Breit gefächerte annotierte Bibliographie

Interessante und stimulierende Bücher zum heutigen Megacity-Problem – weltweit und Afrika im besonderen

Breit gefächerte annotierte Bibliographie

 

  1. Migration: Vom Land in die Stadt

2.Stadt - City - Metropolen

  1. Slums Banlieues
  2. Architektur-Soziologie-Politologie-Theologie
  3. Studien zu LA & Asien

6.Afrikas Urbanismus

7.Ausstellungs- & Künstlerkataloge

  1. Belletristik/Literatur
  2. Architektonisch & planerisch relevant
  3. Modelle - Visionen - Zukunft

 

 

 

 

  1. Vom Land in die Stadt - Migration im Kleinen & Grossen

 

Doug Saunders, Arrival City. How the Largest Migration in History is Reshaping Our World. Windmill Books (Random Houese Group) , London 2011. 364 p. Auf deutsch: Die neue Völkerwanderung (Pantheon Verlag, München 2013)

Man darf ruhig dieses Buch als eine Bestandesaufnahme mit Hilfe von UN Habitat bezeichnen. Ist ein Buch zum Einlesen. Leicht zu lesen und überzeugend, nicht ausweichend und ein Aufruf, endlich seriöser nachzudenken. Eine starke Dosis, die an der verdrängten Megapolis nicht vorübergehen lässt. Was wichtig ist: Saunders sieht ganz klar Zusammenhänge einer inner- und interkontinentalen Wanderung. Er gibt viele Hinweise, wie aus Dorfbewohnern Städter werden.

 

Edward Glaeser, Triumph of the City. How Our Greatest Invention Makes Us Richer, Smarter, Greener, Healthier and Happier. Penguin, London 2011. 313 p.

Glaeser geht historisch vor und stellt die grössten Städte der letzten 1000 Jahre vor. Auf Grund des heutigen Bevölkerungswachstums schlägt er höhere, grössere und dichtere Bauten vor. Was ein wenig überrascht: „We should forget suburbs and villages which belong to the past.“ Für mich etwas naiv, wenn er meint , Dead Cities gebe es in Zukunft nicht mehr. Genauso wie man Sklaverei abschaffte und heute im Süden und den Slumzentren einfach eine modernisierte Form der Sklaverei erbarmungslos weiterpflegt.

 

Jan Gehl, Cities for People. Island Press, London 2’11. 269 p.

Gehi ist ein dänischer Architekt und fragt sich, was wohl könnte solche Megacities lebenswerter und anziehender machen? Für Afrika gibt das Buch kaum etwas her.

 

Alex Rühle (Hg.), Megacitys. Die Zukunft der Städte. C.H. Beck, München 2008. 160 S.

Elf Schriftsteller und Schriftstellerinnen zeichnen ein Bild ihrer Megacity. Aus Afrika ist nur Lagos vertreten. Der Nigerianer Chris Abani schreibt anschaulich und kritisch über den Moloch Lagos, „die Schrottgeburt aus Dreck und Feuer“.

 

Wolfgang Schwentker (Hg.), Megastädte im 20. Jahrhundert. Vandenhoek & Ruprecht, Göttingen 2009. 308 S.

Ist ein Sammelband mit 11 Beispielen. Wiederum ist Lagos dabei. Bei einer solchen Arbeit kommen kontinentale Differenzierungen kaum zur Sprache. Nigeria hat einen anderen politischen Wandel als asiatische Städte. Modernisierungsprozesse sind anders in Lateinamerika oder Afrika verlaufen. Viele Fakten, zu wenig vertiefende Analyse.

 

Gerhard Fehl & Juan Rodriguez-Lores, Hrsg." Die Stadt wird in der Landschaft sein und die Landschaft in der Stadt. Bandstadt und Bandstruktur als Leitbilder des modernen Städtebaus. Birkhäuser Verlag, Basel 1997. 350 S.

Noch immer stehe versteckt das Leitbild Gartenstadt im Hintergrund. Doch eigentlich dominierte bereits seit Mitte des 20. Jh. bis in die 70er Jahre das Leitbild Bandstadt., welche mit allen Modellen von zuvor brach und  sich  dem technologische Fortschritt und dem gesellschaftlichen Wandel zuwandte - sowohl von rechts wie links. Ist hilfreich für einen historischen Rückblick und vermag einiges indirekt für das in dieser Zeit in Afrika Gebaute. Die Beispiele stammen hingegen ausschliesslich aus Europa..  


