Kurzbiographie

Al ImfeldAl Imfeld - Kurzbiographie

geboren 14. Januar 1935

Ältester Sohn aus einer Bergbauern-Grossfamilie mit 13 Kindern. Sollte deshalb studieren und - wie in seiner Heimat üblich - Priester und Missionar werden. Doch sein Vater lehrte in bereits als Kind, "stets nur die Hälfte zu glauben", woran er sich bis heute hielt. Wurde dann in der Tat Priester, wenig später beim theologischen Doktoratsstudium in Rom jedoch der Häresie verdächtigt und aus der Gregoriana verwiesen. Doktorierte dann in den USA in evangelischer Theologie. Interessierte sich in den 5oer Jahren zunehmend für das aufkommende Fach der vergleichenden Religionswissenschaft. Weil er jedoch die Theologie als eine eine zu begrenzte Wissensbasis für das Verständnis der Gegenwart empfand, studierte er in der Folge Soziologie, Journalismus und schliesslich Tropenlandwirtschaft.

Hat vier Studienabschlüsse und ist auf vier Kontinenten zuhause. Ist ein Renaissancemensch mit sehr breitem und vernetztem Wissen. Er übt gleichzeitig als freischaffender mehrere Tätigkeiten aus: sie alle stellen Bezüge her, z.B. zwischen Napf- oder Berggebiet/ Schweiz und afrikanischen Kleinvölkern (ähnliche Denkweisen), zwischen Christentum und Buddhismus (Spaltungen, die als kleine oder grosse Fahrzeuge gesehen werden können), zwischen Religionen (jeder Mensch hat zwei Religionen in sich), etc.

Arbeitete zu Beginn der sechziger Jahre mit M. L. King in der Bürgerrechtsbewegung. Wurde für diese Mit-Arbeit von der katholischen Kirche, resp. Kardinal Spellmann, New York als Priester exkommuniziert und suspendiert. Er arbeite als freischaffender Priester weiter und wurde deshalb weitere Male suspendiert.

Nach dem erfolgreichen Abschluss (MSJ) an der prestigereichen Medill School of Journalism schickte ihn 1966 die Washington Post als Sonderkorrespondent in den Vietnamkrieg. Doch selbst für diese `liberale` Zeitung waren seine Berichte wohl zu kritisch und zu 'un-amerikanisch'.

1967 entsandte ihn die Missionsgesellschaft Immensee nach Rhodesien (heute Zimbabwe), um dort am Aufbau der Presse mitzuhelfen, wurde aber bereits nach 2 Jahren des Landes verwiesen, weil seine Tätigkeit weder der weissen Minderheitsregierung noch seinem vorgesetzten Bischof zusagte. Ging dann in die bereits unabhängigen Länder: Malawi, Tanzania und Kenya, wo er mehr als einen Beleg für die Aussage Frantz Fanons fand, wonach "der Kolonisierte mit der Zeit wie der Kolonisator wird". Überall - ob in der Kirche oder bei den neuen Nationalstaaten Afrikas - wurde er belächelt und verwünscht, weil er eine fortgesetzte Bekämpfung des Kolonialismus in den eigenen Reihen, den eigenen Köpfen forderte.

Unterwegs auf vier Kontinenten beendigte er sein 4. Studium in Tropenlandwirtschaft. Seit den 60er Jahren postulierte er eine Jahrtausende alte afrikanische Agrargeschichte. Die amerikanischen Professoren lachten ihn aus. Er half in jener Zeit die bald weltweit werdende Ecofarming Bewegung gründen. Ist heute noch der Ansicht, dass Öko Landbau idealer, breiter und humaner als Bio Landwirtschaft ist. 

Anfangs der 70er Jahre wurde er von drei privaten Hilfswerken nach Bern geholt, gründete i3w (Info-dienst 3. Welt), kämpfte für besseren Journalismus und ein Bewusstsein für Entwicklungsfragen in nachkolonialer Zeit. Wurde 1976 als zu unkonventionell entlassen.

Hans A. Pestalozzi holte ihn an das damals international bekannte Gottlieb -Duttweiler Institut. Beide fielen der Migros Leitung zum Opfer, weil sie die kostbaren Infos auch den Basisgruppen und nicht nur den Managern zukommen lassen wollten.

Seit dieser Entlassung reist und schreibt er, hält Vorträge im ganzen deutschsprachigen Raum und nimmt Aufträge für das deutsche Goethe Institut in Afrika und Asien an. Ebenfalls arbeitet er seither in der Redaktion von epd Entwicklungspolitik Frankfurt (2x monatlich) und setzt sich dafür ein, dass Kultur, Literatur und Kunst als zentrale Bestandteile jeder Entwicklung begriffen werden. Wurde so logischerweise einer der Mitbegründer der Gesellschaft zur Förderung der Literatur in Afrika, Asien und Lateinamerika, Frankfurt.

Mit 1990 tritt er in den Kreis der Literatur ein. Zirkus/Theater federlos nimmt ihn auf eine Tournee in Namibia - Zimbabwe als Geschichtenerzähler mit. Gedichte - die er seit langem schreibt (siehe Bibliographie) - sind für ihn eine Form des Gebets. In seinen live vorgetragenen Geschichten verbindet der `Griot aus dem Napf`das Hinterland seiner Jugend mit den Entwicklungsländern seiner zweiten Heimat - Afrika.