Die Vielfalt afrikanischer Städte

Ein Gang von Kairo nach Kapstadt

Mit einem städtebaulichen Blick
in den „afrikanischen“ Urbanismus der 54 Länder in Stichworten

Ich mache daher bewusst positive wie negative städtebauliche Anmerkungen, wo immer es möglich ist resp. mir bekannt ist. Städte müssen in Kontexte hinein sowohl aufgebaut als auch erneuert werden.

Für mich sind historische, kulturelle, ökonomische und ökologische Gegebenheiten oder Ereignisse wichtig, d.h. Vorgaben. Erst recht hat sich Architektur auf dem afrikanischen Kontinent intensiv auf einen Ort zu beziehen. Jede Stadt ist entweder die Fortsetzung einer Geschichte als auch ein Zeichen der Entkolonisierung, ein Zeichen eines Neubeginns, wo immer das möglich ist. 

 

1. Ägypten

Kairo, Hauptstadt (Hpst) Ägyptens, ist die grösste Stadt im arabischen Raum und grösste Stadt – rein kontinental –geografisch betrachtet – von Afrika (denn K betrachtet sich nicht als afrikanische). Lebt vom Mythos, die „Stadt der Pharaonen“ zu sein. Als Metropole lt. Zensus 2008 16,2 Mio Einw. Informelle Zahlen nennen 25 Mio. Von vielen Slums umringt. Überbevölkert, chaotischer Verkehr, nichts ist statistisch erfasst, d.h. geht in der Grösse unfassbar mythisch unter, lebt von Fiktionen. Die neuere Geschichte prägt K multikulturell. 1547 eroberten Osmanen K, dann kurz französisch unter Napoleon, bis 1801 wieder Osmanen Ton angeben. Nach Eröffnung des Suezkanals 1898 nahm der britische Einfluss zu. Im 20. Jh. wurde K zur Kultur-Grossstadt; man kam von Paris und London u.a. europäischen Zentren nach K, später selbst aus USA und Skandinavien: Orientalismus als Kunst-Richtung entstand. 1962 wurde Ägypten unabhängig. 2011 brach auf dem Tahrir Platz eine Revolution aus. (Auf dem Platz wurde man sich der Freiheit bewusst; in den Kirchen und Moscheen erstickte sie.) K liegt am Nil, ein weiteres Symbol: wird also von und aus Afrika gespeist, dennoch hat Afrika wenig Einfluss.

Alexandria ist eine Hafenstadt; eine Metropole mit 4,5 Mio. Einw. 331 v Chr nach Eroberung durch Alexander d Gr gegründet und vom griechischen Architekt Deinokrates mit einem klaren Strassennetz aufgebaut. Wichtiger Ort des Frühchristentums, mit kämpferischen Kirchenvätern, etwa Athanasius, Clemens, Cyril; bis zum 7. Jh. „Sitz“ des Neuplatonismus. Ab 450 für 200 Jahre Hochburg des Monophytismus (=Gott hat nur eine Natur; keine Dreifaltigkeit). 642 vom Islam eingenommen. Ab 1517 gehört A zum Osmanischen Reich. – 1978 (lt. Zensus) 2,3 Mio; 1996 4,1 Mio; 2009 4,3 Mio.

 


2. Libyen

Tripolis, Hpst. von Libyen mit 1,8 Mio Einw. In der Römerzeit gegr.; später von Hunnen eingenommen. 1911 von Italienern erobert. Unter Ghaddafi grosszügig ausgebaut: vom Slum zur Metropole.

Sirte/Syrte, Hafenstadt, von Italienern als Stadt aufgebaut; Ghaddafis Geburts-Stadt, ein Schaustück mit 75'358 Einw. Geht auf Phönizier zurück, wurde ein osmanisches Fort, bis 1911 ital. Kolonialismus etwas Stadterneuerung brachte.

Benghazi, zweitgrösste Stadt Libyens, Hafenstadt von Griechen im 5. Jh. v Chr gegr. 1573 von Türken besetzt. im 20. Jh. von Italienern besetzt. 671'000 Einw.

 


3. Tunesien

Tunis ist Hpst. mit 2,4 Mio Einw.; Altstadt Medina und moderne Villenstadt zwischen 2 Seen: französische Kolonialzeit für Städtebau sehr besorgt; schon lange am Tourismus interessiert.
Karthago war eine Grossstadt der Antike, heute ein nobler Villenvorort von Tunis. Von hier aus mit grossem Einfluss wirkten die Kirchenväter Tertulian und Augustinus von Hippo. 647 kam der arabisch-islamische Vorstoss. Islam liess Karthago bewusst verkommen. Daher liegt unter der heutigen Stadt „kultureller Explosivstoff“ – ähnlich der Radioaktivität.

 


4. Algerien

Alger/Algier ist Hpst mit 2,2 Mio Einw. Liegt in der Bucht von Alger. Von Phöniziern um 1200 v Chr erste Bauten. Seit 42 n Chr römisch. 429 eroberten Barbaren unter Geiserich die Stadt. Ab 533 byzantinisch, dann berberisch; 1827 von Franzosen erobert. Stadt entwickelte sich rasch; 1902 noch 100'000 Einw. Seither Zuwanderung von Franzosen und Arabern. Heute eine Stadt von Arabern und Berbern.

Weitere Hafenstädte Algeriens:

  • Annaba ist das alte Hippo mit 210'000 Einw. (2008); von Phöniziern als Handelsniederlassung gegr. Von hier aus bezog das alte Rom alle afrikanischen Produkte. Von 396 bis 430 war Augustinus hier überregionaler Bischof. Hier fanden christl. Synoden und Konzilien statt. Nach Belagerung von Geiserich eingenommen. 
     
  • Bejaia hiess unter Franzosen Bougle, ist die Hptst. der „kleinen Kabyle“. Zehntgrösste Stadt A.s mit 115'000 Einw. Besass in Antike grosse Bedeutung, dann ein Hin und Her zwischen Spaniern und Türken; die frühere Stadt zerfiel, bis 1833 Franzosen kamen.
     
  • Oran zweitgrösste St mit 679'877 Einw. (2003); heute 95% muslimisch, 4% christlich, 3% jüdisch, mit Ghettos und Spannungen. Viele Moscheen (mit M. übersät). Wurde wahrscheinlich im 10. Jh. von muslim. Kaufleuten gegr. 1830 kamen die Franzosen; besass zur Kolonialzeit höchste frz. Bev.anteil in Algerien. 5. Juli 1962 findet hier grosse Massaker mit etwa 3500 Toten; bis heute keine Aufarbeitung der Geschichte.
     
  • Skida ist das einstige Philippville mit 170'000 Einw.; wächst wegen Petro- & Gas-Industrie. Kam ziemlich heil am Bürgerkrieg vorbei. Besitzt eine riesige Industriezone mit Fischerei-, Container-, Gas- und Ölhafen.

Die bis anhin genannten Städte sind alles Hafenstädte. Nun noch 3 besondere Stätten:

  • Sétif liegt in Küstennähe auf einer Hochebene zwischen Kabylen- und Atlas-Gebirge, mit 187'000 Einw. (2004 geschätzt). Von Römern geschätzt (Colonia genannt). Hier begann am 8. Mai 1945 der Aufstand (Krieg ab 1954) mit dem Massaker von Sétif. Bis heute: Nichts verarbeitet.
     
  • Tamanrasset ist eine Wüstenoase und grösste Stadt mit fluktuierenden Einwohnern von 76'000 im Süden. Durchgang N-S, Ausgang von Wüstentouristen. Logistikzentrum für Transsahara-Verkehr. Einst Tuareg-Handelszentrum. Liegt 1400 müM mit 16 Regentagen und 46 mm Niederschlag.
     
  • Tiemcen im NW mit Oliven- und Weinbaukulturen. Um 2005 140'000 Einw.; Voraussage: über 1 Mio im Jahr 2012.

Im 4. Jh. von Römern gegr. und gepriesen; war einst eine christl. Hochburg mit u.a. Erzbischof Bruno, dem überragenden Konzilsvater beim Konzil v Karthago 411. Wurde später ein Königtum, bis Islam alles überrannte und lange Zeit fast brach liegen liess.

 


5. Marokko

M besitzt 5 Millionenstädte:

Casablanca: Grösste Stadt von M. mit 3.6 Mio, als Region gute 4 Mio. Auf 8. Jh. zurück. Piratensitz. 1496 zerstört. 1575 v Portugiesen besetzt. 1758 v Erdbeben ganz zerstört. Mitte 19 Jh. span. Handelsplatz mit Billigung des Sultanats.; später franz. Wichtiger Hafen. Heute wichtiger Handelsplatz u. Industrieort.

Tanger (und Umgebung): seit 1956 Hpst M. 2,5 Mio, 2008 700'000 Einw. gegr. im 5. Jh. vor Chr. von Karthago aus; ab 1471 port. 1580 span. 1681 brit. sogar kurz dazwischen ital. Bekannter Schmugglerhafen. Heute mit vielen Banken

Rabat: seit 1956 Hpst. Residenz d Königs. Liegt am Atlantik. Handelsstadt. Einstige Piratenrepublik. 1,7 Mio Einw; vor kurzem noch 600'000.

Marrakesch: „Perle des Südens“. Geschätzte 1,1 Mio. Gilt als Königsstadt. Einst Zentrum der Almoraviden; im Hohen Atlas gelegen.

Fès: 1 Mio. Auch als älteste der 4 Königsstädte mit seinen Gassen bekannt. Viele archäologisch interessante Objekte. Liegt in fruchtbaren und bewässerte Tiefebene. 789 gegr. liegt an der Kreuzung wichtiger Handelswege.

Folgende Städte sind im Begriff (oder sind es bereits), Millionenstädte zu werden:

Meknès: gehört zu den 4 Königsstädten; liegt in einer fruchtbaren Ebene. Obst- u. Gemüseanbau. Zwischen 1672 und 1727 von islam. Bruderschaft aufgebaut. Altstadt steht unter UNESCO Kultur-Erbe. Ca 600'000 plus Einw.

Taza: 750'000 Einw; 100 km östl. v Fès im NO. Stark muslimischer Einfluss; ab 1074 in Hand d Almoraviden. Im 19. Jh. kam der europ. Einfluss.

El Kelaâ des Sanghina: im S des Lands mit etwa 750'000 Einw.

Nador: Lagunenstadt, heute 730'000 Einw. stark wachsend.

Oujda-Angad: im NO an Grenze zu Algerien; 500'000 Einw.

 


6. Mauretanien

Nouakchott: Hpst seit 1958 erst, dazu erwählt, vorher ein Dorf mit 500 Einw, heute zügellos und ungeplant auf 820’000 Einw gewachsen, auf einer Fläche von 1000 qkm; von Chinesen gebaut der zweitgrösstem Tiefwasserhafen, 1986 eröffnet. Keine Stadtplanung, Wildwuchs. Durchgang von afrik. Flüchtlingen in der Ausflucht nach N. Von N. 200 km bis zur Grenze zu Senegal.

Rosso ist die Grenzstadt zu Senegal, ein „real urban challenge“. 2002 schätzte man 50'000, 2010 bereits 75’000 Einw. Von hier geht Grossteil der Versorgung von Dakar und Senegal aus. Mit Hafen. Von hier führt Strasse gegen Osten flussaufwärts, von Chinesen erbaut. Liegt in der Trockensavanne. Ist nach Kaédi die viertgrösste Stadt M.s

Hier hat A.D.A.U.A eine afrikanische Stadterneuerung projektiert.
Diese Association pour le Développement d’une Architecture et d’un Urbanisme Africaine Organisation nennt sich ökologisch; begonnen wurde mit einer für 12'000 Europäer geplanten Wohnsiedelung. Im Kontrast: Es gibt in Rosso keine geteerten Strassen, keine Kanalisation, keine Müllentsorgung. Jedes Jahr im Sept. überschwemmt. Reise- und Hirseanbau.

Kaédi liegt am Senegalfluss, besitzt Flusshafen. 1970: 20’00, 2008 bereits 55'000 Einw. Ist in der modernen Architektur wegen des Spitalbaus bekannt.

Aleg wächst im Siebenmeilenstiefelstil. Die E-Zahl von 2000 wurde auf 26'000 geschätzt; heute nimmt man 50'000 an. Ist ein alt bekannter Knotenpunkt in der Nähe des Sees Lac d’Aleg; eine Tränke im Karawanenhandel. Heute geht von hier 1100 km eine Strasse bis Nema in Ghana. Durch hier führt eine Strasse südwärts. Die Stadt besitzt Grundwasser. Bei der heutigen Landflucht in der Sahelzone zieht Aleg arme Massen an.

 


7. Senegal

Dakar ist die Hpst; liegt am Cabo Verde, vorgelagert von Gorée. Portugiesische Seefahrer haben die Halbinsel als Landeort auf dem Schiffsweg nach Indien gemacht. Zwischen 1560 und 1814 wechselte die Halbinsel 15mal den „Besitzer“: Holländer, Briten, Franzosen u.a. Immer Bezug zu Sklavenhandel. Die Franzosen erbauten zuerst ein Fort; gründeten dann 1857 formell die Stadt; besass 1947 noch 135'000 Einw; inzwischen um 1,2 Mio. Ungeplant wuchert diese Stadt dahin, obwohl 1988 in 19 communes d’arrondisement gegliedert. Dakar ist eine Stadt aus der Kolonialzeit – immer etwas auf Paris schielend.

