Was will und macht China in Afrika?

China und Afrika 2009

Fakten und Reflexion durchmischt

 

 

1. Eine grundsätzliche Einführung

 

Generell

Der westliche Mensch hat die Tendenz, die zwar allen Kulturen eigen ist, aber dem abendländischen ganz besonders, nämlich stets von kulturell gewordenen Vorurteilen oder vorgefassten Meinungen auszugehen. Er verwechselt diese als Wissen; er traut also diesen Fakten, ohne dass er diese hinterfragt. Somit läuft er Gefahr, stets von falschen Voraussetzungen auszugehen.

Diese Vorurteile beeinflussen stark sein Werten.  d.h. er fragt offen oder versteckt, wissend oder unwissend, spontan und insgeheim, ob das ihm vorliegende Faktum gut oder böse, ob human oder nicht ist. Dieser westliche Mensch glaubt, dass zuerst Werte, d.h. die Moral, kommen.

Er sieht den Balken im eigenen Auge nicht; er ist zu Selbstkritik nur minimal fähig. Er predigt also Menschenrechte und klagt ihre Verletzungen an, merkt jedoch nicht, dass er selbst auch „Dreck am Stecken“ hat.

Generell kann gesagt werden, dass beim Abendländer vor einer Kontextualisierung und einem Abwägen zuerst Moral und Gesetz kommen; was unten konkret geschieht, interessiert ihn primär weniger. Das beste Beispiel ist der Vatikan mit dem Papst, der erlässt, - wie aus magischem Denken heraus - was sein soll; was jedoch gelebt wird, ist eine andere Ebene, das Feld der Sünde.

 

Einige Wert-Bemerkungen in Bezug zu internationalen Beziehungen

Der westliche Analytiker scheint momentan die Tendenz zu haben, internationale Vorgänge und ökonomische Beziehungen sofort unter dem Aspekt Bedrohung oder nicht? zu betrachten. Man geht nicht mehr von einem selbstverständlichen Nebeneinander der Staaten und Religionen aus. Man fragt daher zuerst: Ist China eine Bedrohung für uns?

Der Kapitalismus hat mehr und mehr die westliche Kultur verändert und geprägt, und so kam es, dass mehr und mehr alles nur noch unter dem Aspekt des Wettbewerbs betrachtet wird.

Westliche Menschen haben eine Manie der Schulden – sowohl religiös als erst recht ökonomisch. So fragen viele sich: Führt China Afrika nicht in die Verschuldung?

 

Chinesische Analytiker

gehen primär von Positionen (Standpunkten) in einem Reich und in der Familie aus, d.h. sie sehen ihre Position im Ganzen und fragen sich, wie kann mein Stand oder meine Position verstärkt werden.

Sie gehen stets vom Grossen-Ganzen aus, worin jedoch der Einzelne eingeschlossen ist. Man denkt an den Ruhm, das Prestige und an die Verstärkung der „Sonne“ aus

Darin ist selbstverständlich stets ganz pragmatisch der Nutzen des Reiches und somit auch von mir Nutzen aus.

Damit verbunden ist die Sonne und da eingeschlossen das Zentrum, d.h. China ist das Zentrum der Welt (=des Himmels), die Sonne, um die der Rest kreist; man wirft sozusagen Schatten aus. 

Man kann es anders formulieren oder auch illustrieren: China geht es nicht um Eroberung, sondern um den besseren Einbezug der eigenen Peripherie. Wenn es also Einflussgebiete – wie Afrika – schafft, die ausserhalb der peripheren eigenen Gebiete liegen, bringt es diese näher ans Zentrum.

 

Afrikas condition humaine et sociale

Afrika steht irgendwo dazwischen eingeklemmt. Vom Westen und vom Islam haben grosse Teile Afrikas  entweder freiwillig oder unter Druck Gesetz und Recht annehmen müssen; beide Wertesysteme entsprechen nicht ganz afrikanischer Befindlichkeit, denn so sind viele Menschen dauernd gefangen im Zwang. In dieser afrikanischen Klemme ist man versucht, etwas ganz anderem oder Fremdem zu folgen, ohne zu merken, dass sich dies als eine Illusion erweisen wird.

