Belgier und ihre Kolonien

Die Belgier entliessen ihre Kolonien Kongo, Rwanda und Burundi ziemlich chaotisch in die Unabhängigkeit. Man muss sich vor Augen halten, dass ausser Exseminaristen es kaum Intellektuelle gab: bloss Priester und Militärs. Es gab  eine minimale  Schicht von évolués.


Nach der Unabhängigkeit wollte sich der Katanga mit intensivem Bergbau von der Zentrale Kinshasa loslösen. Führer der Sezessionisten war Tschombé. In diesem Krieg kamen als Vermittler sowohl der UN Generalsekretär Dag Hammarskjöld als auch der damalige Ministerpräsident Patrice Lumumba um. Typische Konstellation im Kalten Krieg: Hinter dem Mord stand der US Geheimdienst, der einen kommunistischen Einfluss unterbinden wollte. Als starke Gestalt stieg aus der Armee Sese Seko Mobutu auf. Er gründete 1967 das Movement Populaire de la Revolution.


Die Belgier wollten unbedingt einen Völkerkrieg in Rwanda und Burundi vermeiden; sie gaben daher den zwei Völkern Hutu und Tutsi je eine Hälfte des Kolonialgebiets; Burundi den Tutsi, Rwanda den Hutu. Das Ganze wir eine Chimaäre und schierer Nightmare; ein Bürgerkrieg folgte dem anderen. Beidseitig wurde gemordet.

Rwandas neuer Präsident Paul Kagame stammt aus Uganda und konnte zu Beginn nicht einmal Französisch.