Nachwort

1. Nachwort


Ein Blick nach Managua, Nicaragua, zeigt, dass Afrika kaum einmalig ist. Die frühere Kampfgefährtin Dora Maria Téllez klagt Präsident Daniel Ortega an, dass er „immer mehr dem Diktator (Anastasio Somoza) gleiche, den er einst zu stürzen half“. Sie sagt: „Vor dreissig Jahren war Ortega ein Revolutionär. Heute ist er ein gewöhnlicher Caudillo. Er ist eine von der persönlichen Macht besessene Person.“ (NZZaS 17.8.08)



Noch etwas. Heute warnt die einstige Heldin Téllez vor dem Einsatz jeglicher Gewalt – auch als Mittel des Staats. „Wir müssen vermeiden, dass das Land seine Probleme mittels Krieg löst.“ Selbst eine Befreiung geschehe nie durch Gewalt. Was man erkämpft, ist immer ein nächstes Durcheinander.




 

2. Nachwort


Was waren wir doch für Naivlinge. Sie nutzten positive Kräfte um sich nicht. Sie wollten keine Koalitionen sondern die 100%ige Einheitspartei. Sie wissen bis heute nicht, was Volk ist; von Nation machen sie sich nicht einmal Vorstellungen. Opposition und Minderheiten gibt es für sie nicht. Das alles riecht zwar nach Fundamentalismus, ist es aber nicht, sondern bloss Borniertheit.



Ihnen fehlt auch nur ein leises Vertrauen in eine Zivilgesellschaft; daher sind sie undemokratisch. Sie müssen alles kontrollieren und so existiert der Militär- und Polizeistaat.



Sie wissen bis heute nicht, was Land alles bedeutet und einschliesst. Für die meisten ist Land bloss ein Territorium. Für Landwirtschaft fehlt ihnen jegliches Verständnis, zumal es Handarbeit, die sie grundsätzlich verachten, einschliessen würde.



Keine einzige Befreiungsbewegung hat jemals eine Landreform – ausser Konfiskation -  in Gang gebracht, denn Land verteilen ist mehr als ein Landverteilen. Des weiteren besassen die allermeisten Befreiungsbewegungen gar keinen Land-Begriff. Land war für sie eine europäische Farm, auf der sie Zwangsarbeit leisten mussten, geworden.



Eine wahrhaftige Entwicklungszusammenarbeit muss wissen, dass sie es mit Beton zu tun hat. Jemand, der sogar die NGOs kontrollieren will, wie etwa Eritrea, Äthiopien, Zimbabwe oder Kongo unter Mobutu, verdient keine Unterstützung. Konstruktive EntwicklungsZusammenArbeit muss auch eine Taktik des Untergrabens all dieser Hirngespinste oder Mythen oder schierem Unwissen entwickeln.



Zu bedenken gilt, ob auf diesen hier erarbeiteten Grundlagen und Denkweisen überhaupt eine direkte Zusammenarbeit möglich ist.