  1. Was ist eine Stadt. Vom Flecken zur Megapolis & zurück zum Slum

 

Mike Davis, Planet der Slums. Aus dem Engl. Mit aktuellem Nachwort des Autors. Assoziation A, Berlin/Hamburg 2011. 2. Aufl.262 S.

Von allen 11 erwähnten Büchern hat mir dieses am meisten gegeben. Es zeigt einerseits massiv und beinahe erdrückend die globale Urbanisierung mit all den Fragen. Die Politiker kommen noch immer mit Fragen aus den 50er Jahren. Diese urbane Massenbewegung muss ganz anders hinterfragt werden. Sie ist letztlich ein Migrationsphänomen – vor allem für Afrika ist es zuerst eine Bewegung vom Dorf in die Stadt und – falls dort nichts Integratives geschieht – weg von der Stadt nach dem Westen. Dieser Sog ist viel mehr als ein Armutsproblem. Mit mehr Sicherheit und Restriktionen nimmt Verhärtung bloss zu. Angenehm an diesem Buch ist, dass es den gesamten Süden einbezieht, vergleicht, anderes feststellt und so Klischees  nach und nach enthäutet.

 

Edward Glaeser, Triumph of the City. How Our Greatest Invention Makes Us Richer, Smarter, Greener, Healthier and Happier. Penguin, London 2011. 313 p.

Glaeser geht historisch vor und stellt die grössten Städte der letzten 1000 Jahre vor. Auf Grund des heutigen Bevölkerungswachstums schlägt er höhere, grössere und dichtere Bauten vor. Was ein wenig überrascht: „We should forget suburbs and villages which belong to the past.“ Für mich etwas naiv, wenn er meint , Dead Cities gebe es in Zukunft nicht mehr. Genauso wie man Sklaverei abschaffte und heute im Süden und den Slumzentren einfach eine modernisierte Form der Sklaverei erbarmungslos weiterpflegt.

 

Jan Gehl, Cities for People. Island Press, London 2’11. 269 p.

Gehi ist ein dänischer Architekt und fragt sich, was wohl könnte solche Megacities lebenswerter und anziehender machen? Für Afrika gibt das Buch kaum etwas her.

 

Alex Rühle (Hg.), Megacitys. Die Zukunft der Städte. C.H. Beck, München 2008. 160 S.

Elf Schriftsteller und Schriftstellerinnen zeichnen ein Bild ihrer Megacity. Aus Afrika ist nur Lagos vertreten. Der Nigerianer Chris Abani schreibt anschaulich und kritisch über den Moloch Lagos, „die Schrottgeburt aus Dreck und Feuer“.

 

Wolfgang Schwentker (Hg.), Megastädte im 20. Jahrhundert. Vandenhoek & Ruprecht, Göttingen 2009. 308 S.

Ist ein Sammelband mit 11 Beispielen. Wiederum ist Lagos dabei. Bei einer solchen Arbeit kommen kontinentale Differenzierungen kaum zur Sprache. Nigeria hat einen anderen politischen Wandel als asiatische Städte. Modernisierungsprozesse sind anders in Lateinamerika oder Afrika verlaufen. Viele Fakten, zu wenig vertiefende Analyse.

 

Kees Koonings, Dirk Kruijt (Hg.), Megacities. The Politics of Urban Exclusion and Violence in Global South. Zed Bools, London 2009. 200 p.

Der Autor sieht die Megacities zu generell als Anziehungspunkt für die arme Landbevölkerung, die eine ganz andere in Afrika als in Lateinamerika oder Asien ist. Er kommt zu einseitig auf das Gewaltphänomen zu sprechen .Ob wirklich die Armutsbekämpfung (welche) das Wichtigste ist, um den „Teufelskreis der Gewalt zu durchbrechen“?“

 

 

 

 

Dirk Bronger, Metropolen, Megastätte, Global Cities. Die Metropolisierung der Erde. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2004. 216 S.

Bronger  beleuchtet stark das Werden solcher Metropolen, historische, geografische, ökonomische und soziale Aspekte  und sucht nach einem „weltweit vergleichbaren Konzept“. Hilfreich für die Analyse der traditionellen Städte Europas, Asiens und Amerikas.

 

Risiko Stadt. Perspektiven der Urbanität. Hrsg. Ulrich Schwarz. Zum deutschen Architektentag 1994 in Hamburg. Junius Verlag , Hamburg 1994. 381 S.

