterleben; dem Alternativler geht es ums Ueber leben. Hier liegt genau der Ansatz der heutigen Alternativbewegung: aus dem sturen Linearen auszubrechen, um sich wieder in Kreisläufe einzuordnen. Damit ist auch der alte Individualismus relativiert, denn zu Kreisläufen gehört das Leben in Ganzheiten und das Ernstnehmen von Mit- und Umwelten. Der Mensch kann überleben, wenn er alles «andere» auch und mit-leben läßt; er muß sich wieder sowohl in den Mikro- als auch in den Makrokosmos als einer, der mit anderen und anderem zusammenlebt, plazieren. 
     
  2. Das heutige Leben wird zum Hohn der Natur «naturwissenschaftlich» gemessen und allein in Zahlen und Quanten festgehalten. Das Ganze geht dieser Naturwissenschaft total ab. Sie besteht aus lauter Fakten, aber keiner Geschichte. Nur Meß- und Quantifizierbares wird ernstgenommen. Der Alternativler betrachtet dies als die größte und tyrannischste Irrlehre aller Zeiten. Er er-ahnt Dinge, Menschen und Natur (auch) mit anderen Methoden. Er begreift, daß selbst im abtitulierten Aber-Glauben oft mehr Wissen als in der Statistik steckt. Das ermöglicht dem Alternativler ein neues Verhältnis zu Wissenschaft, Technologie, Medizin, Schule und letztlich allen Lebensbereichen. So lacht er auch nicht über Religion oder Parapsychisches. Er hat wieder Ehrfurcht vor dem Geheimnis und läßt manches offen. Meditation (in allen Varianten) wird wichtiger als Wissenschaft, das Symbol wichtiger als das Wort... 
     
  3. Die Alternativbewegung nimmt die Natur wieder sehr ernst. Der Trend der letzten hundert Jahre war die Ersetzung der Natur: künstliche Blumen, Kunstfasern, Fabrik statt Farm
Der Mensch wollte alles in den Griff bekommen und die Natur kontrollieren. Dem Menschen wurde beigebracht, daß er es in Händen habe, die Natur aufzuheben. Naiv glaubte man, sowohl Klima wie Wüste zu vergessen. Wissenschafter machten uns vor, daß wir bald alles ab Fabrik fix-fertig verpackt erhalten könnten; daß es für Nahrungsmittel kein Land mehr brauche; usw. Diese Rücksichtslosigkeit zerstörte mehr und mehr alle Ressourcen, Wasser, Luft, Meer und Böden. Plötzlich merken wir, daß wir uns selbst vom Lebensstrom trennten, ohne Wurzel bodenlos in der Luft hängen und austrocknen. Für den Alternativler ist der Mensch selbst Teil dieser Natur und es geht ihm am besten, wenn er sich ins Ganze einordnet und er sich selbst dem Recycling unterwirft. In diesem Ganzen gehört für ihn selbst der Tod zum Leben. Beim echten Alternativler ist all dies nicht Fatalismus und ein Sich- Tredben-Lassen, sondern ein Teilnehmen an synergetischen Prozessen. Ein amerikanischer Denker möchte selbst die Menschwerdung Jesu als «participatory divinity within nature» neu begreifen. 
     
  4. Daß auf einem solchen Hintergrund das Land eine ganz neue Bedeutung erhält, leuchtet ein. Land ist «mein Boden unter den Füssen» und mehr als bloßes Spekulationsgut. Mit dem Land gewinnt die Landwirtschaft eine zentrale Bedeutung. Landwirtschaft wurde von der Kultur zum Business degradiert und wurde ebenfalls in die in-put out-put Denkweise von Fabriken eingezwängt. Es ging nur noch um Geld, um Einkommenssicherung, Produktionssteigerung und Rationalisierung, jedoch nicht mehr um Spaß, Freude, Partizipieren, Riskieren, Warten und Ernten. Die Verteufelung der Landwirtschaft und das Hinstellen des Bauern als primitiven Trottel haben massive Armut und Unterentwicklung sowohl bei uns als auch in der Dritten oder Vierten Welt eingeleitet. Und das Christentum? Mit der ganzen Stadt-Gottes-Theologie hat es unbemerkt die Katastrophe des Menschen gefördert. Wir verstanden es, urbane Gemeinden und Kirchen zu errichten. Im Grunde gilt es, von der Tradition Augustins ein bißchen wegzurücken und Benedikt erneut mit seinem «Beten und Arbeiten» auf dem Kloster-Hof ernst zu nehmen. Genau hier setzt weniger theologisch und spirituell ausgedrückt die alternative Bewegung ein. Im Einbezug ins Ganze mußte sie darauf stoßen: Kopf und Hand, Meditation und Arbeit, geistig und körperlich, Licht und Schatten, Gemüt und Verstand, Wort und Bild und Ton und Tanz... 
     