(über Dakar gibt es genügend Informationen, doch die Frage ist die Sorge nach einer Erneuerung, Planung und humaner Wohnlichkeit)

St. Louis am Senegalfluss; war bis 1902 Hpst. ; wurde 1658 erste franz. Siedlung in Afrika. Etwa 170'000 Einw; grenzt an Mauretanien; gilt als Venedig Afrikas; eine längliche Insel mit 507 m langen Brücke Pont Faidherbe verbunden; Lagunenstadt.

Thiès ist fünftgrösste Stadt mit 237'000 Einw; 1863 von Franzosen als Fort angelegt.

Touba ist die grosse Muriden-Zentrale mit gigantischer Moschee und einem Minarett als Wahrzeichen. 1964 nur 5'000 Einw, 1988 125'000, 2007 529'000.

Mbour liegt 80 km südlich von Dakar am Meer. 1988 79'000, 2000 153'000, 2007 geschätzte 182'000 Bew.; drittgrösste Stadt S.s Mit Fischerei und Tourismus; eine beliebte Badeküste.

Kaolak soll (lt Internet) die schmutzigste Stadt Afrikas sein. 200'000 Einw. 1925 nur 5000. Ein Kraftort ganz in der Nähe der Stadt, wo ein alter gewaltiger Baum steht und vor ihm eingeschlagene Meteoriten.

 


8. Gambia

Banjul (früher Bathurst), die Hpst liegt auf einer Insel; kann sich nicht mehr expandieren; in der Mangroven-Mündung des Gambia Flusses. 2010: 32'820 Einw geschätzt.

 


9. Mali

Bamako ist Hptst, „etwas mehr als ein Drittel der Bev. Malis lebt hier.“ Etwa 1,8 Mio Einw nach statistischer Schätzung 2009. Liegt am Niger Fluss. Ausser Kern ist nichts geplant, wuchert dahin.

Die folgenden Zahlen schliessen teilweise das jeweilige Einzugsgebiet mit ein, weil Stadt und Land ineinander übergehen:

Sikasso ist die zweitgrösste Stadt mit 225 336 Einw (2009); im 19. Jh. gegr.

Ségou ist ein Symbol des alten Mali-Reichs; mit grosser Moschee.
2.4 Mio (2009)

Mopti als Region mit gut 2 Mio Einw. Liegt am Niger.

Kayes mit Region 2 Mio Einw; war bis 1892 Hpst des Französisch-Sudan.

Goa am Niger mit 500'000 (2009) Bewohnern.

Djenne, alte Malistadt, grosse Moschee, 34'000 Einw.

Timbuktu wird 2009 mit 54'453 Einw im Zensus aufgeführt, wächst rasch weiter, seit der Tourismus den historischen und mystifizierten Ort entdeckte. Liegt nahe des Niger-Flusses. Ursprung im 10. Jh. Kam im Mali-Reich zur Blüte. War Zentrum des Salz- und Goldhandels, bis Kaiser Manu Musa nach dem Hadj eine der grössten Universitäten der damaligen Zeit aufbauen liess, mit den besten Gelehrten aus dem arabischen Raum zusammengekauft. Damals soll T um die 18'000 Einw gehabt haben. 1328 von Mossi angegriffen. Es kam die Blütezeit im 15. und 16. Jh. als T eine wahre Karawanenmetropole war. Route: Ägypten – Gao – Kumbi – Salah. Geld floss vom Sklaven- und Salzhandel. Damals mit etwa 25'000 Einw. Vom 17. Jh. an begann T zu versanden und wurde zu einer mythischen Stadt – auch in Europa. Von Europa aus begann die Suche nach T; war noch im 19. Jh. für einen Europäer lebensgefährlich. Erste, der T wieder fand war der Schotte Alexander Gordon Laing, der 1826 T fand und beschrieb; er starb kurz darauf u seine Papiere verschwanden. Man wusste nur über Briefe, dass er in T war. Als Zweiter kam als Muslim verkleidet der Franzose René-Auguste Caillié, der 1828 in T ankam. Er wurde lange als Schwindler angeklagt, welche die Papiere von Laing gestohlen habe und gar nicht dort war. Dann folgte als Dritter 1853 der deutsche Afrikaforscher Heinrich Barth (1821-1865).

 


10. Burkina Faso

Ouagadougou ist Hpst. War lange Zeit für Europäer nicht zugänglich. Deutsche Forscher Hch. Barth beschrieb als 1. Europäer den Ort, der 2006 1,2 Mio Einw hat und immer weiter wächst. Zentrum des afrik. Films. Reges Kulturleben.

Bobo-Dioulasso wurde 1050 gebaut; 1897 von Franzosen eingenommen; gehörte von 1832 bis 1947 zur Kolonie Elfenbeinküste. Der Name fasst 2 Völker, die hier leben, zusammen. Ist ein Drehkreuz zwischen Mali & Elfenbeinküste; ist Bahnknotenpunkt; ist Treffpunkt. Hatte 2000 schätzungsweise 554'042 Einw

Dori in der Region Sahel hat mit Region etwa 52'000 Einw. In diesem heissen und staubigen Flecken wird ein anderes Gesicht einer Stadt ersichtlich; In der Sahelzone findet man ganz stark Städtchen mit einem Anhang von ländlichen Streusiedlungen. Es hat mit Weidekultur und Wasser zu tun.

Gaoua mit 57 Dörfern zusammen 52'000 Einw. Die Stadt besitzt ein Kulturmuseum mit stark lokalem Touch. Ist eine Stadt bestehend aus Dörfern. Ideal für eine Weiterentwicklung einer Stadt mit Landwirtschaft.

 


11. Niger

Niamey ist Hpst mit geschätzten 1,2 Mio, 2005 gab man noch 720'000 Einw an. Liegt in einer Mulde am Niger, mit steilen Ufern. Explosives Bev. Wachstum wegen Geburtenüberschuss und massiver Landflucht. N ist in 68 Stadtviertel eingeteilt; dazu kommen 27 Dörfer rund um den Stadtrand. N besitzt ein klares Zentrum, der Rest ist slumhafter Wildwuchs. Im Kern – aus franz. Tradition – Lehmhäuser. N wurde 1902 von Franzosen gegr; vorher Zinder das Zentrum. Stadt besitzt ein Müllproblem; keine Abfallpolitik. Dazu kommen regelmässige Überschwemmungen (letzte 2010), gefolgt von Smog.

Zinder kann auf ein rapides Wachsen zurückschauen: 1977: 53'000, 1988: nach der Volkszählung 119'827; Schätzung 2010: 170'000.

Maradi wird mit 15'000 Einw aufgeführt. Drittgrösste Stadt.
Liegt an der nigerianischen Grenze; ist Hausa-Handelsstadt; mit Tuareg und Paul als Minderheiten.

Weitere Städte mit über 50'000 Einw sind:

Agadez mit etwa 80'000;
Arlit mit 70'000;
Dosso mit 50'000;
Diffa ganz im SO an nigerianischen Grenze mit 25'000 Einw. Auf nigeranischen Seite liegt Duji mit etwa gleich vielen Einw. Frage: Wie entwickelt man Doppel-Städte?

 


12. Tschad

N’Djamena ist Hptst. 1973 unbenannt, vorher Fort Lamy: dieser Name zeigt an, was N. war – und letztlich noch immer ist - ein Fort, ein franz. Militärzentrum. Kultur fehlt bis heute. Am Zusammenfluss der 2 Ströme Logone & Schari, an der Grenze zu Kamerun (nur über die Brücke). 1993: 530'000 Einw, 2005: 721'000, heue (geschätzt) 1,355 Mio mit Agglomerationen. Durch Bürgerkrieg in 1970er & 1980er Jahren bedingt zogen Menschen vom Land in die Stadt. Starke ethnische und auch immer wieder religiöse Spannungen. Im Darfur - Konflikt im Sudan (seit 2009) kamen massenhaft Flüchtlinge.
N. hat wenig Afrikanisches; im Hintergrund dominieren noch immer die Franzosen.

Gefolgt der Grösse nach von 5 Städten im Land; die Bev. zahl stammt vom Zensus 2005:

Moundon: 135'167;
Sash: 102'000;
Abéché: 74'000;
Kélo: 42'000,
Pala: 35’000

 


13. Sudan

Khartum liegt am Zusammenfluss des Weissen und Blauen Nils; ist ein Teil der Dreierstadt Omduman & al Chartum-Bahri. K allein hat 2'207'784 Einw; mit Agglomeration 8,3 Mio (2007); nennt sich die drittgrösste Stadt auf afrik. Kontinent. 1820 von Ägypten gegr. Zentrum des Sklavenhandels. Ismail Pascha macht K zur Hpst. Es ging der Mahdiaufstand los; 1885 stürmten 50'000 Mahdisten die Stadt und zerstörten K: K wurde eine Geisterstadt. 1898 schlugen die Engländer (unter ihnen Churchill) den Aufstand nieder. Briten bauten K neu auf. K wurde in 70er und 80er Jahren Anziehungspunkt für Flüchtlinge aus Tschad.

Omuduman hat 3.127’822 Einw. 2 Brücken führen nach Khartum, 1 Brücke nach al-Chartum-Bahri. Einer der grössten Märkte Afrikas. Vielzahl von Moscheen, eher am Rand eine grosse koptische Kirche und die Kirche der Amerikaner. Hier fand 1898 die grosse Schlacht unter General Kitchener gegen die Mahdisten statt. Ein Heer von 8'200 Briten und 59'000 Ägypter. Die Briten setzten das neue Maxim-Maschinengewehr gegen die Mahdi-Kavallerie ein. 9'700 Mahdisten starben, 10'000 verwundet, 4’000 gefangen. Bei Briten und Ägyptern gab es nur 431 Verwundete. Wendepunkt der Militärgeschichte: Das Ende der Frontalkriege.

al-Chartum-Bahri mit 1,725'570 Einw. entlang der Eisenbahnlinie und mit dem stark industriellen Gebiet wie auch der ganzen Schwerindustrie.

Nyala ist die grösste Stadt im Landesinnern, 900 km von Khartum entfernt, im Westen, Hauptort von Süd-Darfur. Viele Darfur-Flüchtlinge seit 2004. Hatte 1973 noch 59'000 Einw. 565'000 (2007); heute: Mit dem ganzen Durcheinander mögen es 1 Mio sein.

 


14. Südsudan

Juba ist neue Hpst des 2011 unabhängig gewordenen Südsudan. Liegt 1200 km weg von Khartum. Wurde 1922 von Griechen gegr; auf Höhepunkt lebten etwa 10'000 Griechen hier. 1973: 56'000; 1983: 114'980; 2011: 372'000 geschätzt. Nur einige wenige Kilometer Strasse geteert; Rest Staub. Totales Fehlen einer Infrastruktur. Dominiert von Bauten der vielen Hilfswerke, NGOs genannt, und Verwaltungen. Momentan, bei der Unabhängigkeit, ist Juba eine Stadt des totalen Durcheinander. Wirklich sind nur die Verwatungsgebäude und die vielen NGO-Büros; der Rest besteht aus Arbeitssuchenden.

 


15. Somalia

Mogadishu ist Hpst, am Ind. Ozean, rund 200 km nördl. des Äquators. M ist 2010 total durcheinander, verwundet von Bürgerkriegen zwischen verschiedenen Milizarmeen; Menschenrechtsverletzungen geschehen täglich. Terror und Horror. Einmal schätzte man Einw. zahl auf 1'700'000; 1975 waren es 380'000. 2007 fliehen lt. Berichten 800'000.

Hargeisa ist die Hpst von einst British Somaliland und heute vom international nicht anerkannten Staat Somaliland. Liegt 1354 müM. Grossbritannien eroberte H 1888 und schuf ein Protektorat Die heutige Schätzung geht auf 1,3 Mio Einw.

Merca geht aufs 5. Jh. zurück und hat heute etwa 350’00 Einw.

 

 

16. Dschibuti (23'200 qkm; 516'055 Einwohner)

Dschibuti ist die Bezeichnung sowohl für den Kleinstaat am Horn Afrikas als auch die Hpst. Ist auch eine Hafenstadt und militärischer Stützpunkt der Franzosen. 1888 wurde die Stadt von den Franzosen gegr. Ist heute der Endpunkt der Eisenbahn, die von Äthiopien kommt. Fast alle Bewohner des Staats leben in Städten, wenn auch ein sehr hoher Prozentsatz in miserablen Slums dahinvegetiert.
D hat 468'800 Bewohner. 60% Somali und 35% Afar, 5% Europäer, Rest Araber. 87% der Staatsbevölkerung lebt in Städten.

Neben der Hpst. gibt es noch:
Ali Sabrein mit 41'290 Einw;
Obok: 18'300,
Dikhil: 12'400.

 


17. Eritrea
hat sich in einem Krieg seit 1961 von Äthiopien abgetrennt.
Hat Fläche von 121'144 qkm mit schätzungsweise 5,1 Mio Einw

Asmara ist Hpst mit 663'000 Einwohnern; informell werden über 1 Mio angenommen.

Keren mit 86'000,
Massaua mit 50'000.