Mit 30 verschiedenen Beiträgen. Etwa zur Globalisierung und Multikulturalität, zu Natur in der Stadt oder neue Medien und Stadt. Mit vielen europäischen Beispielen.


  1. Slums - Favelas - Banlieues

 

Stephan Gottet & Al Imfeld u.a. Sind wir alle Slumbewohner?  Im Selbstverlag von St. Gottet, Bremgarten 2014

Gibt Einblich mit Fotos, Gedichten und Reisetagebuch durch 2 der grossen Slums Nairobi: Matare Valley und Kibera...
4. Architektur - Soziologie - Politologie - Theologie

 

Hans Kollhoff, Architektur. Schein und Wirklichkeit. Reihe zu Klampen Essay 2014, D-31832 Springe126 S.

Nachdenklich machen "Stolz - eine urbane Tugend", "Wie wir unsere Städte ruiniert haben" oder "Was ist zeitgemässes Bauen?"

 

Kollektiv Rage, (Hg.), Banlieues. Die Zeit der Forderungen ist vorbei. Assoziation A, Berlin/Hamburg 2012. 3. Aufl.280 S.

Eine sehr informative Studie über die Unruhen in den französischen Banlieues. Hier betrifft es sehr stark afrikanische Immigranten. Kann das etwas rückschliessend auf Afrika aussagen? Es fällt dem Leser auf, wie stark diese Banlieues ein französisch bedingtes politisches Problem sind.

 

metroZones (Hg.) Urban Prayers. Neue religiöse Bewegungen in der globalen Stadt. Assoziation A, Berlin/Hamburg 2011. 277 S.

Ein Buch mit guten Fallstudien zum Wirken von Pfingstlerkirchen am Stadtrand. Afrika ist mit zwei Kapiteln vertreten: 1. Religion und städtische Bewegungen in Afrika, 2. Pfingstkirchen, Prayer Camps und Stadtentwicklung in Lagos. Lebendig und informativ.

 

Thomas Hylland Erikson, Mensch und Müll. Die <Kehrseite des Konsums.  Aus dem Norwegischen. Futurum Verlag, Basel 2013. 240 S.

Die Frage ist nicht, ob wir aufhören können wegzuwerfen, denn das können wir nicht, sondern was mit dem geschieht, was wir wegwerfen, in was für Kreisläufe der Abfall eingeht. Eine eindrückliche Behandlung des Themas "Sauberkeit und Ekel" oder "Ordnung und Chaos".

 

Birgit Brandner - Kurt Luger - Ingo Mörth (Hrsg), Kulturerlebnis Stadt. Theoretische und praktische Aspekte der Stadtkultur. Picus Verlag, Wien 1994,

270 S.

Mit 14 verschiedenen Beiträgen werden alle Dimensionen einzufangen versucht. Wichtig ist urbanes Gefühl, urbane Werte oder Urbanität an sich. Obwohl stark auf Österreich ausgerichtet sind dieses Essays auch für Architekten und Planer im afrikanischen Raum sehr inspirierend. Das Malaise einer Fehlplanung zeigt Lorenz Gallmetzer im Beitrag "Extra Muros - Die Krise der französischen Vorstädte".

 

Henri Lefebvre, Das Recht auf Stadt. Aus dem Französischen Le droit à la ville (1968). Edition Nautilus, Hamburg 2016. 219 S.

Ein Klassiker der französischen Philosophie-Soziologie. Zum Einlesen in die heutige Problematik der Stadt bestens empfohlen. Ist zwar nicht leicht zu lesen (zu vieles ist zwischen Klammern), aber mit einiger Geduld wird dem Leser auf den Absprung nach vielen neuen Ideen verholfen.. Nach einem Jahrhunderte langen Fluch auf die Stadt führt uns Lefebvre langsam begründend hin zum menschlichen Recht auf die Stadt.  Für L hat das urbane Leben noch nicht begonnen, d.h. also wir und die Stadt befinden uns auf dem Weg zum Regenbogen, einer toleranten Multikulturalität, demokratisch und weg vom Klan oder Ghetto..

 

 

 

 

Tobias  Morawski, Recleim Your City. Urbane Protestbewegungen am Beispiel Berlins.  Berlin/Hamburg 2014. 168 S.

Welche Strategien der Raumaneignung verfolgen Protestbewegungen? Welche Kommunikationsmittel, welche Art von Bildsprache und welche Symbolen setzen diese Bewegungen ein? Am Beispiel Berlin.

