„Der Neger ist ein guter Soldat“ (Churchill)

  1. 
Zwei alternative Schulungs- oder Ausbildungsmöglichkeit blieben offen: entweder die Kaserne oder das Priesterseminar.
     
  2. Sowohl die Engländer als auch die Franzosen zogen junge Burschen ein und bildeten sie zu Soldaten aus. Bekannte Beispiele waren Mobutu und Idi Amin.
     
  3. Schwarze Soldaten wurden im 2. Weltkrieg weltweit eingesetzt. Das Ganze hat eine beinahe paradoxe Vorgeschichte. Der erste senegalesische Abgeordnete Blaise Diague (1872-1934) brachte 6 Wochen nach seinem Einstand in die französische Nationalversammlung die Forderung ein, dass auch afrikanische Soldaten für den 1. Weltkrieg eingezogen würden, um sie der „Würde eines Kriegs“ teilhaben zu lassen. Der Antrag ging durch. Diague war stolz und betrachtete sein Resultat als wichtigen Schritt „zur Entwicklung der Negers“. Die Senegalesen wurden stolze Krieger und wurden erneut im 2. Weltkrieg und später auch für den Vietnamkrieg eingezogen. Erst in Vietnam, einem typischen Kolonialkrieg, gingen einigen die Augen auf. In diesen Kriegen lernten sie auch ihre schwarzen Brüder aus den USA als Mit-Soldaten kennen, wurden jedoch von diesen eher verachtet. Sie waren daher mit zwei Problemen konfrontiert: mit kolonial und mit schwarz.


     
  4. Der afrikanische Soldat galt, wie Winston Churchill feststellte, als „easy to be handled and without much questioning, leicht hantierbar und ohne Widerrede“. Man schickte sie an die vorderste Front, und so starben denn auch viele. Sie waren weltweit gerühmte Scharfschützen.
     
  5. Als diese Soldaten heimkehrten, begann es zu rumoren, denn diese Männer hatten einerseits die weite Welt (ein klein, klein wenig) gesehen und andererseits erfahren oder festgestellt, dass sie mit ihrer Knarre etwas beherrschten. Sie begannen, zuhause die Erfahrungen zu überdenken, eigentlich war es ein Palavern und ein sich Boosten, man trieb sich gegenseitig hoch, bis sie vom Aufheizen (échoffer) langsam zum fast blinden Umsetzen kamen. Mit dem NON von Guinea 1958 begann auf dem ganzen Kontinent die Gärung mit dem zuerst stillen, dann immer lauter werdenden Ruf: „Nein zum Kolonialismus!“


     
  6. Die Befreiungsbewegungen beriefen sich auf diese erfahrenen Kolonialsoldaten. Diese selbst sahen im Guerillakrieg eine falsche Lösung. Nur einige schlossen sich auch den Befreiungsarmeen an, wurden zu Ausbildungschefs und stiegen meist schon bald aus.

 



Kurze Reflexion

Vielleicht kam der Afrikaner als Soldat den weissen Soldaten gleichgestellt auf ein falsches Geleis. Einfach Soldat zu sein, ist noch keine Befreiung. Vielleicht war das Militärische zu stark im Kopf, ohne eine andere oder zusätzliche denkerische Grundlage zu haben. Doch in einer Armee denkt der Soldat nicht; er folgt Befehlen.