 


18. Äthiopien

Addis Adeba ist eine sowohl mythische als auch mystische Hpst, von
Haile Selassie noch immer geprägt; sein Zion auf dem Berg. Mit einer faszinierenden Hauptstrasse, die einst alles rechts und links dahinter abschirmte, denn hinter de Schein gab es nur Slums und Elend. – AA war der Sitz der OAU, also des Zusammenschlusses aller afrik Staaten. Der OAU-Palast wurde so errichtet, dass kein afrik Präsident jemals Wirklichkeit sah.

AA ist (stolz) amharisch; setzte sich immer wieder von Afrika ab. 1881 verlegte Menelik I. seine Residenz hierher. 1889 wurde der erste kaiserliche Palast unter Menelik II. gebaut. AA bdt. Neue Blume. Er machte AA zur Hpst. Schon 1898 1. Kino; 1905 die 1. Bank; 1908 1. Schule; 1910 1. Krankenhaus. (Man beachte die Reigenfolge) Ab 1930 unter Haile Selassie wurde AA italienisch.
AA liegt auf 2200 m ü M und steigt an; breitet sich auf gut 530 qkm aus; hat 3,5 Mio Einw. AA ist von orthodoxen Kirche geprägt.

Weitere Städte (alle islamisch) mit über 100'000 Einw:
Dire Dawa mit 255'000;
Adama (früher Nazrei) mit 215'000;
Bahir Dar: 170'000;
Gonder mit 160'000 und
Mek’ele mit 155'000 Einw.

 


19. Zentralafrikanische Republik ZAR

Bangui ist Hpst, liegt im SW an Grenze zum Kongo und am Ubangi-Fluss mit vielen Schnellen, auf einer Fläche von 67 qkm. 2005 684'190 Einw. B wurde von Franzosen als Verwaltungsort 1889 gegr. Charakteristisch: eine breite Zentralstrasse, die zum Stadtmittelpunkt führt, zum Place de la République. Kaiser Bokassa liess hier im römischen Stil einen Triumphbogen für sich errichten. Fürs Volk ist der grosse Marktplatz wichtig.

 


20. Guinea – Bissau:
kleines Land mit gut 36'000 qkm & 1,443 000 E.

Bissau ist Hpst mit 388'000 Einw 2006 & 2007 407'424 Einw. Land hat 25 ethische Gruppen, die alle in Hpst vertreten. Dazu kommen internationale und viele private Entwicklungsorganisationen.

 

 

21. Guinea

Conakry ist Hpst mit 1'872'000 Einw (2005). War 1887 noch ein Fischerdorf, als von Franzosen besetzt u zur Stadt aufgebaut wurde. War in 50er Jahren noch eine angenehme Stadt mit Sandstränden und Promenaden oder Boulevard. Heute ist alles zerfallen; die Stadt hat die Grausamkeit des Diktators Sékou Touré noch nicht überstanden. Überall trifft man Wunden.

Städte mit über 100'000 Einw (alles gesch. Zahlen aus 2005):
Nzérekore 132'800,
Kindia 117’098
Kankan 114’103
Kissidougou 102’346
Guéchkédou 96’000

 


22. Cape Verde/ Kap Verdischen Insel/ Kapverden

Praia ist Hpst mit 62'000 E. vor 40 Jahren; 2010 rund 140'000 E; hat sich während der letzten 20 J. verdoppelt. Wurde 1615 als Dorf auf Felsplateau gegr; wurde 1770 Hauptort. Besitzt schöne Badestrände, Föughafen und Hafen. Fischerei spielt wichtige Rolle. Kaffee & Zuckerrohr werden exportiert.

 


23. Sierra Leone

Freetown Hpst. Ihr Vorbild war Libreville, Symbol der Sklavenbefreiung. Entstand neu mit aus England und Schottland ausgeschafften Ex-Sklaven. Von Briten, Kanadier und Amerikanern gegr. Vorher war die vorgelagerte Insel (!) Bunce ein grosser Ausschiffungsort von Sklaven. Im 16. Jh. von Engländern entdeckt und von Portugiesen mitbenutzt. War lange der grösste Sklavenumschlagsplatz Westafrikas. Welche Ironie, hierher „befreite“ Sklaven zurückzuschaffen.

Stadt ist eine Halbinsel. 2008: 820'000 Einw, 2009 997'000, seit 2010 Mio-Stadt. Wuchert ins Land hinaus und hat ein geschätztes Potential von 5 Mio. Wurde im Bürgerkrieg (ging 2002 zuende) stark zerstört.

 


24. Liberia

Monrovia überschritt um 2005 die Mio-Grenze. 2008 mit 1,1 Mio. 40% des Territoriums wurde im Mangroven-Gebiet gebaut. Ab 1821 siedelte die USA hier „befreite“ Sklaven an – ohne Rücksicht auf einheimische Bevölkerung. Stadt wurde von USA nach ihren Vorbildern aufgebaut, also mit Capitol u.a. Die Stadt litt stark im Bürgerkrieg, der unter Führung von Doe entfacht wurde.

 


25. Elfenbeinküste/ Côte Ivoire/ CdI

Abidjan in der Lagunenregion, im Golf von Guinea; war bis 1983 Hpst.1950 noch 65'000 Einw; 2005 3,7 Mio. Wurde 1886 von Franzosen als Stadt gegr.

Yamoussoukro ist seit 1983 die neue Hpst der CdI; Houphouet Boigny hat sie pompös aufbauen lassen, etwa mit einer Kathedrale, die grösser als der Petersdom in Rom ist. Mit all den Ministerien und einem Flugplatz für das Hin- und Herreisen der Abgeordneten und Minister, denn das Zentrale geschieht weiterhin in Abidjan. Auch ein Bezirk mit 169 Siedlungen. Ist momentan noch viertgrösste Stadt der CdI, nach Abidjan, Bouaké u Daloa. War bis nach dem 2. Weltkrieg ein bedeutungsloses Dorf. 200'600 Einw (2007).

Bouaké liegt im Zentrum des Landes, 350 km nördlich von Abidjan. 2009: 659'250 Einw; geht auf Franzosen zurück; mit Eisenbahnbau im Zusammenhang; planlos gewachsen: Bahn führt mitten durch Stadt. Die Besseren leben im Quarier Air France; die ärmere Schicht im Koko Quartier. Mit einem der grössten Märkte der CdI.

Daloa liegt im Westen, an der N-S-Route und gleichzeitig an W-O-Route. Zentrum des Kakao- und Kaffee-Handels. Ebenfalls Maniok, Yams, Kolanüsse, Baumwolle und Holz. Von 2 Einheimischen gegr. Ab 1903 frz Militärposten. 277'800 Einw.

 


26. Ghana

Accra Hpst. mit 2,1 Mio E. zusammen mit Hafenstadt Tema u. Umland. Im 15. Jh. von Ga-Volk gegr., um Handel mit Europa zu betreiben. Hier waren sukzessive Holländer, Schweden, Dänen und später ab 1679 Briten. Noch im 19. Jh. gab es je einen Stadtteil für Briten und Holländer. 1862 zerstört Erdbeben A. Briten bauen geplant auf: rechteckiges Strassensystem mit Bebauungsplan. Einheimischen werden in die nördlich gelegene Native Town verdrängt. Bahn von hier nach Sekondi-Takoradi gebaut. Tema wird zur Hafenstadt dazugenommen in 25 km Distanz. War bis 1960 noch nur ein Fisherdorf, heute etwa 300'000 E. Briten bauen hier geplant; ist einzige ghan. St. mit Abwassersystem, 80% der Bev. Zugang zu fliessendem Wasser. Legon ist ein Vorort, wo die Universität liegt.

Zum Grossraum Accra gehören auch
Ashaiman, Teshie, Madina, Nungua, Tema New Town, Taifa, Adenta East.

Kumasi ist zweitgrösste Stadt im Ashanti-Gebiet mit 1,5 Mio und mit dem ganzen Umland (Gürtel von 30-35 km) bereits 2005 über 2,5 Mio. Wurde im 17. Jh. gegr. Besitzt prestigereiche Universität; Viel Kunsthandwerk mit eigenem Markt. St. hat einen grossen Markt.

Sekondi-Takoradi an der Küste ist drittgrösste Stadt, 2 Orte wurden 1946 vereint. Geschätzt 2008: 1'355'000 E. Grosses Fussball- & Sportstadium. Touristenort.

Tamele liegt 400 km nördlich v Kumasi, liegt in der Savanne; ist ein Verkehrsknotenpunkt nach Tamele Port am Volta See. Hat eine halbe Mio E., wovon 84% islamisch ist. 1992 wurde hier ein University College gegr.

Ho ist inzwischen ebenfalls zu einem Ort mit einer Technischen Universität für 15'000 Studenten geworden. Ist Hpst d Volta Region. Scheinbar verdrängt von Ghanaern, weil hier Ewe leben; gehörte einst zu Deutsch-Togoland. Liegt am Volta-Staudamm. Die im Internet mit 73'498 angegebene Einw.zahl kann heute 2011 auf keinen Fall stimmen. Ich war 2010 dort; man sagte mir mehrere Male, es seinen über 100'000. So entsteht und wächst eine Stadt in Afrika. Ho soll 1970 noch 24'200 E. gehabt haben.

Orte, die ebenfalls über und um 100'000 E. liegen u. haben:
Cape Coast mit 154'000 E.
Obuasi im Ashanti-Raum mit 147'613
Koforidua: in Eastern Region mit schätzungsweise knapp 100'000.

Etwa 20 Städte im Land liegen im Bereich von 50'000 E.

 


27. Togo

Lomé Hpst v Togo (56'785 qkm; 6,6 Mio E) mit etwa 750'000 E. im 18. Jh. von Ewe begründet; zunächst bis 1882 ein Dorf (Bay Beach). 1897 erklärten die Deutschen den Ort zum Sitz d deutschen Kolonialverwaltung. 1970 Universität; eigene Fachhochschule f Architektur. Sitz der EU-AKP. Verwaltungs- und Bürostadt.

Weitere Städte mit über 100'000 E.
Sokodé mit 117’840;
Kara mit 104'207;
Kpaimé mit gut 100'000;

dann folgen 4 Städte mit 50'000 u. mehr E.

 


28. Benin

Porto Novo Hpst. Lagunenstadt; von hier Sklaven nach Amerika ausgeschifft. 1863 den Franzosen unterstellt. 2005: 234'166 E. 1979: 133'163 E. Starkes Wachstum.

Cotonou eine schöne & angenehme Stadt mit Boulevards. 1979: 320'000; 2005: 690'500.

 


29. Nigeria

In Nigeria – das muss man wissen – sind alle Zahlen politisch bedingt. Je nach E.zahl gibt es Sitze im Parlament, Lagos, z.B. durfte nicht mehr als 8 Mio haben, auch dann als es längst um die 12 Mio hatte. Dasselbe gilt für alle anderen Städte; dazu kommt die Rivalität zwischen Nord und Süd, zwischen Muslimen u. Christen.

Lagos, hiess bis 1472 Eko. 1472 landeten Portugiesen in den Lagunen und machten hier eine Handelsniederlassung. L. ist die wohl verrückteste St. Afrikas. Der Autowahn haben die Stadt mit einem chaotischen Autobahnnetz zu Beginn der 60er Jahre L. zu einer der staureichsten Städte der Welt gemacht.

1472 landeten Portugiesen in den Lagunen und machten den Ort zu einer Handelsniederlassung. 1851 kamen die Briten. 1901 hatte L. 37'000 E. 1921: 100'000. Bei Unabhängigkeit 1960 wurde wohl Mio. überschritten. Seither explodiert L. ins Chaotische. L gleicht einer Pfingstkirche.

Abuja wurde als neue Hpst gebaut, um Lagos zu entlasten. Beschluss 1976, am 12.12. 1981 eingeweiht. Eine neue Stadt von Kulturbanausen und ohne Volk gebaut. Mit Autobahnringen um die Stadt, die heute ca. 2,5 Mio E. hat. Eine Stadt ohne Gesicht, ohne Kern, voll mit Verwaltungsgebäuden und dennoch dazwischen begann die Informalität mit Klein- und Strassengeschäften langsam zu keimen. Die Politiker fliegen ein und gehen.

Ibadan war die 1. Uni Stadt von Briten 1948 mit Oxford als Vorbild errichtet. Ort 1829 als Feldlager errichtet; 1893 von Briten erobert; hatte um 1900 150'000 E.; galt damals als die grösste Stadt Schwarzafrikas. War stets der Stolz des Kolonisators. 1946-60 Hpst des brit. Protektorats. Im Umfeld von 2 Flüssen mit je einem gestauten See. 2005 registriert Zensus 1,4 Mio E. Heute: Alle sagen spontan, I sei drittgrösste St. Nigerias; also muss I mindestens 3,5 Mio E. haben; die meisten sind Yoruba. Von der Uni ging die ganze Elite hervor. Von daher stammt die weltweite Sympathie der zerstreuten Nigerianer für diese Stadt. Dennoch zerfällt sie.

Kano wird als zweitgrösste St. bezeichnet. Lt. Zensus 2005: 3,6 Mio (man rechne hoch); liegt im N, NO von Kaduna; geht aufs 10. Jh. zurück. Emirat-Hpst mit grosser Mosche; Stadtmauer von 19,2 km. 1903 eroberten Briten K. Islamische St.