 

Katja Frey, Eliana Perotti (Hg.), Theoretikerinnen des Städtebaus. Texte und Projekte für die Stadt. Dietrich Reimer Verlag, Berlin 2015. 352 S.

Man könnte es als einen Versuch zu "emanzipierten Wohnbaumodellen" charakterisieren.. Es dokumentiert (scheinbar) positive Versuche aus der Geschichte, ohne Neuansätze für unsere Zeit zu geben. Zudem: eine Emanzipation im eurozentrischen Kontext.

 

Ulrich Schwarz, Hrsg. Grünes Bauen. Ansätze einer Öko- Architektur. Reihe Technologie und Politik 18 bei rororo aktuell, Reinbek-Hamburg 1982

Auch hier werden Ansätze und Projekte aus der ganzen Welt beschrieben  und illustriert - nur nichts aus Schwarzafrika. Kulturell erweitert und noch mehr auf AgroCity eingehend könnten die 7 Prinzipien ökologischen Bauens (S.219ff) könnte Afrika leicht eingebracht werden..

 

Chris Luebkeman (Rd.), 20 50 . Designing our Tomorrow. Architectural Design, Wiley London, July/August 2015. 137 p.

Dieses reichhaltige Heft kann so etwas wie eine breitgefächerte Einführung in Design sein.. Auf jedenfall sehr anregend. In der Architektur ist der Design-Begriff zentral. Daher wird eine Stadt u einem Produkt des Designs.
5. Studien zur asiatischen & lateinamerikanischen Stadt: eine Kleinst- Auswahl, die auch auf Afrika ein Licht wirft

 

Raul Zibechi, Territorien des Widerstands. Eine politische Kartographie der urbanen Peripherien Lateinamerikas. Aus dem Span. Assoziation A, Berlin/Hamburg, 2011.172 S.

Wie charakterisiert sich Lateinamerikas Widerstand in den Megacities . Die ganze Basisarbeit von Kirchen und Gruppen der letzten Jahrzehnte kommt mit einem neuen Gesicht zum Tragen. Die Leute von unten los de abajo sind nicht nur zornig, sondern auch geschult. Ob man das marxistisch oder christlich charakterisiert, bleibt in der Analyse kontrovers. Eine spannende Studie, die vielleicht etwas für afrikanische Urbanisten bringen könnte. Wichtig könnte sein der radikale Akzent auf Selbst-Organisation und Selbstregierung.

 

Gilberto Freyre, Das Land in der Stadt. Die Entwicklung der urbanen Gesellschaft Brasiliens. dtv/Klett-Cotta, Stuttgart 1982 & dtv München 1990. 569 S.

Das Buch ist längst ein Klassiker der Sozialgeschichte; geht auf Gezänk und Gestank in Holzhütten und am Stadtrand, auf schwarze Dienstboten und dem Aufstieg der Mulatten, aber auch von Wundergläubigkeit und Lebenslust. ein

 

Le Monde diplomatique, Moloch, Kiez & Boulevard. Die Welt der Städte. Ein Lesebuch. Edition Nr. 14, 2014. 110 S.

Es handelt sich um typische Le Monde diplomatique Essays, die sehr an der Oberfläche bleiben. Zwar mit viel Charme geschrieben, doch viel zu wenig Kontext. Aus Afrika kommt sehr wenig. Beinahe abschätzig gibt es eine Einführung mit "Kontinent der Slums". Ein weiterer Beitrag trägt Titel "Bamako oder die Suche nach dem Authentischen"


  1. Rund um afrikanischen Urbanismus

 

 

Sehr viel informatives und anregendes Material findet man in den 2 Ausstellungskatalogen vom Vitra Museum, Stein a. Rh. (siehe unter 7. Ausstellungskataloge)

 

Société du CSAO, L'urbanisation des pays de l'Afrique de l'Ouest 1950-2010, Africapolis I, mise à jour 2015.

Eine vorsichtige Bestandesaufnahme der "urbanen Agglomerationen" in 17 westafrikanischen Ländern. Konzentriert sich auf die Urbanisation zwischen 1950 und 2010. -

 

 

 

Jeanson-Martin Antoinette, Martin Paul-Antoine, ASMARA - La Petite Rome africaine - Balades dans la capitale de l'Erythrée. L'Harmattan, Paris 2015 164 p.

1935 veranlasste Mussolini den Bau des "kleinen Roms"; 1940 wohnten hier 55'000 Italiener; nach dem 2. Weltkrieg nahm Äthiopien das Gebiet ein.