Man kann verallgemeinernd sagen: westlich geht man von Menschenrechten aus; östlich geht man von der Praxis und dem Nutzen aus. Dazwischen eingeklemmt ist der afrikanische Mensch.

 

Konstellation, die sich ergibt

Sofort muss hinzugefügt werden, dass alle mit Widersprüchen leben, sodass der Osten dem Westen vorwerfen kann, dass er bloss Menschenrechte predige, sie selbst jedoch nicht einhalte, wenn es um den eigenen Nutzen geht. Und der Westen begreift nicht, dass das konfuzianische Weltbild auch den Menschen kennt, aber eher im Ganzen eingeschlossen.

Es geht daher um individuell vs. ganzheitlich.

China ist im Wettbewerb vorerst um Prestige besorgt, derweil es dem Westen um Märkte geht. Das Resultat mag am Ende dasselbe sein, auch wenn es auf anderer Denkweise basierend zustande kam; das eine direkt, das andere verdeckt.

 

2. Chinas Aktivitäten auf dem afrikanischen Kontinent

(nur kleine Ausschnitte oder einige Einblicke)

 

  • Ägypten ist 1965 das erste afrikanische Land, das Peking, resp.  Die Volksrepublik China, anerkennt und diplomatische Beziehungen aufnimmt. Nasser wollte China als Partner bei den non-aligned countries oder der bündnisfreien Staatenvereinigung haben.
     
  • 1973 beginnt der Bau der TANZAM-Eisenbahn, später Tazara genannt. Im Betrieb seit 1975. Im Kalten Krieg unterstützte und baute China vor allem Stadien und Volkspaläste (etwa das Nkrumah-Mausoleum in Accra). Hilft so den Stolz Afrikas zu heben.
     
  • 1975 fasst die Bank of China Fuss auf dem Kontinent; in Lusaka.
     
  • 2000 wird ein sino-afrikanisches Forum zur Vorbereitung und Erleichterung von Handelsabkommen mit afrikanischen Ländern errichtet.
     
  • 2004 1. Chinesisch-afrikanisches Jugendfestival.
     
  • 2004 kaufte China weltweit 170 Mio Tonnen Rohöl, davon 21% oder 35,4 Mio t aus Afrika.
     
  • Zwischen 2000 und 2005 hat sich das Handelsvolumen zwischen China und Afrika vervierfacht und betrug 2005 35 Mrd. Dollar.
     
  • 2007 betrug das Handelsvolumen bereits 39.7 Mrd. Dollar (31.4 Mrd. Euro). Eine andere Zahl stammt von FT Business: „China – Africa trade toalled $62bn in 2007.“
     
  • 2006 35 afrikanische Länder kamen zu Investitionen aus China
     
  • Im Jahr 2006 gab es bereits mehr als 800 chinesische Betriebe auf dem afrikanischen Kontinent.
     
  • Seit 2004 bis 2007 wurden 15'000 Afrikaner ausgebildet.
     
  • 2007 China hat 16'000 Ärzte und über 10'000 Ingenieure und Agronomen in 43 afrikanische Länder geschickt.
     
  • China hat 31 afrikanischen Staaten bis 2006 Schulden von rund 10 Milliarden Dollar erlassen. Wichtiges Signal. Stachel gegenüber Westen, EU + USA Weltbank + IWF.
     
  • Zum afrikanisch-chinesischen Gipfeltreffen im November 2006 machten sich 48 afrikanische  Staats- und Regierungspräsidenten nach Peking auf.
     
  • Seit 2006 besteht ein Fonds von 100 Mio Dollar für Pharmaforschung.
     
  • 2007 befinden sich 35 Ärzteteams mit 880 Mitarbeitern in 34 Ländern im Einsatz.
     
  • 2008 China ist flächendeckend in allen 54 Ländern des Kontinents präsent, sei es durch billige Konsumgüter, mit Restaurants oder Infrastrukturprojekten und Investitionen.
     
  • 2009 Südafrikas grösste Bank MTN erhält 1 Mrd. $ aus China.

Auch indische Unternehmen werden in Afrika aktiv. Japan und Korea investieren in letzter Zeit vermehrt auf dem Kontinent.

Man kann sagen: Asien rückt näher an Afrika, oder Afrika distanziert sich vermehrt von Europa.