Kaduna soll viertgrösste St sein. In FT Zeitung schreibt man 2010 von 6,5 Mio E. Offiziell 2006 1,46 Mio; liegt im N, zwischen Abuja u Kano; am Kaduna River. Seit 1969 Sitz von Peugeot Produktion. Seit 80er Jahren dauernde Spannungen zwischen Muslimen (Mehrheit) u Christen (kleine Minderheit, meist Ibo).

Port Harcourt lt Zensus 2007 1,203 Mio; liegt in Rivers State; im Niger Delta, am Bonny Fluss; 1922 v Briten gegr. u als Hafen ausgebaut; Ölstadt; verschmutzt, grausam, viele Morde u Entführungen; hier wurde Ken Saro - Wiwa zusammen mit 8 Widerstandskämpfern am 10. Nov. 1995 hingerichtet.

Maiduguri liegt im Borno State, nahe zu Tschad; 239 km bis NDjamena. erst zu Beginn des 20. Jh.s gegründet als brit. Militär- & Verwaltungsstadt. Bekanntes Schmugglerzentrum. 2007: 1,2 Mio (offiziell); 2011 schätzungsweise 2,5 Mio. Universität am Rand der Stadt. Islamisch, doch bis vor kurzem friedlich; 2011 grausame Unruhen von Fundamentalisten.

Benin-City mit 1,15 Mio E. (2006) am Benin Fluss. Im 19. Jh. Hpst. des Benin Reichs mit Mauer und Graben. 1897 von Briten erobert und zerstört. Hafen, Universität und Märkte.

Zaria (Zazzan); im 10. Jh. bereits eine Hausa-Stadtkultur;1804 von Fulani erobert. Schon im 18. Jh. 50'000 Einw. 2007: 1,02 Mio.

Aba = Handelszentrum nahe v Port Harcourt mit knapp einer Mio E. 208: 960'000. Wurde im 19. Jh. von Briten zusammen mit Ibo gegr. Palmöl, Kolanüsse.

Ogbomosho im Bundesstaat Oyo. Von Yoruba im 17. Jh. Im 18. Jh. von Fulbe arg bedroht. Landwft. Gegend. 1,2 Mio (2004), 945'147 Einw 2007.

Jos im Plateau State; auf Jos-Plateau (1250 müM), von Bergen umgeben. Am Rand existierte bereits 500 v. Chr. die Nok-Kutur. heutige Stadt wurde zu Beginn 20. Jh.s von Briten gebaut. Von hier wurde eine Eisenbahn nach Port Harcourt gebaut und 1914 in Betrieb genommen; seither explodierte Stadtentwicklung. 1920: 8'000;1960: 80'000; 1981: 637'000; 1991 Zensus: wieder auf 510’3000; 2007: 860'895; 2010 (geschätzt) 1 Mio. In der Nähe Bergbau: Zinn und Col umbit. Seit 2008 starke „religiöse“ Spannungen.

Ilorin im W; Kwara St. 18. Jh. gegr. 1897 übernehmen Briten; Handels- & Industriestadt; Uni & Technological Institute. 2005: 814'248 E. soll 2011 Mio überschritten haben.

Oyo ist eine Yoruba St. im W mit geschätzten 250'000 (2007) E. War im 17. Jh. Yoruba Staat Zentrum. Fast so gross wie einst das Königtum ist heute die Agglomeration. Mit Baumwolle, Tabak, Palmerzeugnissen und Textilien.

Enugu wurde erst 1909 gegr. Liegt an Eisenbahn nach Port Harcourt, die 1212 eröffnet wurde. Im Gebiet des Kohlebergbaus. Pharma-Industrie. Seit 1973 Universität. 2005 geschätzte 653'436 E.

Abeokuta Hptst von Ogun State mit 593'140 (2005 geschätzt); ist einer der Sitze der 5 Yorubaoberhäupter. 1830 als Schutz gegen Sklavenjäger aus Dahomey gebaut

Sokoto liegt im NW, im Tal der Flüsse Sokoto & Rima. In der Savanne. Wurde 1806 Hpst im Dschihad des Usman dan Fodio. Etwas der einstigen Radikalität lebt noch heute in S. 583'039 E. geschätzt 2006.

Onitsha liegt am Niger, nahe Enugu, 2005 etwa 570'000 E. Wurde im 16. Jh. von Immigranten aus dem Königreich Benin gegr. 1857 brit. Handelsniederlassung; 1884 britisch. Über Fluss führt eine Brücke. Zentrum der O. Market Literature, Bezeichnung für billige Volksliteratur.

Warri 1991: 363'382; 2007 (geschätzt) 556.179. Liegt im Delta, nahe am Meer; im Erdölgebiet; verschmutzt. Schiffsbau u Erdölverarbeitung. Es heisst: Warri sei knapp vor der Überschreitung zur Mio.stadt.

Oshogbo mit 548 327 E (geschätzt 2007); am Fluss Oshun; am Rand liegt ein hl. Hain der Fluss-Göttin Oshun/Osun; liegt an Bahnlinie Lagos-Kano. Jährlich ein Festival einmaliger Art. Stadt der Textilfärberei.

Okene ist ein bekannter Handelsplatz landwft Produkte der Gegend: Yams, Mais, Maniok, Sorghum, Erdnüsse, Bohnen, Palmöl u Baumwolle. Geschätzte 489'498 E.

Calabar liegt am Calabar Fluss; wurde im 15. Jh. v Portugiesen gegr. als wichtiger u grösster Umschlagplatz f Sklavenhandel nach N’Amerika; nach Ende der Sklaverei entstand ein wichtiger Handelshafen. Lokalvolk: Efik; schottische presbyterianische Mission. 470'993 E (geschätzt 2007)

Katsina im N zu Niger; 11. Jh. von einer 21 km langen Mauer umgeben; später geschleift; es gibt noch Überreste. 2006: 445'763;

Akure im SW mit 436'056 E (2007); Yoruba – St. mit einem des grössten & schnellsten Wachstums.; islam. Zentrum; stark Hausa geprägt.

Ife-Ife ist die hl. Stadt d Yoruba; von Mythen u Göttern geprägt u umgeben. Liegt im SW. Um 500 n Chr gegr. 408'897 E (2007); St voller Traditionen.

Iseyin mit 374'512 E (2007), SSW; Zentrum d Baumwollindustrie; Tuch-Industrie,

Bauchi liegt mitten in fruchtbarem Boden; Vieh- u Tierzucht; grosse Bev. dichte; erst 1976 als St. gegr. 1991: 206'537 E. statistische Schätzung 2007: 330’391

In der Statistik 2007 folgen 25 Städte mit über 100'000 E.

 


30. Kamerun

Duala, Hafenstadt, grösser als Hpst Yaundé mit 1,9 Mio 2005. bis 1920 die Hpst; ursprüngliches Sumpfgebiet; bis Mitte d 19. Jh.s für Portugiesen strategisch wichtiger Hafen d Sklavenhandels. 20 m von Atlantik-Küste entfernt, am Wouri Fluss.

Yaoundé 730 müM, auf Hügeln gebaut, am Fluss Mfoundi: Hptst. mit 1,29 Mio E.1884 von deutschen Händlern gegr. 1889 Sitz d deutschen Kolonialverwaltung.

Garoua drittgrösste St K.s, liegt i Nord-Provinz; liegt an Fluss und ist wichtig f Binnenschiffahrt; wurde 1. Hälfte d 19. Jh.s als befestigte Siedlung d Fulbe; Deutschen eroberten St. 287'586 E. (weil islamisch ist, wird von Verwaltung Bev.zahl niedriger angesetzt)

Bamenda ist viertgrösste St. in der NW Provinz; 450'000 E. (etwas kann mit der Zahl nicht stimmen!)permanenter polit. Unruheherd; starke deutsche Erinnerung; bekannt f indigenes Kunsthandwerk.

Maroua liegt 400 müM, an 2 Flüssen; 205'635 E (gesch. 2005); Fulbe verdrängen im 18. Jh. lokale Bevölkerung; später nehmen Deutsche Besitz, doch ihr Einfluss ist relativ gering. Bauwollindustrie. Von hier Teerstrasse nach N bis zu Mora, das einst eine deutsche Garnison in N Kameun war und die letzte dt. Festung im Land.

Ngaunderé hat sich in den letzten Jahren explosive verändert, seit es das westafrik. Universitätszentrum für Food Technology wurde; liegt am Rand des Hochlands; hat eine Altstadt aus dem 19. Jh. mit Moschee u Herrscherpalast, die das pure Gegenteil des hypermodernen Campus (dennoch vergass der austral. Architekt das Abwassersystem) mit 7000 Studenten ist.

Bafoussan ist touristisch äusserst beliebt; liegt in W Region; Handelszenrum. 242'000 E (2001).

Erwähnung verdient auch die äusserst lebendige Stadt
Kumba im SW mit 144'000 E (2005); ist die Handelsstadt für Kakao, Ölpalmenprodukte und Holz.

 


30. Äquatorialguinea

Malabo ist seit 1969 Hpst der ehemals spanischen Kolonie und des heutigen Staats Ä.G. Liegt auf Insel Bioko, die bis 1973 Santa Isabel & Fernando Poo hiess. Hat etwa 50'000 E; unter dem Diktator flohen viele nach Sierra Leone. 1827 v Vriten als Flottenstützpunkt (Port Clarence) gegr. Wichtiger Sklavenumschlagplatz. Als Sklaven frei wurden, siedelten Briten hier Befreite an. Viele zogen weiter nach Sierra Leone. 1843 span. Seit Unabhängigkeit regierte Diktator Nguema, dann folgte Neffe Nguema Mbasogo: Alles blieb in der Familie. (Alle Zahlen sind entweder über- oder unterschätzt)

 

 

31. Gabun

Libreville Hpst; liegt im Mündungsgebiet des Flusses Mbé; in Mündungsbucht Corisco; 2005 579'000 E. (geschätzt). 1843 franz. Fort; 1848 offiziell zur Stadt erklärt; man siedelte befreite Sklaven an und nannte nach dem Vorbild Freetown die Stadt Libreville. Seit 1886 Verwaltungssitz der franz. Provinz Gabun.

Port-Gentil ist zweitgrösste Stadt; 125'000 E.
Franceville drittgrösste Stadt mit 43'000 E.

 


32. Sao Tomé e Principe

Sao Tomé ist Hpst des kleinen Inselstaats; 200 km westl. vor Äquatorialguine u Gabun. 2005: 56'167 E.

 


33. VR Kongo (Zaire)

Kinshasa als Hpst. mit der anderen Hpst Brazzaville eine Agglomeration von über 10 Mio E.; allein genommen 8,9 Mio.

Hiess bis 1966 Leopoldville; wurde von Henry Morton Stanley 1881 gegr und dem belg. König Leopold II. geschenkt, der bis 1908 den ganzen Kongo als Privatbesitz hielt. Liegt am Kongo im Pool Malebo; Kongo erst von hier flussaufwärts schiffbar. Heute drittgrösste Stadt Afrikas; mit ungestümem Wachstum. 1920: 1'600; Mitte 30er Jahre: 40'000 (wovon 2’5000 Europäer); 1950er J.: 250'000 (davon 15'000 Europäer); 1960 etwa 400'000. Seit 1965 Mobutu an der Macht war zog er wegen totaler Vernachlässigung des Landes alles in die Stadt. Mit zahlreichen Universitäten, Hochschulen, Museen und einem interkontinentalen Flughafen. 2010 macht Metropole einen traurigen Eindruck; Zerfall liegt über ihr.

Lubumbashi ist die grosse Industrie- und Minenstadt im Katanga.; hiess bis 1966 Elisabethville; nahe zur sambischen Grenze. Wurde 1910 von Belgiern gegr. War 1960-63 Hpst d Sezessionstaats Katanga. Besetzt von Rebellenführer Laurent-Desiré Kabila. Vieles wurde zerstört. 2007 wird E.zahl auf 1,485.288 geschätzt. 2 Flughäfen, Eisenbahn, Tor zu Sambia, 1 Uni. Hauptmineralien: Kupfer, Kobalt, Zink. Neues Leben mit Chinesen.

Kolwezi, ebenfalls im Katanga; hat 2008 die Millionengrenze erreicht. 2005 910'167; 1984 416'122. Heute 2011 Stadt der Armut; war kann, flieht. Kobalt- und Kupferminen vernachlässigt.

Mbuji-Mayi in Kasai-Oriental Provinz; hiess bis 1966 Bakwanga; liegt am Fluss Bushimaia; gilt als Diamantenstadt; 1910 v Belgiern gegr; wuchs rasch, viele Spekulanten. Heute in miserablem Zustand; voller Armut; hatte nach Schätzung 2007 919'166 E.

Kisangani (früher Stanleyville) in Orientale Provinz mit 555'753 gesch. E. Von hier an ist Kongo flussaufwärts nur noch für gewisse Schiffe nutzbar. 1883 von Stanley gegr.1888 Sitz des berüchtigten Sklaven- & Elfeinhändlers Tippu-Tip (1857-1905), Sohn eines Osmanen & einer Afrikanerin, der selbst Kolonialmächte austrickte u sich in belgischen Dienst stellte. 1964 wird der Ort Schaulatz grausamen Gemetzels durch Simba-Rebellen.

Kananga (Kasai-Occidental) hiess früher Luluaburg, liegt am Fluss Lulua, wurde 1885 vom Deutschen Hermann Wissmann gegr. 2007 gesch. 477'017 E. Wurde aus der Luft besiedelt, bis Eisenbahnlinie ankam.