 

Mouandjo Lewi Pierre, Le marketing de rue en Afrique. L'Harmattan, Paris2015. 512 p.

Das Phänomen des Verkaufs entlang der Ausfahrtstrassen ist typisch für Afrika. Dieser Markt mag über 20 km reichen.

 

 


  1. Ausstellungs- und Künstlerkataloge

 

Polykarp - Africa - Tanzania. Vier-Türe-Verlag, D-973559 Münsterschwarzach & Carta 834 Zürich, 1996400 S.

Polykarp kam aus Deutschland nach Tanzania und sah die kalten und nüchternen Kirchenwände. Er versuchte, etwas vom Wesen und der Sehkraft afrikanischer Menschen in sich aufzunehmen. In diesem Band präsentiert sich etwas von diesem Weg in die Kultur anderer.

 

Albert Plangger/ Marcel Diethelm, SERIMA. Mambo Press, Gwelo 1974.

Hans Gröber (1903-1972) wat Architekt, wurde Priester und Missionar in Südrhodesien. Er konnte nicht glauben (wie es damals in Missionskreisen, dass der Afrikaner keine Kunst kenne und schuf eine Schnitzerschule in Serima. Mit den so entstandenen Künstlern baute er zusammen eine einmalige Kirche.

 

Lara Almarcegui, Katalog zur Ausstellung im Kunsthaus Baselland. Christoph Merian Verlag, Basel 2025. 131 S.

Dieser Katalog über das Werk der Künstlerin regt zum Nachdenken und Philosophieren an.  Sie stellte u.a. 300 Kubikmeter Aushubmaterial aus. Anregend sind ihre Arbeiten über "Wasteland" oder "Visit to Empty Villages" oder "Abandoned Premises". Sehr anregend sind die tiefschürfenden Überlegungen zum Thema Brache und Verbrachung. Manches kann auf die zunehmend verlassenen Landschaften Afrikas übertragen werden.  Dieser Katalog führt hin zur notwendigen Nachdenklichkeit.

 

Meinrad Maria Grewenig (Hg.), Urban Art. Biennale 2015. Katalog. wuderhorn verlag 2015. 240 S.

Ausser Ägypten ist Afrika nicht vertreten. Schade. Das Thema ist enorm wichtig.

 

 

2015 fanden im Vitra Museum 2 grosse Ausstellungen über die moderne afrikanische Architektur und das mehrdeutige afrikanische Design. Zu beiden Ausstellungen gibt es einen Katalog.

 

AFRICAN MODERNISM. Ausstellungskatalog. Vitra Museum, Weil a. Rh. 2015

Afrikas städtebaulicher Modernismus wird anhand der Städte Accra, Dakar, Abidjan, Yamassoukro, Lagos, Abuja und Nairobi dokumentiert. Eingeschlossen sind 5 Essays. Gibt viel Stoff zum Nachdenken. Es zeigt den Stolz, unabhängig zu sein. Doch man flieht aus Afrika weg und folgt faschistoiden und marxistischen Mustern.

 

MAKING AFRICA. A Continent of Contemporary Design. Deutschsprachiger Katalog zur Ausstellung im vitra Museum in Weil a. Rh. 2015. Der Gesamtkatalog KING AFRICA mit 344 S. 70 Euro.

Dieser prachtvolle Katalog vermag bestens manchen Unterschied zwischen Europa und Afrika aufzuzeigen. Vor allem wird der Unterschied zwischen europäischem und afrikanischen Design klar. Afrika nimmt auf, mischt, verwandelt, symbolisiert, setzt Zeichen, woraus so etwas wie versteckte Zukunftswünsche erstehen. Designs sind so etwas wie eine neue Form der Initiation, eine Abwandlung des becoming by designing, das man jedoch nicht direkt sondern versteckt, verschlüsselt, täuschend, schelmisch und gar selbstironisch ausdrückt..

 

Credit Suisse BULLETIN, AFRICA - Rise of a continent - Continent of Hope. Zürich 2015/3. 80 p.

Das Bulletin übernimmt einen Grossteil  der im Vitra Museum, Weil, ausgestellten Objekte in Farbe.. Es wird wohl versucht mit Hilfe des Designs Investitioen nach Afrika zu vermitten.