 

Vier Beispiele des chinesischen Involvement

  1. Im Sept. 2007 unterzeichnet die kongolesische Regierung mit China ein umfangreiches Abkommen, das beispielhaft auch für andere Länder ist. DKKongo lässt China 10 Mio Tonnen (t) Roh-Kupfer (entspricht 6,5 Mio t raffiniertem Kupfer) und 200'000 t Kobalt und 372 t Gold abbauen oder ausbeuten.
    Als Gegenleistung verpflicht sich China „binnen kürzester Frist“ 3500 km Strassen und Bahngeleise, 31 Krankhäuser mit je 150 Betten, 145 Polikliniken, 4 Universitäten und 50'000 Sozialwohnungen zu bauen. Der Partnervertrag hat ein Volumen von 9 Milliarden Dollar. Zudem werden 5650 km Kabel gelegt, von Kinshasa bis Kisangani im Kongofluss; von dort soll weiter bis zum Indischen Ozean.
    Das neue Rezept heisst: Rohstoffe gegen Infrastruktur. China verpflichtet sich, nicht in die Innenpolitik einzugreifen, keine Good-Governance-Bedingungen zu stellen; es werden keinerlei politische Vorbehaltsklauseln gestellt. China bringt die Arbeitskräfte mit, verspricht, aber verpflichtet sich nicht, einheimische Kräfte langsam einzubeziehen.
     
  2. In Nigeria bieten die Chinesen funktionsfähige Infrastruktur an. Es mangelt an Transportwegen genauso wie an einer funktionierenden Stromversorgung. Mit dem Bau von neuen Elektrizitätswerken, Eisenbahnlinien und Raffinerien wurde bereits begonnen. Nach Pekings Statistik haben sich die chinesischen Investitionen in Nigeria in den letzten fünf Jahren verzehnfacht, die Exporte vervierfacht. Ende Februar 2008 hat sich Nigerias neuer Präsident Yar’ Adua 4 Tage lang in China aufgehalten. Folge davon (versteckt ausgedrückt): „Nigeria will die amerikanische Dominanz im Erdölsektor rasch vermindern.“ Nigeria versprach auch, chinesische Arbeiter besser zu beschützen, denn 2007 wurden chinesische Arbeiter im Nigerdelta von Rebellen als Geiseln genommen. China wird auch die Eisenbahn von Kano nach Lagos neu bauen. Eine weitere Strecke von Jos nach Port Harcourt ist im Bau. Das finanzielle Abkommen für den Bahnbau lautet auf 9 Mrd. Fr.
     
  3. Mauritius soll zu Chinas Tor nach Ost- und Südafrika werden. Financial Times titelt am 7. März 2008: „Island wants to be gateway to Africa.“  Shanxi Tianli Enterprises Group kaufte jüngst eine 211 ha Zuckerplantage, um diese in eine offshore base für chinesische Güter, bestimmt für den afrikanischen Markt, umzuwandeln. Sie soll 2013 voll operabel sein; mit dem Pflanzen von Bäumen wurde bereits begonnen. Die Handelszone soll zu einer chinesischen Enklave werden. Tianli gibt 2 Gründe für dieses Unternehmen: 1. Auf dem afrikanischen Festland seinen die Unsicherheiten zu gross. 2. Der Weg von Peking nach Afrika müsse verkürzt werden; von der Insel seien es 2 Stunden Flug an die Ostküste oder ins südliche Afrika. Mauritius’ Regierung meint, um von der Zuckermonopolwirtschaft wegzukommen, sei dieser Hub eine grosse Chance.
     
  4. Guinea ist nicht nur ein Land voller Tragödien, sondern auch sehr symbolträchtig. Guinea hat 1958 als einziges frankophones Land Frankreich ein NON entgegengeschleudert; es wollte nicht von der Kolonie ein pseudofranzösisches departement werden. – 2009 hat Cap. Moussa Dadis Camara geputscht; die EU und die AU anerkennen die neue Regierung nicht und wollen am 17. Oktober Sanktionen beschliessen. – Am 12. Okt. meldet FT, dass das Land einen 7 Mrd Dollar-Vertrag mit China International Fund (CIF) abschliessen will, um damit das Land zu elektrifizieren, Autobahnen zu bauen, eine eigene Airline zu erhalten. CIF will die Sonangol, die angolanische staatliche Ölgesellschaft, einbeziehen, um off-shore nach Öl zu sondieren.