Likasi (Katanga) gesch. 2007 453’655

Boma (Bas-Congo) 360'000 (gesch. 2007)

Tshikapa (Kasai-Occidental) 2007 gesch. 284’888

Bukavu (Sud-Kivu) 227'908 (2007)

Mwene-Ditu (Kasai Occidental) mit 198'750 (2007); erst 2003 gegr. Umgeben von viel Agrarland.

Kikwit (Bandundu) 189'401 (2007); im SW, am Fluss Loulkou E.zahl gehen stark auseinander; 1995 schrieb Journalist L. Garrett von „zwischen 250'000 und 500'000. Die Universität soll für alle Fakultäten nur 6161 Bücher haben (lt. Le Monde 2009).

Das sind die 12 grössten Städte der DR Kongo. Es folgen 12 weitere mit über 100'000 E. Es sind dies:
Mbandaka, Matadi, Uvira, Gandajika, Butembo, Kalemie, Goma (zählt man die ruandischen Flüchtlinge hinzu, kommt man selbst im Jahr 2011 auf über eine Million Einw.), Kindu, Isiro, Bandundu, Gemena, Ilebo.

 

 


34. Republik Kongo

Brazzaville ist – wie bereits erwähnt – mit Kinshasa zusammengewachsen; was sie jedoch trennt ist der Kongo Fluss. Für sich allein genommen wurde B 2005 auf 1.138.044 Mio. geshätzt.

Pointe-Noire liegt um die Mio: wurde 2005 auf 630'000 geschätzt; ohne Vorgürtel.

Loubomo, die drittgrösste St. bringt es 2005 auf 114'869 E. ebenfalls ohne Agglomeration (denn Slum-Bewohner werden nicht gezählt und selten geschätzt).

 


35. Rwanda/Ruanda kleines Land mit 26'388 qkm und etwa 12 Mio Einw.

Kigali ist Hpst. am Kagera Fluss, zwischen 1433 u 1645 ü.M.; mit über 1 Mio E. (2010), obwohl 1994 die Stadt 100'000 verlor. Wurde 1907 vom Deutschen Richard Kandt gegr. 1962 wurden Ruanda u Burundi getrennt und seither ist K Hpst nur für Ruanda. Um 2010 im hektischen und ziemlich chaotischen Aufbau.

 


36. Burundi mit 27'834 qkm; 2008 gesch. 800'000 E.

Bujumbura liegt am Nordende des Malawisees; 2009 wird die Agglomeration auf 1 Mio E. geschätzt. Stadt der Tutsi; Hutu geschnitten. 1889 als kleine deutsche Militärbasis gegr. Nach 1. Weltkrieg den Belgiern zur Verwaltung übergeben. Die schöne Umgebung färbt nicht auf das Klima der Stadt ab: die Stadt im Zentrum eine Stadt der Tutsi und besseren Leute, der Paar Europäer, die hier leben und nach kurzer Zeit blind vor der Realität werden. Die Stadt ist umgeben von verachteten Bauern-Hutu, von Armut und Hoffnungslosigkeit, die Aussenstehende selten sehen.

 


37. Uganda

Kampala die Hpst galt einst als die Stadt auf mehreren Hügeln gebaut als eine der schönsten. Die Universität Makerere (1922 gegr.() auf einem Hügel war das Prachtstück Afrikas. Hier brodelte es nur so an Kreativität. Literaten aus Ostafrika, aber selbst vom Rest des Kontinents, spornten sich gegenseitig in Symposien an und entwickelten einen verbreiterten Ursprung der neoafrikanischen Literatur. – K wuchs um ein Fort, das der Deutsche Friedrich Lugard 1890 f die British East Africa Co. gründete. Der Punkt liegt bloss ein paar Kilometer vom Victoriasee entfernt; auf einer Höhe von 1156 m, umfasst heute ein Gebiet von 185 qkm. 1959: 48'000 E.; 1969; 458'000; 2002 1,21 Mio. 2008 gesch. 1,5 Mio. Bis 1962 war Entebbe (wo heutige Flughafen liegt) Hpst. , liegt 35 km von K. entfernt. 1979 wurde unter Idi Amin und durch die Wirren die Stadt weitgehend zerstört. – K lag im Bereich der Buganda Könige. Zur Kolonialzeit Zentrum sowohl kath. als auch anglik Kirche, mit je einer Kathedrale; aber auch Islam setzte eine ebenbürtige Moschee daneben. K ist bis heute Zentrum christl. Missionen, Entwicklungsorganisationen, von UN und internat. Organisationen. K ist mit der Bahn nach Nairobi-Mombasa verbunden.

Gulu im NW, mit Bahnanschluss, an der sudan. Grenze; im Gebiet der gefürchteten Lord’s Resistance Army; grosse Bev. Schwankungen, weil viele flohen, aber auch versuchten, zurückzukehren. Aus einer starken kath. Stadt hat sich eine Vielfalt mit Pfingstkirchen entwickelt. Zwischen 190'000 und 200'000 E.

Lira/ Lila mit 2010 gesch. 158'000 E. Figuriert mit Zahlen zw. 90'000 und 190'000 E. Lag inmitten des 25jährigen Bürgerkriegs und den fanatischen religiösen Auseinandersetzungen. Einst Zentrum des Langi Volks und des Katholizismus.

Jinja ist viertgrösste Stadt im SO von U. Wurde 1907 als Handelsposten gegr. Liegt an der Bahn Kampala-Mombasa. Bahnhof inzwischen für Personen eingestellt. Auch hier grosse Bevölkerungsbewegung, so 2000 90'000; 2010 über 150'000, wobei keine Flüchtlinge sondern nur Ansässige entweder gezählt oder geschätzt werden.

Zwischen 100'000 und 50'000 Einw. liegen folgende Städte:
Mukono, Mbarara, Kasese, Mbale, Kigum, Njeru, Massaka, Entebbe, Arua, Kabale, Koboko, Tororo, Iganga, Hoima.

 


38. Kenya/Kenia

Nairobi besteht zu ungefähr 60% aus Slums, wovon der grösste und älteste im Matare Valley liegt. 200 weitere Slums werden rund um Stadtkern genannt. Es gibt ein paar Hinweise, dass Matare 1 Mio E. erreicht hat, oder zwischen 1,2 Mio und 800'000 pendelt. Was bedeutet daher die „objektive“ Zahl, N. habe 2.750.562 E. 2009 auf einer Fläche von 693 qkm gehabt? N liegt 1624 müM. N entstand 1896 als Eisenbahnlager u. Versorgungsposten. 1899 wurde Headquarter der Bahn nach N verlegt. 1901mit 230'351 (gesch.) gab es 1. Stadtrat; 1907 wurde N Hpst. 1921 lebten ca 12'000 Afrikaner in 8 verschiedenen Stadtvierteln; insgesamt hatte N 14'000 E. 1939: 61'300; 1948: 119'000; 1960: 251'000; 1979: 827'000; 1989: 1'324'570 (gesch.). N ist 2010 die Metropole der UN Afrika und mehreren Unterorganisationen; grosser Botschaften; eine unüberschaubare Zahl von öffentlichen u privaten Hilfswerken. Ist Zentrum von Ostafrika.

3 weitere Grossstädte; alle folgenden E-Zahlen sind Schätzungen von 2005 :
Mombasa mit 799'638 (gesch. 2009), Hafenstadt; im 11. Jh. von Arabern für Sklaven- und Elfenbeinhandel nach Asien gegr. 1498 legte hier Vasco da Gama an. Wichtiger Touristenort wegen der Beach.

Kisumu liegt im NO, ist Hafenstadt am Viktoriasee; Zentrum der Luo. 1901 gegr. Liegt an Kampala-Malindi-Bahn u. 1131 müM. 394'684 E.

Nakuru wurde 1905 gegr; liegt im Rift Valley, an der Bahn, 1860 müM., am Nakurusee, mit Fähren nach Uganda & Tansania; in der Nähe Hyrax Hill, wichtiger paläontologischer Ausgrabungsort. Mit 300'000 E.

Eldoret liegt auch in Rift Valley; 230'000 (2005 gesch);

Ruiru mit 225'794 E.

Machakos 166'000 E.

Meru: 146'986 E.

Nyeri: 130’562

Kitale: 115’957

Kericho: 107’941

Thika: erreichte 2005 100’000

Kakamega war 2005 knapp unter100’000 mit etwa 95’000
 

Bemerkenswert:
In der Rift Valley Provinz liegen gleich viele grössere Städte: Nakuru, Eldoret, Kitale, Kericho.

 


39. Tansania

Dar es Salaam war bis 1974 Hpst von Tansania; hat 2'497'940 E lt. Zensus 2002. Ist „harbour of peace“, früher hiess es Mzizima = gesunde Stadt: liegt am Indischen Ozean. Im 19. Jh. war es noch ein Fischerdorf. 1865/66 begann der zanzibarische Sultan Majid bin Said Stadtbau. 1887 kamen die Deutschen; wurde für sie zum Deutsch ostafrikanischen Zentrum; von hier bauten sie ab 1900 eine Eisenbahn quer durchs Land bis nach Kigoma am Viktoriasee. Nach 1. Weltkrieg ging Tanganjika unter britischen Schutz. 1961 unabhängig. Chinesen bauten von Dar aus die TAZARA nach Zambia. Dar war stets ein wichtiger Hafen. Von hier fahren über schlechte & total verlöcherte Strassen Lastwagen Güter nach Malawi, Zimbabwe und Südafrika. Es ist die berüchtigte AIDS-Route. Dar wird bis heute geprägt von der kath. Kathedrale, der grosszügig angelegten Universität und den Zusammenhalt innerhalb der 3 Stadt-Distrikte Ilala, Kinondoni & Temeke. Trotz Verlegung der Hpst ist der grösste Teil der Administration noch immer in Dar. Man spürt in der Stadt bis heute noch immer etwas von der überragenden Gestalt und 1. Präsidenten Julius Nyerere. Er zog Hilfswerke mit einer eher sozialistischen Ausrichtung an, denn sie sollten in das Ujamaa-Konzept passen. Dar strahlt Weltoffenheit aus.

Dodoma ist seit 1974 die neue Hpst. Liegt im Gebiet der Gogo, Rangi & Sandawe Völker in semiarider Zone, übergehend in Savanne, voller Staub. Ist nur (oder erst)achtgrösste Stadt d Landes.

Von hier führt nach Dar ein ganz vernachlässigter Highway: eine Sanierung wäre der 1. städtebauliche Schritt. Der Ort hat bis heute noch immer etwas vom alten deutschen Benediktinerkloster Bihawana (=Bier haben wir nicht); die Mönche versuchten hier Wein anzupflanzen. Bis heute versucht man, der widerspenstigen Natur zu widerstehen: ob einst Wein oder Ujamaa oder heute das Trotzen einer unmöglich angelegten Stadt. Nach VZ 2002 hatte D. 324'347 E. Heute heisst es: Je nach Parlamentssitzung nimmt die Stadt 50'000 zu oder ab, denn mit den Parlamentariern kommen die Verwandten mit, um je nach Vorlage ein Häppchen zu ergattern.

Mwanza am Viktoriasee ist die zweitgrösste Stadt; E. zahl berechnet 2007: 480'279. Wurde von Deutschen begr. Auf einem Hügel, von wo sich dann kreisförmig M ausbreitete; noch heute ist der Hügel das Zentrum. Ab 1892 planmässiger Aufbau. Als später Gold in der Umgebung gefunden wurde, erweiterten 1928 die Briten die Tanganyikabahn von Tabora nach M. Grosse Teil der Stadt wurden im ugandisch-tanzanischen Krieg 1978 zerstört. Später kamen die Flüchtlinge aus Rwanda & Burundi. Um die Stadt herum entstanden Lager; man schätzt noch heute gegen eine halbe Mio. Vergessen, trauriges Dahinvegetieren. Der Seehafen ist wichtiger Drehpunkt und wichtige wirtschaftlicher Umschlagplatz. 1996 geschah hier die Bukoba-Katastrophe, als MV Bukoba kenterte und mit etwa 800 Menschen (überladen) sank. M war einst eine schöne Stadt; heute jedoch liegt alles verschmutzt danieder.

Sansibar City mit 441'664 E (alle folgenden Zahlen beruhen auf der offiziellen Berechnung von 2007) liegt auf Insel Unguja (als Sansibar bekannt); von hier Fähren ans Festland. Bevölkerung ist muslimisch, von Suaheli-Kultur geprägt, das heisst mit arabischen, indischen, asiatischen und kolonial-europäischen Elementen. Zentrum ist Stone town: 1503 aus Korallen gebaut; zerfällt, wird restauriert. Die DDR baute in 1979er Jahren eine Häuserzeile. Tourismus hält Einzug.

Arusha liegt im NO des Lands; nimmt eine Prestigerolle in nationaler und internationaler Politik ein. Hier verkündete 1967 Julius Nyerere die programmatische Arusha Declaration, ein zukunftsweisendes Entwicklungsprogramm. Hier war zwischen 1967 und 77 der Sitz der ostafrikanischen Gemeinschaft. Hier tagt der für die Rwanda-Verbrechen zuständige Internationale Strafgerichtshof. Zudem ist A das Zentrum des tansanischen Tourismus, denn 90 km im SW der Gipfel des Kilimandjaro. 385'907 Einw.

