The State of AFRICA

Martin Meredith, The State of AFRICA.

A History 0f Fifty Years of Independence. Free Press, London 2006. 752 p.

Buchbesprechung Al Imfeld         Buch Kaufen

Für mich ist dieses Buch das beste auf dem Markt, was den afrikanischen Kontinent rund um die Unabhängigkeitsbemühen und danach betrifft. Es ist lebendig geschrieben, fasziniert und vermittelt sehr viel Einsicht. Es ist schade, dass dieses Buch nicht übersetzt wird, aber es ist für einen deutschen Markt als Sachbuch zu dick. So etwas wagt ein Verleger höchstens bei einem amerikanischen Roman.

Part I beginnt mit dem Experiment Ghana 1957; kommt zum NON von Guinea, geht in den Kongo, ins Herz der Dunkelheit und wagt sich an die Dimension der Apartheid im südlichen Afrika heran.

Part II kreist um die schmerzhafte Geburt einer afrikanischen Nation, den Tod des Mythos Haile Selassie und dem Kommen der Tyrannen, aber auch um Experimente wie Ujamaa in Tansania.

Part III untersucht die verlorenen Dekaden, die Bürgerkriege und Katastrophen, incl. AIDS. Es untersucht die Frage: Warum gelingt der Weg zur Demokratie nicht? Und immer wieder steht Südafrika mit dem weissen Zunicken dazwischen. Letztlich steht der Westen gar nicht zu Afrika, sondern zu seinem Fixbild.

Part IV illustriert anschaulich und erschreckend ein Sich- selbst- Aufreiben in Bürgerkriegen und um was es dahinter geht: Gold, Diamanten, Öl, Rohstoffe. Doch auch ein Südafrika mit einem Regenbogen als Zeichen der Hoffnung, dennoch bleibt der Kontinent eine Beute der Geier – lokaler und internationaler. Dennoch und abermals dennoch bleibt Hoffnung, denn No Condition is Permanent.

Das Buch kann kapitelweise (immer um die 20 Seiten) gelesen werden; kann geradezu als Referenzbuch benutzt werden. Immer lebendig, aufregend – ja, das Allerbeste das es auf dem Bereich von Journalismus geben kann. Meredith lebt in Oxford; seine anderen biografischen und historischen Werke wurden zu Bestsellern.

Ich kann mich einer englischen Besprechung in Booklist voll und überzeugt anschliessen: A brillant and vitally important work for all who wish to understand Africa and its beleaguered people.

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3. Aug. 2010