PS: Was vielen überhaupt nicht einfällt, ist, dass China das afrikanische Öl gegen das arabische (für die Chinesen damit auch den Westen) ausspielen. Afrika rückt näher zu Asien.

 

 

3. Stand 2008/09:  politphilosophisch

Die Chinesen dringen Schritt für Schritt in den afrikanischen Markt ein und zwar vom Maghreb bis nach dem südlichen Afrika. Es gab vier Anker, die aus der bündnisfreien Bewegung entstanden: Ägypten, Algerien, Tansania und Angola.  Importiert aus China wird, was der Westen „Schrott“ nennt: Haushaltsware, Plastikspielzeuge, Möbel, Teppiche, Baumaterialien oder Mopeds. 

Ausgangspunkt war also der Kalte Krieg und ein Afrika im Spielfeld zwischen Ost und West, der Sowjetunion und den USA. Das genau zurzeit, als die Angst vor dem Kommunismus den Westen blind gegenüber dem genau zu dieser Zeit parallel vor sich gehenden Entkolonisationsvorgang machte. Der Westen tat sich nicht nur schwer im Ablösungsprozess sondern auch kleinlich. Aufgebautes wurde teilweise zerstört; Material mitgenommen. Der Westen bestrafte Afrika, weil es sich vom Kolonialismus zu befreien versuchte. China kann selbst heute davon Nutzen ziehen. – Der Westen hat niemals seit 1960 auf dem afrikanischen Kontinent positiv aufgeholt oder mit neuen Versuchen aufgewartet; er tat letztlich nichts anderes, als Vergangenheit zu verscheuchen.

Seit Ende des Kalten Krieges 1989 drangen die Chinesen auf dem Kontinent vor, indem sie versuchten, ins Öl- und Gasgeschäft zu kommen – ausgehend von Algerien, hin zu Ölfeldern in Angola und Nigeria, den 2 traditionellen und bislang sich fest in US und europäischen Händen befindlichen Ölländern Afrikas. China hat es leichter, weil westliche Ölgesellschaften (wie etwa Shell in Nigeria) zermürbt wurden und  „genug“ haben, denn Investitionen lohnen sich für sie kaum mehr. Auch hier dasselbe: Was man im Grimm tut, ist nie gutes Business. Die Ölgesellschaften kamen nie mit der lokalen Bevölkerung zurecht.

Die Chinesen praktizieren eine neue Form des Tauschhandels: Sie bauen als Gegenleistung Infrastrukturen auf. China hilft jedoch kaum, landeseigene Fabriken zu errichten. China entsendet die eigenen Arbeiter. Afrika kann es im Moment egal sein, denn die Länder wollen endlich und dringend los von den Kolonialmächten, aber auch von den westlichen Entwicklungsorganisationen, die bis heute den Aufbau einer soliden Infrastruktur vernachlässigen. Man hat im Westen schulterzuckend gelächelt und so getan, als wäre der Zerfall der Bahnen und Strassen nun die Schuld der Afrikaner, doch diese kamen gar nicht zu den Mitteln, um Objekte instand zu halten, denn nichts warf letztlich Ertrag ab, um Schulden zu tilgen. Es war nicht nur die Korruption. Es gab Hilfe für Neues, aber für Bestehendes, so hiess es, sollte ein Land nun eigene Mittel freisetzen. Unterhaltshilfe gab es nicht; sie war verpönt. So war das Ganze eine Politik der Verhöhnung;  IWF und Weltbank sind mitschuldig. So ist es momentan für Afrikaner beinahe egal, woher die neuen Strassen, Bahnen, Elektrifizierungen u.a. kommen, wichtig ist bloss, dass sie endlich  kommen.

 

4. Etwas Reflexion

  1. Wir haben definitiv den Kontext zu sehen, die angestaute Wut und die Unzufriedenheit der Afrikaner gegenüber der EU, den USA, dem Westen (dazu werden auch Russland und der Osten gezählt) insgesamt, denn die Entkolonisierung ist auf keiner politischen und wirtschaftlichen Ebene bis heute gelungen. Auf solchem Hintergrund tönt ein Vorwurf von einem chinesischen  Neo-Kolonialismus hohl.
     