Mbeya 850 km von Dar; wurde erst als Stadt in den 1970er Jahren gegr. Heute eine eigenartige Zufluchtsstadt, denn von den 317'089 Einw. wohnen 280'000 im Gürtel der Stadt.

Morogoro liegt 200 km westlich von Dar; im S liegt Uluguru Gebirge. An der Tanganyika-Bahn liegend; ist Zentrum d tans. Landwirtschaft mit bekannter Ausbildungsstätte u grossem Markt. Im Umfeld von M bildeten sich südafrikanische (ANC) und zimbabwesche (ZANU) Befreiungskämpfer aus; gaben vor, hier für die Zukunft Landwirtschaft zu erlernen.

Tanga hat 235'919 Einw. Von Deutschen 1893 gegr. Ausgangsort der Usambarabahn nach Arusha. Noch heute steht das Hotel Kaiserhof; 1913 gab es 4 Gasthäuser.

Kigoma liegt im äussersten Westen; Hafenstadt am Malawisee; von hier Fährenschiffe nach Zambia, Kongo & Burundi. Hafen, Werft, Eisenbahn und Ausfahrtstrasse. Von Deutschen hochgehalten; nach 1914 zerfiel das meiste. 178'388 Einw.

Moshi mit 165'559 E. liegt am NO am Südhang des Kilimandjaro, an Grenze zu Kenya. Die Gegend der für die Deutschen so wichtigen Dschagga. Mit Häuptling Rindi schlossen Deutsche einen Vertrag; er hatte andere Häuptlinge ausgetrickst, Rache kam, 1891 wurden Deutsche vertrieben; die 1893 zurückkamen. Historische Zentren von Lutheranern und Katholiken. Wichtige Produkte: Arabica-Kaffee, Bananen, Yams.

Tabora war einst als Hpst. gedacht. 1140 km von Dar. War im 19. Jh. Zentrum des Karawanenhandels bis Sklaven & Elfenbein; 1890 wurde von Deutschen mit dem Sultan von Zanzibar Schutzvertrag abgeschlossen. Wurde bis 1928 Endpunkt der Tanganyikabahn. Ein grosses kath. Zentrum. 152'072 E.

Songea war 1908-1909 Brennpunkt der grausamen Maji Maji Kämpfe gegen die Deutschen. 20 km von Stadt entfernt liegt das Benediktinerkloster Peramiho. 139'489 E.

Musoma liegt an der Mündung des Mara Flusses in Viktoriasee (teilweise auf Halbinsel). Gegr. im späten 19. Jh. 130'223 E.

Shinyanga liegt an Bahn Tabora-Mwanza. 117'956 E.

Kakumba: 115'163 E.

Iringa südlich von Dodoma, ging aus dt. Fort hervor.

Ushiromba: 100143 E.

Mtwara galt einst als architektonisches Experiment; wurde auf Reissbrett entworfen, geplant gebaut, Bevölkerung aus Umgebung bewusst angesiedelt. Sollte ein „zweites Mombasa“ werden. M liegt also am Ind. Ozean, an Grenze zu Mozambik; war auf 100’00 geplant; hat nun um die 99'000 E. Denn 1950 ging das Projekt kurz vor der Vollendung bankrott und begann sukzessive zu zerfallen.

 

 

40. Comoro Islands/ Komoren sind ein föderaler Inselstaat, der 1975 sich von Frankreich unabhängig machte; liegt zwischen Mozambik und Madagaskar im Indischen Ozean; droht langsam zu versinken als Folge der Klimakrise. Eine sehr gemischte Bevölkerung, die weitgehend vom Tourismus lebt.

Moroni, die Hpst. hatte 2005 42'872 Einw.

2 weitere erwähnenswerte Städte:
Mutsamudu: 23'594 (2005) &
Fomboni: 14'966 E.

 


41. Seychellen:
115 Inseln mit 455 qkm im westl. Teil d Ind. Ozeans, südlich liegen Madagaskar, Mauritius, Komoren.

Victoria Hpst. mit 22'881 (2005); mit viel französischen Menschen & Traditionen. Alles lebt vom Tourismus.

 


42. Madagaskar

Antananarivo (Stadt der 1000 Hügel) ist Hpst mit etwa 1 Mio Einw. Liegt zentral das Landes. Wurde etwa 1625 gegr. 1791 Hpst der Merina-Könige; 1895 von Frankreich besetzt. Beheimatet viele Sehenswürdigkeiten. Holzpalast Rova ist abgebrannt, wird jedoch wieder aufgebaut. Zoo mit vielen einmaligen Tieren auf Madagaskar. Viele Museen (Piratenmuseum), Bildungsstätten und Hilfswerksbüros.

Auf Insel gibt es 5 weitere Städte mit über 100'000 E (Zahlen sind offizielle Schätzungen von 2005):

Toamasina mit natürlichem Hafen an O-Küste; zählt 206'986 E. Wurde 1927 von Wirbelsturm total zerstört u wieder aufgebaut; 1986 geschah dasselbe u Leute bauten wieder auf. Von einer stark politisierten Mischbevölkerung, Betsimisaraka genannt, ist mehr als die Hälfte unter 20 Jahren alt. Es sind Kleinbauern, Fischer, Händler & Seefahrer. Die wenigen Inder sind wohlhabend. Dauernde soziale Spannungen (bis zu Pogromen). Sitz der grössten Ölraffinerie von M. Container Hafen. Eisenbahn von hier zur Hpst.

Antsirabe („wo es viel Salz gibt“) mit 182'804 E. Liegt 1500 müM mit Thermalquellen.

Fianarantsoa mit 167'240 E. 1830 gegr. Mit Kathedrale u Universität. Sitz der Auto-Industrie.

Mahajanga mit 154'670 E. im NW, in einer Bucht, einstiger Königssitz; einst wichtiger Platz f Sklaven- u Reishandel. 2004 zerstörte ein Zyklon grosse Teile von M.

Toilara mit 115'000 E. im SW, zwischen 2 Flüssen, an der Strasse von Mosambik; im Mittelalter als Sklavenhandelsplatz gegr, gefolgt von Piraterie, 1895 von Franzosen erobert. Heute liegt Handel ganz in Händen von Indern und Pakistani.

 

 

43. Mauritius
umfasst 2040 qkm, liegt im Ind. Ozean, hat 1,264 Mio E., Fläche bedeckt von 3 Vierteln mit Zuckerrohr. Die Grossplantagen gehörten reichen Franzosen, die alle ihre Residenz auf Hügel im Zentrum errichteten. Das ist der Ursprung der Städte, bei denen es stets heisst „auf Hochebene im Zentrum“. Insel hatte keine Ureinwohner. Heute beliebtes Touristenziel.

Port Louis die Hpst hat 170’00 E (2005 wurden geschätzt 155'226). Lebt von Zucker, Holz, Papier und neuerdings asiatischen Textilien, die Off-shore hergestellt werden. Zuerst 1638 in holländ. Händen, dann 1735 franz. u 1810 übernehmen die Briten. 1968 unabhängig und Hpst. Heute viele Inder und Touristen.

Der Grösse nach die drei weiteren Städte mit über 100'000 E. (Schätzung 2005):

Beau Basau – Rose Hill auf Hochebene im Zentrum (s.o.). 1788-1868 Ort einer Zuckerfabrik; 1877 schliessen sich 2 Fabriken zu einer Stadt zusammen. 110'822 E. Hier wurde 1915 der Schriftsteller Loys Masson geboren.

Vacoas-Phoenix auch auf Hochebene; 16 km v Port Louis. Erst 1963 durch Zusammenlegung (daher Doppelname) entstanden; 106'761 E.

Curepipe mit 84'000 E auf Hochebene; am Vulkankrater (daher der Name); grösste Wasserreservoir d Insel.

 


44. Mosambik/Moçambique

Maputo ist Hpst, hiess früher Lourenso Marques.Liegt an der Delagoa Bucht am Ind. Ozean; Hafen und schöner Strand; VZ 1997: 989'388, gezählt ohne Slums; 2006 1,2 Mio; mit Agglomeration 1,8 Mio.

1544 landen Portugiesen; 1777 wird ganze Delagao-Bucht eine österreichische Kolonie. 1781 gründen Portugiesen hier eine Handelsstadt; 1809 wird Bucht portug. 1875 Stadt gegr. 1975 unabhängig, wird Cam Phuma genannt; erst 1976 Maputo.

Es folgen der Grösse nach:
Beira entstand 1887 als Militärposten; hier fliesst Pungwe River ins Meer; einst ein gefürchtetes Malariagebiet; grosser internationaler Seehafen; von hier Eisenbahn nach Harare. 1891 von Mosambik Gesellschaft gegr.; erst 1942 von Portugiesen übernommen. Fast sowjetische Vorstadt. 530'706 E. (2005); 2010 um 600’000.

Matola ist eine Industriestadt am Ende der Bucht von Maputo;
543'907 E. Hafen mit Ausrichtung nach Swaziland und Südafrika; viel Industrie, z.B. Aluminium.

Nampula liegt im N; 1967 wurde es portug. Militärstützpunkt, nachdem Verlagerung von der Ilha de Moçambique weg. War wichtige Basis der RENAMO-Rebellen. Jetzt Industriestadt. Mit Strasse u Bahn zum Meer-Hafen Lumbo. Seit 1996 kath. Universität; „konservative Stadt“ heisst es; 388'526 E.

Chimoio im W des Lands; Name erst seit 1975; Zentrum der Mosambik- u Zimbabwe Freiheitskämpfer. 256'000 E.

Nacala ist Hafenstadt im N, am Ind. Ozean. Im 3. Rang nach Maputo & Beira Hafenstadt. Hat besten Ruf: sauber, gute Küche, Banken & Agenturen. 224'853 E.

Quelimane mit Hafen und Industrie; südlich liegt Ilha de Moçambique. 188'964 E.

Mocuba mit 136'393 E.; Bahn von hier nach Quelimane

Tete mit 129'316 E. am oberen Zambesi; einst Vorposten arab. Handels; Gold- und Elfenbeinhandel; 1581 von Portugiesen übernommen. 5 m hohe Stadtmauer; seit 2006 investiert hier eine brasilianische Multi massiv im Kohlebergbau. Über die einzige Brücke ist hier der Übergang von Zimbabwe zu Malawi.

Xai – Xai mit 127'000 E. liegt im S am Limpopo Fluss; war 2000 total überschwemmt.

Gurné mit 125'042 E.

Maxixe mit 119'386 E

Lichinga 109'839 E

Pemba mit 108'737 E; hiess früher Porte Amélia; Hafenstadt am S Rand einer Lagune. Beachtenswert: Holzhütten; umgeben von Baobabs.

 


45. Malawi (Nyasaland)

Lilongwe ist die von Südafrika „aus der Retorte“ erbaute neue Hpst.
Die einzige neue Hpst. Afrikas, die systematisch und grosszügig mit parkähnlichen Boulevards, für Autos ganz & gar geplant wurde. Fussgänger haben nur am Rande Platz. Im sog. Zentrum sind die Distanzen gross; ein Fussgänger wäre – ausser er habe Zeit – verloren. Diese neue Stadt wurde erst 1947 als Handelszentrum geplant; erst Ende de 50er Jahren wurde L auf Reissbrett entworfen. Das Parlament konnte erst 2010 von Zomba nach L umsiedeln. Ein unvorstellbares Bev.Wachstum setzte ein. 2005 bereits 646'750 E. 2010 hat L. die Mio-Grenze überschritten. L. liegt 100 km vom Malawisee entfernte, 60 km östlich zu Mosambik und Zambia. 1200 müM. Mit internat. Flughafen & neuer Universität. Möchte ein Zentrum im südlichen Afrika werden.

Blantyre wird zusammen mit Schwesternstadt Limbe oft als Einheit genommen. Liegt in Southern Region. Im Shire Hochland; 1039 müM. Mit reicher Tradition. Wurde 1895 als erste Stadt in Zentral-Afrika von schottischen Missionaren ggr.; hier wurde d Missionar & Afrikaforscher David Livingstone 1813 geb. Von hier stammt auch Nationalheld John Chilembwe, geb. 1871. In der Stadt spürt man etwas von einer reichhaltigen du nicht nur negativen Kolonialgeschichte. B besitzt auch heute eine gute Infrastruktur; hat 694'499 E.; andere sagen, zusammen mit Limbe sei B eine Mio-Stadt.

Mzuzu in der Northern Region. 278 km v Hpst entfernt; 1254 üM, in einem Bergsattel gelegen; 2010: 138'235 E. Bev. Wachstum von M. wurde genau verfolgt; jährl. 3,3% von 2005 bis 2010; weibl. Bev. liegt mit 4,3% höher als männl. 2008 wurden 26'858 Haushalte gezählt & untersucht; Durchschnitt 4,8 Personen/Haushalt. Gegend um Stadt ist total ländlich. Landwirtschaft mit Kaffee, Tee, Tabak, Baumwolle und Macadama.

Zomba (S Reg) mit 91'860 E. (abnehmend); viertgrösste St. mit 100'000 E. wie Geografen meinen. Ungefähr 1880 von europ. Grossgrundbesitzer gegr. 1891 brit. Protektorat eingegliedert. Wurde 1964 nach Unabhängigkeit Malawis Hpst.; verlor diesen Status 1975. 2010 zog auch noch das Parlament nach Lilongwe aus.