  1. Belletristik/Literatur - Prosa & Gedichte aus Afrika

 

Oftmals veranschaulichen literarische Werke den besten Einblick ins  städtische Leben, besonders in die Armenviertel. Wer Gedichte liebt, für den oder die gibt es eine Vielzahl zur Auswahl.

 

Meja Mwangi, Kenya, hat die bislang besten afrikanischen Slum-Romane geschrieben:

- Going Down River Road. 1976. Dt. Unionsverlag TB, Zürich 1997.

 

- Kill Me Quick. 1973

 

- The Cockroach Dance. 1979

 

 Zu erlebter südafrikanischer Apartheid in Ghettos oder Hometowns:

 

Don Mattera, Sophiatown. Dt. bei Hammer, Wuppertal 1994

 

Miriam Tlali, Amandla. 1980 (Schüleraufstand in Soweto)

 

Ondjaki, Die Durchsichtigen. Roman aus Angola. AfrikaWunderhorn Verlag 2015. 352 S. Im Zentrum steht Luanda. Eine Satire auf das postkoloniale Angola.

 

InterLit 3, Neue Metropolen. Lesebuch. Erlangen 1993 172 S.

Schriftsteller aus den 3 südlichen Kontinenten präsentierten Texte zur Verstädterung der Welt. Aus Nigeria waren Odia Ofeimun und Niyi Osundare eine Woche lang präsent. Weiter: 2 aus Ghana: Ama Ata Aidoo und Kojo Laing, 4 aus dem arabischsprachigen Raum, gefolgt vom südafrikanischen Rapper Lesego Rampolokeng.

 

Afrikanische Gedichte kreisen immer wieder um das Phänomen Stadt. Hierfür konsultiere man Al Imfeld, Hrsg. Afrika im Gedicht. Offizin Zürich 2014/15.  814 S.

 

  1. Für Afrika architektonisch und/oder planerisch interessant

 

Annika Seifert & Gunter Klix, Hitzearchitektur. Lernen von der afrikanischen Moderne. gta Verlag, ETH Zürich 2012. 62 S.

Eine Fallstudie über Ostafrika: wie mit Sonne, Hitze und Schatten umgegangen werden kann.  Beispiele: KNCU Centre, Moshi (Tanzania), A.B.A. House, Daressalam und Kariakoo Market Hall in Dar. 2. Teil: Lehren davon - weltweit?

 


  1. Modelle - Visionen - welche Zukunft?

 

P.M. Kartoffeln und Computer. Märkte durch Gemeinschaften ersetzen. Nautilus Flugschrift. Edition Nautilus, Hamburg 2012. 78 S. 6,90 Euro

Seit seinem Bolo bolo 1983 hat er uns immer wieder fast schelmisch uns Hilflosigkeit und Ausweglosigkeit aus dem gegenwärtigen Mist/Shit aufgezeigt, aber auch ein Ende unserer sinnlos gewordenen Konsumgesellschaft aufgezeigt, falls wir mehr Mut zum genossenschaftlichen Zusammenleben mit aller Vielfalt aufbringen. Dieses kleine Manifest wiederholt, den einst vorgenommenen Aufbruch ja nicht abzubrechen und trotz allen scheinbaren Hoffnungslosigkeiten der Gegenwart weiter zu machen. P.M. kann Kartoffeln und Computer verbinden, nichts von Flucht oder Einseitigkeit. Ich meinte, er müsste noch etwas mehr Agrikultur und Architektur hinzunehmen. Doch es ist ein guter Brückenschlag zwischen Land und Wissen.

 

Hans E. Widmer, "The Power of Neighnourhood" und die COMMONS. Hrsg. Verein "Neustart Schweiz", Zürich 2013  www.neustartschweiz.ch  Auch auf Englisch.

Ein Zwischentitel gibt den Kern wieder: Ohne Demos keine Demokratie oder "the power of neighbourhood". Es geht um 2 noch viel zu wenig ausgenutzte Chancen: Nachbarschaft und Genossenschaft.

 

Neustart Schweiz, Nachbarschaften entwickeln. Verein Neustart Schweiz, Zürich 2015 (3. Aufl.) 47 S.

 

Hans E. Widmer, Das Buch NUR. Verein Neustart Schweiz, Zürich 2015. 46 S.

 

Max Spielmann & Andrea Iten u.a. Jetzt Gemeinschaft. Es kann nur alle geben.

Fachhochschule Nordwestschweiz. Hochschule für Gestaltung und Kunst, 4051 Basel.100 S.

Arbeiten, Theorie & Entwürfe. Kann seehr anregend sein.