  2. Falls man Infrastruktur so schnell und beinahe in gigantischer Form aufbauen will, hat Afrika dazu weder Arbeiter, noch geschulte Experten und auch das Arbeitsethos für solche Aufgaben nicht. China kam hinein, als Afrika am tiefsten gedemütigt war.
     
  3. Afrika nimmt China als viel mehr als eine Ökonomie wahr. Der Westen – in Afrikas Augen – verspricht und hält nichts. China kommt nicht schönfärberisch daher, sagt schlicht und einfach: „Verkauft, was ihr momentan ohnehin nicht nutzen könnt, und wir geben euch wichtige Infrastruktur zum Aufholen. Wir lassen Politik und Moral beiseite.“
     
  4. Der Westen opfert für Profit alle Werte, von denen er spricht. Man nehme etwa Google als Beispiel, der um des Geschäfts willen Zensur durch China zuliess; der Westen, so heisst es, opfert für Geld all seine Werte.
    China ist in afrikanischer Sicht wie ein Zeichen oder Symbol, das viel mehr als Wirtschaft und Handel, Geld und Rohstoffe ist.
     
  5. Die kolonialen Gewerkschaften, die stehen blieben, nie entkolonisiert wurden, weil sie selbst stets glaubten, dass sie nichts mit Kolonialismus zu tun hätten, sind zum Blockbaster einer Technisierung Afrikas geworden; vor allem in den frankophonen Ländern und stark auch in Südafrika.
     
  6. Die Chinesen leben abgesondert und für sich selbst; so entstehen überall die sog. Chinatowns. Dort haben sie ihre eigenen Shops und Restaurant. Der Familienzusammenhalt ist ausserordentlich stark. Gemischte Ehen zwischen Chinesen und Afrikanern gibt es kaum. Ist dieser Separatismus gut für die Zukunft?

 

Doch auch ich will nicht blind sein. Ich bin ein Europäer und habe kritisch zu mir zu stehen; es gibt immer auch eine andere Seite.

 

In diesem Sinn stelle ich folgende Fragen.

 

  1. Warum, so fragt man bei uns im Westen, interveniert China nicht positiv und schützt sogar in der UNO afrikanische dubiose Regierungen, etwa von Zimbabwe, vom Sudan, von Eritrea oder des Tschad?
     
  2. China denkt zwar langfristig und weiss, dass all diese Gestalten über kurz oder lang untergehen werden. In vielen Lagen verteidigt man sich am besten, indem man schweigt oder enthält oder gar sich draussen hält. Schweigen kann jedoch auch Dynamit sein. Die Chinesen müssen lernen zu realisieren, dass das Weltzentrum die UNO geworden ist; Peking kann nicht alles einkreisen.
     
  3. Alttestamentisches und islamisches Denken fusst stark auf  Rache. Im Gegensatz dazu lehrte schon Konfuzius, dass Handeln aus Rache Schwäche und Dummheit ist. Rache im Verbund mit oder versteckt hinter Afrika kann zum Bumerang werden. Manches von dem was China auf dem afrikanischen Kontinent unternimmt, kann auch als ganz schlitzohrige Rache betrachtet werden. Sie stellen die EU zu sehr an den Pranger; langfristig hilft solches auch Afrika nicht, denn keine Rache ist süss.

Für Afrika –  zum Schluss – ist es momentan egal, solange es endlich seine Infrastruktur erhält. Die Afrikaner generell sehen den gegenwärtigen Vorgang nicht als ein neuer Kolonialismus sondern als ein Prozess der Globalisierung, von der sie momentan profitieren können. Globalisierung bedeutet für Afrikaner, endlich global oder international integriert und respektiert zu werden.

 

Hinweis auf 2 hilfreiche Bücher:

  • Elmar Holenstein, China ist nicht ganz anders. Essays. Ammen Verlag, Zürich 2009. (H. ist Philosoph; lehrte an der ETH, lebt heute in Japan)
     
  • Mark Leonard, Was denkt China? Deutscher TB Verlag, 2009 (L. Direktor des European Council on Foreign Relations, ein europ. Thinktank)

 

 

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Al Imfeld
Vortrag beim RC Thalwil

am 12 Okt. 2009