 


46. Zambia/ Sambia

Lusaka die Hpst. mit 1'267 458 (2005); wird als „eine der am schnellsten wachsenden Städte Afrikas“ betrachtet; Ring reiht sich an Ring, meist Slums. Liegt 1200 müM. Wurde 1905 v europ. Siedlern gegründet; lag im Bereich von Häuptling Lusaka, von wo der Name stammt. 1935 dem brit. Protektorat Nordrhodesien eingegliedert. 1964 unabhängig; versuchte so etwas wie das all-afrik. Zentrum (unter Kenneth Kaunda, zusammen mit Gaddafi, der zahlte) zu werden. Ausser dem Zentrum mit Independence Ave. & Cairo Road eine „zerfliessende“ Stadt mit einer Fläche von 70 qkm. Zentrum ist koloniale Erbe mit Banken, Versicherungen; Börse, Hotels. Hier sassen einst die mächtigen Herren des Kupfers.

Es folgen 10 Grossstädte, wovon 6 im Copperbelt liegen. Es sind dies Kitwe, Ndola, Chingola, Mululira, Luanshya und Kalulushi, ganz im Norden an der Grenze zum Kongo und nördlichster Punkt der Bahn liegt Chillabombwe mit offiziell „nur“ 60'000 E. (eine andere Hälfte lebt auf der Kongo-Seite). Kupfer prägt den Charakter. Doch am Kupfer hängen gleichzeitig Reichtum und Krise, Wohlstand und Verarmung. Es soll der AIDS-Gürtel sein.

Kitwe im N, in Copperbelt Provinz, ob zweitgrösste St. Z.s oder nicht, darüber wird gestritten. 450'000 E (VZ 2010) mit Agglomeration 1,2 Mio bereits 2005 gesch. Liegt 7 km westl. von Mindolo Stausee 64 km westl. liegt Ndola. Liegt im Nkana Bergbaukomplex; Arbeiterstadt; 1936 entstand K als Bergbaudorf. Viel Elend 2011.

Ndola liegt an 2 Flüssen; auf 1300 müM; ist Hpst d Copperbelt Provinz; an der Bahn nach Lusaka, 400'000 E. Zementindustrie, Holzverarbeitung.

Kabwe hiess bis 1964 Broken Hill; wird als viertgrösste St. mit 191'095 E. angegeben; liegt 130 km nördlich v Lusaka. 1172 müM. Arbeiter am grossen Erzlager mit Bleigehalt von 20%: ungeschützt bis 1944 gefördert. Bis 1944 wurde gefördert. Dann zog sich Unternehmen zurück, weil es Auflagen erhielt. Heute sind ca. 260'000 Menschen in Stadt & Agglomeration vergiftet von Blei u Cadmium. In der Gegend grosse Lager von Kadmium, Mangan, Vanadium, an denen nun Chinesen interessiert sind. Hoffnung kommt auf. Bev. Zustrom setzt ein. Sitz der Zambia Railways; an Linie Lusaka – Kitwe.

Chingola liegt 1400 müM, hat 148'514 E (2006). Entstand mitten in einem Waldgebiet 1943; erhielt 1957 Stadtrechte. Ist der zweitgrösste Kupfertagabbau d Welt. 2010 alles zerfallen und total erneuerungsbedürftig.

Mufulira nennt sich selbst die viertgrösste St. Hatte 2005 (gesch) 120'516 E. Liegt 1300 müM; mitten im Kupferbergbaugebiet, an d Grenze zum Kongo. 1923 wurde Kupfer entdeckt. 1951 entstand 1. Siedlung. Heute grösste Untertageabbau Afrikas; das grösste Kupferreservoir.

Livingstone am Zambesi gelegen, nahe der Victoria Falls. Entstand 1904, als Brücke zu den Fällen gebaut wurde. 110'000 E. Liegt nahe eines Nationalparks; verkehrsmässig gut erschlossen – auch nach Zimbabwe hinein. Hat ein beachtenswertes archäologisches Museum.

Luanshya, Bergbaustadt, 35 km südwest. v Ndola, 42 km südwest. v Kitwe. 1200 müM. 112'728 E. William Collier fand 1902 Kupfer; es entwickelte sich das älteste Kupferbergwerk von Z. 1930 entstand Bergbausiedlung. Aufmüpfige Arbeiter; 1. Arbeiterbewegung, die später immer wieder protestierte.

Kasana ist die St. von wo aus der ganze Norden Z.s versorgt wird. An TAZARA. Mit Agglomeration 170'923 E. 1918 strandete hier dt. Schutztruppe unter Paul von Lettow-Vorbeck.

Chipata ist Grenzstadt zu Malawi, fast ländlich, mit Märkten und Handel.

Als ein Beispiel des enormen Wachstums der Städte, erwähne ich
Kalulushi. Erst 1958 Stadtrecht erhalten; hatte 2000 bereits 70'000 E. Ist es denn eine St? Oder bloss eine afrik. Hütten- und Baracken-Notsiedlung?

 


47. Zimbabwe (bis 1980 Rhodesien)

Alle Zahlen basieren auf Volkszählung (VZ) von 2007.

Harare hiess bis 1982 Salisbury. Liegt 2010 müM. Hat 1'607'000 E., mit Ballungsraum 2,9 Mio. Die Briten planten die Stadt sehr genau. Im Zentrum befinden sich Regierung &Verwaltung, Schulen & Spitäler, Banken und Kaufhäuser. Darum herum errichteten sie 5 voneinander getrennte Wohnquartiere oder Suburbs: Borrowdale, Hatfield, Waterfalls, Mount Pleasant & Avondale. – Wurde 1890 als Fort von Cecile Rhodes gegr. 1928 bekam es Stadtrecht. Zwischen 1953 und 1963 war es Hpst der Föderation Rhodesien u Nyasaland. Seit Unabhängigkeit zerbrödelt Stadt langsam. Ende Mai 2005 begann Operation Murambatsvina, d.h. Aufräumen u Abbrechen, Vertreiben u Verbieten. Ist ein heruntergekommenes Handelszentrum von Tabak, Baumwolle u Zitrusfrüchen.

Bulawayo liegt im SW u hat wohl 2010 Mio-Grenze erreicht. 2007 wurden 713'340 E. gezählt. Stadt wurde von Cecil Rhodes 1893 begr, nachdem er den Matabele König Lobengula besiegt hatte. Ist ein Eisenbahnknotenpunkt nach Zambia, Botswana, Harare u Msvingo. War ein landwirtschaftliches Handelszentrum. Stadt wurde grosszügig gebaut, Strassen mit Bäumen flankiert.

Chitungwiza ist ein Phänomen, denn es ist eine Schlafstadt von Harare, beginnt 9 km ausserhalb Stadt im S und hat sich immer weiter bis 30 km ausgedehnt. Eigentlich ist Ch. Teil von Harare. Regierung hat für die heute über 1 Mio umfassende Gemeinschaft keine entsprechende Vermehrung öffentlicher Busse veranlasst. Man läuft bis 4 Std zur Arbeit u wieder 4 Std. zurück. 1981 hat neue Regierung über Nacht aus 3 Townships dieses Chitungwiza geschaffen. Es wöchst und wächst, chaotisch, von einer St. darf man nicht reden!

Mutare liegt im östl. Hochland, südöstl v Harare, 256 km, 8 km zur Grenze von Mosambik, an Eisenbahnlinie Beira-Harare. 1982: 69'621 E. 1992: 131'367 E 2002: VZ 170'106; wächst am schnellsten in Zim.

Gweru (Gwelo) ist eine Industriestadt mit Bahnanschluss. 148'935 E. 1890 als Poststation gegr. 1971 Stadtrechte.

Epworth ist wie Chitungwiza ein Vorort v Harare und wurde wohl bewusst von Harare ausgegliedert, abgehängt. Liegt 20 km südöstl, auf 1500 m Höhe; arm, verarmt mehr und mehr, schnell wachsend.

Kwekwe ist eine typische Minenstadt; 1890 gegr; später kam Gold hinzu; viele Spannungen u offene Konflikte. 103'240 E.

Kadoma lebt(e) vom Bergbau, an der Bahn u Strasse von Harare nach Gweru, auf 1125 Höhe mit 81'000 E.

Masvingo hiess früher Fort Victoria; wurde als erste rhod. Stadt 1890 gegr. Fort lag an einem wichtigen Knotenpunkt, ganz in der Nähe von Great Zimbabwe, den alten mysteriösen Ruinen. Von hier stammt Robert Mugabe.

 


48. Botswana/Botsuana (offizielle deutsche Schreibweise)
Man vergesse nicht, dass B. das Land der Khoi & San (einst Hottentotten & Buschmänner genannt); diese ursprüngliche, von der Wüste Kalahari geprägte Kultur wurde verächtlich gemacht u unterdrückt. Heute gilt B als Land der Viehzüchter.

Gaborone ist Hpst seit Unabhängigkeit 1966 mit 214'412 E. (alle Zahlen sind 2006 Schätzungen); 2010 nennt Weltbank: 236'922 E., liegt im SO, am Fluss Notwana, 1000 müM, auf den Kgale Hills: hiess bis1965 Gaberones. Erst 1965 Regierungssitz von Betschuanaland weg von Mafikeng nach G. Hatte damals nur 1000 E. Seither gilt G. als Stadt „mit dem schnellsten Wachstum der Welt“. Zentrum formt sich als Halbkreis, davor Mall mit grosszügiger Fussgängerzone.

Francistown lebt auf und um Spuren, die 80'000 J. zurückreichen. All das ist im National Museum attraktiv präsentiert. Liegt im NO, 450 km nördlich v G., an Eisenbahn von Kapstadt nach Harare. F entstand bereits ab 1897, nachdem in 1860er J. Gold gefunden wurde u Engländer sich 1869 Schürfrechte erwarben. 91'777 E. südafrik. Umschlagplatz – vor allem mit Zambia & Zimbabwe. Grössten Schlachthäuser von B sind hier. In 1980er Jahre viele ANC-Leute hier, die mehrere Male von SA-Militär attackiert wurden.

Molepolole ist Zentrum des Bakwena Volks; 65'946 E.

Selibe-Phikwe im NO ist Resultat vom Zusammenschluss zweier Minen Selibe & Phikwe; entstand als Stadt erst ab 1967; 54'723 E. Mitten im Farmland.

Maun im NW, tourist. Ausgangspunkt zum Okavangobecken; man spürt hier Kalahari-Wüste, sieht es in der Vegetation. Eine Gegend mit lauter Streusiedlungen. 51'573 E.

Serowe im NO, 250 km nördl. von G. Hierher floh 1902 König Khama III. Hat um die 50'000 E.

 


49. Namibia
(das einstige Deutsch- Südwestafrika; das letzte vor Südsudan unabhängig gewordene Land Afrikas, 1990)

Windhoek ist Hpst. ; 2010 sauberste Stadt Afrikas; in einem hügeligen Talbecken zwischen 1625 – 1325 müM; Bev.wachstum 4,5%; 2000; 277'000 E. 2010; 400'000 E. Prognose: 2030 1 Mio. Doch ist diese Berechnung falsch, denn um W. herum und anschliessend haben wir Katutura, die zur Zeit der Apartheid entstandene Township, die (bei meinem Besuch Dezember 2009) 66'700 E. hatte u die für eine Mio. Bewohner – wie nichts in Afrika sonst – systematisch geplant, angelegt und ausgebaut wird. Regierung hat zum voraus gesamte Land in Besitz genommen, elektrifiziert, Strassen angelegt, dem öffentl. Verehr angeschlossen, Wasserversorgung und Müllabfuhr, Schulen und das Sam Nujoma Stadion gebaut, also eine einfache Infrastruktur aufgebaut und für Immigranten zurechtgelegt. Realistisch heisst es, das Volk vom Land strömt nach Windhoek, statt in Slums zu stranden, können sie hier mit diesen Vorgaben langsam ihre Stadt aufbauen. War K. noch um 1990 ein deprimierender Ort, so vibriert heute das Ganze; Leute sind geschäftig u kreativ; es heisst, sie strahlen diesen Geist auf W. aus. FRAGE nun: muss K nicht als Teil von W angesehen und mitgezählt werden? „Farbige Bewohner“ (d.h. Mischlinge) hatten in Komasdat zu wohnen.

Namibia wie Südafrika (z.T. auch Zimbabwe) haben während der Apartheidzeit, radikal seit 1960, alle Schwatzen in ihnen zugewiesene Townships ausgewiesen. Natürlich können sie nicht mehr, aber wollen auch nicht mehr zurückkehren. Sind diese Gebilde neue Städte oder müssten sie endlich wieder zur Stadt zuvor zugehörig gemacht oder erklärt werden? Je nachdem gibt es mehr Millionenstädte.

Windhoek geht auf die San zurück. Deutsche haben es fast europäisch aufgebaut. Architekt Wilhelm Sander liess 3 Stadtburgen bauen. Kathedrale, Cafés, grosszügig angelegte Strassen. Heute Verwaltungs- und Geschäftsort.

Rundu (Kavango) am Okavango Fluss im NO, zur angolanischen Grenze. 18. & 19. Jh. v Portugiesen kolonisiert. Während Wirren in Angola von Südafrikanern kontrolliert. 1960 wurde strikte Rassentrennung eingeführt; alle Schwarzen mussten aus Tulungeni hinaus; von nun hiess ihr Stadtteil Nkarapamwe. Bev.wachstum von fast 6%. 62'256 (1990); heute fast 100'000.