  5. Das Synergetische und Partizipatorische enthalten einen wichtigen Aspekt der Befreiung, aber auch der Emanzipation. Wenn wieder allem im Ganzen An-Teil gegeben wird und jeder seinen Platz zugewiesen bekommt, erhält er auch Sinn, hat Be-Deutung und ist ernst genommen. Deshalb stellen sich für manche Alternativler die Probleme der Emanzipation und der Befreiung ganz neu. Sie finden im Grunde zu dem zurück, was von uns und auch den Missionaren als primitiv bezeichnete Kulturen immer wußten. 
     
  6. Nicht in der Vereinzelung kann die Befreiung und Emanzipation stattfinden, sondern nur in neuen Gemeinschaften und Ganzheiten. So findet sich echte Alternative von heute stets in Gruppen, die zusammen leben, reden, aber auch arbeiten. Der in der Entwicklungspolitik dauernd gebrauchte und von Kirchen gerne verwendete Begriff community development erhält neue Dimensionen. All unsere Priester und Pastoren, Diakone und kirchlichen Arbeiter sind herausgefordert, wenn sie stets von Gruppenarbeit sprechen, aber selbst nie gelernt haben, gemeinschaftlich zusammenzuleben. Ihre Gruppen sind oftmals bloße Organisation und Administration, etwas Rationales, aber kaum Leben, um zum Zusammenleben vorzustoßen. 
     
  7. Enorm wichtig ist das Hinterfragen der Größe. Wir alle haben erfahren, wie wir von Giganten, Großorganisationen, Supermächten, Multis und mehr und mehr Anballungen überfahren werden. Aber auch, wie all diese Größen immer größer werden wollen und mehr und mehr Eigengesetzlichkeit erhalten, die sich der menschlichen Kontrolle total entzieht. Small is beautiful wie es E. F. Schumacher formulierte wird zur neuen stillen Macht im Kleinen. Der Christ müsste es eigentlich immer gewußt haben, daß das winzige Senfkorn viel mehr Macht besitzt als alle Taufstatistiken und Kircheneinnahmen. Das Kleine ist keine Flucht und auch nicht bloß Idylle oder Romantik, sondern Selbst-Begrenzung im Dienste der Menschlichkeit. 
     
  8. Darin eingeschlossen ergibt sich all das, was als Dezentralisierung und Angepaßtheit bezeichnet wird. Erst so wird etwas sanft und nicht mehr messerscharf, das aufreißt und verwundet. Hier sind wohl die heutigen Super-Kirchen am meisten beim Nerv getroffen. Sie haben Angst, alles löse sich in unkontrollierbare und chaotische Zellen auf. 
     
  9. Zu jeder These kommt jedoch die Anti-These: das weiß auch der ehrliche Alternativler. Er negiert nicht Ganzheiten, Ordnungen oder größere Einheiten. Er wehrt sich nur, daß gleich zu Beginn und stets alles von oben kommt. Er bejaht den Aufbau von unten, von der Basis her, mit den ihr eigenen Ressourcen. Echte Self-Reliance wird zwar von allen in der Entwicklungspolitik propagiert, aber wenn sie auch für die Kirche gefordert wird, dann wehrt die Obrigkeit ab. Sie hat wohl Angst, sie werde ausgeschaltet. Im alten Sinn mag und muß dies wahr sein. Aber in der echten Self-Reliance wird ja die eine Nachbarschaft mit der nächsten Nachbarschaft zusammenspannen, sich verflechten, vernetzen, und wie eine Spirale geht das weiter. In Frage gestellt ist nur die direkte Vertikale. 
     
  10. Echte Alternative füllt das alte Schlagwort von der Subsidiarität mit neuem Sinn. Der biblische Nächste wird wieder greifbar und ist nicht bloß eine abstrakte Größe. Zum Nächsten gehört auch meine nächste Umgebung und die Natur.

 

Schluß oder Anfang

Erst mit diesem Verständnis und auf solchem Hintergrund müssen wir nun in unserer Umgebung weiterdenken und zusammenarbeiten. Patentlösungen kann es von meinem Schreibtisch aus nicht geben. Ein Prozeß muß nun in Gang kommen, um mit Basisgemeinden unser Christentum lebendig und aktuell, glaubwürdig und menschlich zu erhalten. Die christliche Gemeinde von heute muß neu begriffen werden nicht mit Worten, sondern mit Taten. Sie, konkret gelebt, ist stets Alternative, weil sie permanent allen Sachzwängen Auswege entgegensetzt und aus der Gefangenschaft hinausführt... vielleicht zwar in die Wüste; aber in der Einheit als wanderndes Volk Gottes läßt sich überleben und gemeinsam auch mehr und Neues erleben.


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Al Imfeld© Neue Wege 1979 Heft 7-8