Walfisbay ist wichtiger Seehafen, der ab 1910 zur Kapprovinz, Südafrika gehörte. 6'000 E.

Oshakati im Nordzentral v N, nördl. liegt Etoscha Nationalpark; während angol. Bürgerkrieg v SA besetzt, Etwa 40'000 E.

Swakopmund im W, liegt an Namib Wüste & an Atlantik. Hafen; hier operierte einst dt. Reederei Woermann. diesen Hafen benutzten dt. Einwanderer. 2010: 34'300 E.

Katima Mulilo: 25'000 E.

 


50. Angola

  • Angolas Stadt-Lage muss auf dem traurigen Hintergrund des Bürgerkriegs ab 1974 bis 2002 gesehen werden. Die meisten Städte litten darunter enorm; aber auch die Bevölkerungsbewegung zeichnet sich auf diesem Hintergrund ab. Städte gaben aber auch Zuflucht; doch sorgte sich niemand um die Opfer. Dennoch müsste das Geld vorhanden sein; das Land ist reich an Öl u Rohstoffen. – Dennoch – im Gegensatz zum übrigen kolonialen Afrika – haben die meisten Städte eine längere Geschichte u Verwurzelung.

Luanda, Hpst; wird offiziell (beruhend auf einer 2005 vorgenommenen Berechnung) mit 2'778'125 E. angegeben; wurde 2008 auf 5 Mio aufgrund der Wahlregistrierung hochgerechnet. Tropisch. An der Cuanza Fluss-Mündung in Atlantik. Besteht aus 2 Satelliten, Luanda Sud & Kilamba; dazu kommen heute die bereits zerfallenden, phantasielos gebauten Hochhaussiedlungen Camama, Zango & Killamba Klaxi. Soll marxistisch sein; stark sowjetischer Einfluss, ohne Gespür und kultureller Anpassung weder an Tropen noch an portugiesisches Erbe. L. hat enorme Wasserprobleme und ist dauernd von Cholera bedroht. – Wurde 1557 v Portugiesen begr. 700 Siedler kamen; wurde 1576 zur Stadt erklärt. War bis 1850 das Sklavenexportzentrum nach Brasilien. – 30 Jahre Bürgerkrieg haben viel zerstört u verlottern lassen. 1996 gesch. 1 Mio. Trotz Krieg zwischen 1990 u 2001 E. zahl verdoppelt. Hafen mit viel Umtrieb. Von hier Bahnen ins Land hinaus (seit 2005 teilweise wieder in Betrieb). Reges Kulturleben.

Huambo wurde erst 1912 gegr. 1995 400'000 E. gesch. 2008: 226'177 Stimmende, also schätzten Zeitungen auf über 1 Mio E. 2010 werden 1'859'500 E. geschätzt. War Hochburg der UNITA (Jonas Savimbi): Krieg setzte enorm zu. Wichtig: Benguelabahn (wieder in Betrieb).

Lobito liegt i d Benguela Provinz am Atlantik; 1905 gegr. 430 km von Hpst. Zweitgrösste Hafen; von hier aus Bengualabahn nach Kongo & Zambia. 207'957 E. Von hier stammt der international bekannte Schriftsteller Pepetela.

Lucapo im NO, von Diamanten umgeben; viele Schäden, Umsiedlungen im Bürgerkrieg. 125'751 E. gesch.

Kuito liegt im Zentrum A.s; hier fanden schwere Kämpfe in 1990er Jahren zwischen UNITA & Regierung statt. 2006 gesch. 176'296 E.

Lubango liegt im SW, 750 km von L, auf Hochebene; wird 2010 als viertgrösste St bezeichnet. Wurde 1482 v portug. Sklavenhändlern gegr. 2009: 245’196 E.

Malanje: von hier Bahn nach Hpst; seit 2009 eine Uni; hat 2010 etwa 100'000 E.

 


51. Südafrika/ SA
Da SAs Probleme auch bei uns bekannt sind, lasse ich mich weniger ein. Städtebaulich einschneidend ist die Apartheid, die Schwarze und Mischlinge aus den Stadtzentren vertrieb und in eigens errichteten, wenn auch bloss minimal geplanten Townships umsiedeln liess. Diese selbst haben ist in kurzer Zeit enorm entwickelt und sind heute gleich gross wie die Stadt der Europäer, d.h. Briten & Buren, europ. Einwanderer & privilegierte Unternehmer. 2002 wurde formal & legal Trennung aufgelöst. Doch wer kann und will zurück. Somit haben Kapstadt, Johannesburg, Durban oder Port Elizabeth Parallelstädte, wo meist Armut oder gar Elend vorherrschen. Was sollte städteplanerisch & städtebaulich ins Auge gefasst werden? Etwas aus der Geschichte der verschiedenen Völker muss unbedingt mitgenommen werden: Khoi & San, Buren & Briten, Bantu- & Indische Einwanderung, aber auch der grossen Flüchtlingsströme sowohl während des 2. Weltkriegs & der Sowjetunion.

  • Mit Zahlen – auch auf Grund der Apartheid und der verschiedenen Einschätzungen von Menschen-Rassen – muss vorsichtig umgegangen werden. Alles kann bloss Schätzung sein; doch bei diesen Schätzungen fehlen meist ganze Gruppen von Menschen. Die folgenden Zahlen sind – ohne andere Hinweise – stets auf Schätzungen von 2010 basiert.
  • Südafrika kann je nach Sicht also mit 10 Millionen-Städten rechnen. 1 Mio von den nachfolgend genannten St. haben alle – rechnet man die Metropolitan Municipality mit.

Pretoria in der Provinz Gauteng, 1370 müM, 50 km im N von Jo’burg. Hpst. Parlament i Kapstadt. 2005 Namensänderung zu Tsiwane (doch bis heute kaum akzeptiert). 1885 gegr. 1863 gab es 10 Gebäude mit 300 E. Am Ende d Grossen Treck siedelten Buren. 2010: 1'724'538 E.

Kapstadt/ Capetown ist grösste Stadt SAs auf einer Fläche von 2455 qkm, am Tafelberg, zwischen Atlantik & Ind. Ozean, ursprünglich San & Khoi Wohngebiet; 1652 landete hier Jan van Rietberg mit einer kleinen Truppe; gründete Versorgungsstation; nach Burenkrieg wurde 1814 britisch. Nach Apartheid spürt man einen anderen Schnauf. 1958 wurde District 5 evakuiert, etwa 70'000. Heute: nicht mehr nach Rassen, sondern nach Einkommen entsteht neue Gliederung. Zentrum grosser Kreativität. 3'648'807 E.

Durban (Port Natal) am Ind. Ozean, grösste Hafen Afrikas; Industrie- und hektisce Hafenstadt; im Rücken Drakensberge mit 30'000 jährigen Felszeichnungen. Gandhi praktizierte zwischen 1893 – 1915 als Anwalt. Grosse Völkermischung, mit viel asiatischem Einfluss. – Zuckerverarbeitung ist wichtigste Industrie. (Wegen event. Baummaterialien sei es erwähnt.) 3'512'243 E.

Johannesburg (Joburg) ist „Ort des Goldes“; Stadt ist auf Gift erbaut; Grundwasser unbrauchbar. Das also ist Grundlage einer Stadt mit 2'058'044; metropol. Ära 8 Mio. 1963 wurde zwar Soweto eingegliedert, also plus 1 Mio. E. Liegt auf rund 1750 müM, liegt weder am Meer noch an einem Fluss, was wie für Mexico City, Teheran, Phoenix die Herausforderung d Zukunft sein wird. 1868 begann Goldgräberei auf offenem Feld. Innerhalb von 10 Jahren siedelten sich 100'000 an. Ungeplant, Umgeben v giftigen Säuren, die man f Goldabbau brauchte. – Heute ist Trennung zwar aufgehoben, aber Chaos ist eingekehrt, d.h. hohe Kriminalität. – Grosser Verkehrsknotenpunkt. Einer der grössten Flughäfen.

Soweto (South West Township) wurde historisch & weltbekannt wegen des Aufstands gegen die Apartheid 1976. Wurde 1963 gegr. 2010 hat SOWETO 1'801'772 E., besteht aus 30 Townships, stark nach afrik. Völkern gegliedert: Xhosa, Sotho, Zulu, Setswana, etc. Gehört seit 2002 zur Jo’burg Municipality; doch was heisst das? Architektonisch: Soll man diese historische Trennung lassen? Gibt es Wiedervereinigung?

Pretoria die Hpst. folgt erst im 5. Rank mit 1'724'538 E.

Port Elizabeth im Ostkap, am Ind. Ozean, 80 km von Durban.
Ur-Gebiet der Khoi Khoi. Windy City genannt; 1789 von Briten zum wichtigsten Hafen gemacht. 1'182'233 E.

Pietermaritzburg liegt 80 km NW v Durban. 188^39 von Vootrekkern gegr. 1843 von Briten besetzt. In der Umgebung wurden im 1. Weltkrieg Deutsche aus den afrikan. Kolonien in Konzentrationslagern festgehalten. 937'594 E.

Benoni (Gauteng Provinz), „Sohn der Trauer“, von brit. & jüd. Siedlern gegr. 1904 grosse Siedlung rund um Goldgruben. Apartheid zerriss Stadt. 871'064 E.

Werkom liegt 160 km v Bloemfontein; bis 1964 Goldminen. Heute Zentrum d Goldindustrie. Gilt „als die jüngste und schnellsten wachsende Stadt Südafrikas“. 614'517 E.

Bloemfontein mit Blumenreichtum, vor allem Rosen. 1836 auf dem Gr. Trekk gegr. 1850 als Gemeinde & 1945 als Stadt erklärt. 609'046 E.

 


52. Lesotho ist ein Enklaven-Staat;
lebt von SA; alle Städte, resp. grösseren Orte od. Flecken liegen an der Grenze. Man müsste fast fragen, ob L nicht letztlich ein extraterritoriales Erholgebiet (zwischen 1400 – 1700 müM, mit Flusstälern & Tafelbergen) der SA Stadt ist? – Die meisten Orte wurden im 19. Jh. von Missionaren
gegründet. Ihr Zentrum sind Kirchen geblieben.

Maseru liegt am Fluss, an der Grenze, ist die einzige grössere St. mit 218'355 E. (2005); ist seit Unabhängigkeit Hpst.

Teyateyaneng, 40 km nördl. v Maseru auf 1600 müM; hatte 1975 nur 7000 E. 2005: 75'115.

Mafeteng auch an d Grenze, 75 km SW von M. 1874 von franz. Missionar gegr. 57'059 E.

Hlotse im N, auch an Grenze, von brit. Missionar gegr. 47'675 E.

Mohale’s Hoeck: 110 km südl v M, an Grenze. 40'514 E.

 


53. Swasiland
ist ein kleines (17'363 qkm) Binnenland zwi. SA & Mosambik; 430 km Grenze zu SA; 105 km zu Mosambik. Gebiet des Swazi Volks. Ab 1902 (nach Burenkrieg) britisch. 1968 unabhängig. Ziemlich absolute Monarchie. Voller Casinos & Bordells, fast mitten in Zuckerplantagen.

Manzini ist grösste Stadt, wirtschaftliche Zentrum, von hier Strassennetz. 110'537 E (2005).

Mbabane ist Hpst. mit 76'363 E (2003). Ist administrative Zentrum; liegt nahe von Zinn- u Erzminen.

Big Bend liegt im Osten, nahe zu Mosambik. Umgeben von Zuckerplantagen. Schmuggler- und Luder-Ort. An Wochenende von Südafrikanern überrannt. 10'342 E. Es heisst: „Mit den vielen Unzählbaren im und rund um den Ort bestimmt über 50'000, aber Vagabunden zählt man nicht.“

 


54. Westsahara
wartet auf Unabhängigkeit. 373'000 warten. War span. Kolonie; als Sp. abgaben, nahm Marokko in Besitz. Liegt am Atlantik; schon von Phöniziern benutzt. Araber & Berber, Sahrauis genannt. Viel Phosphat.

El Aiun Hptst., wurde v Spaniern 1938 gegr. Liegt 25 km von Atlantikküste und entlang der Strasse von Marokko nach Mauritius;

 


55. Réunion
gehört noch immer zu FR, liegt im Ind. Ozean, 800 km östl. v Madagaskar, umfasst 2507 qkm, hat 827'000 E. Ist wegen der Zyklone berüchtigt. Insel war bis ins 17. Jh. unbekannt und unbewohnt. Seit 1733 führt man Buch über die Zyklone. Berüchtigte Zyklonen fuhren 1806/7, 1932, 1948, 1989 u. 2002 über Insel hinweg und zerstörten viel.

Saint-Denis ist Hpst. mit Kirchen, Museen, einer Universität u franz. Militärstützpunkten. Hat 131'557 E, zählt man die schönen Vororte dazu, dann sind es 158'139.

 

 

Minimales Fazit:

  • Afrika Kontinent hat 2010 69 Mio-Städte;
  • 44 Städte mit über 500'000;
  • diese 44 werden bis 2013 bei gleichem Bev. Wachstum auf 1 Mio prognostiziert. Einige können es je nach Zähl- und Blickweise bereits heute 2011 sein.

 

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Al Imfeld© Sept. 2011